Schlagwort: paddeln

  • Elbepaddeln – Sächsische Schweiz

    Ende August 2026 hatte ich eine Weiterbildung in Freiberg. Schnell wuchs der Gedanke den Freitag frei zu nehmen und endlich mal auf der Elbe zu paddeln.

    Nach getaner Weiterbildung fuhr ich nach Meißen. Dort hatte ich mich telefonisch beim „SG Kanu Meißen e.V., Plangasse 7, 01662 Meißen“ angemeldet. Ich wurde dort sehr herzlich empfangen. Ein kleines, feines Vereingelände mit Blick auf die Elbe und den Dom. Der Platz ist ganz hervorragend geeignet eine Tour zu beginnen. Ein Discounter und die Bahnstation sind in fünf Minuten zu erreichen. Wer in die Altstadt bummeln gehen möchte, braucht nicht länger als zehn Minuten um über die Elbbrücke dorthin zu kommen.

    Die Abendsonne schien herrlich auf die Zeltwiese und ich konnte den Tag ganz entspannt ausklingen lassen

    Am nächsten Morgen fuhr ich nach dem Frühstück mit allem Gepäck mit der S-Bahn nach Bad Schandau. Die Bahn fährt aller 30 Minuten und so musste ich mir keinen Strass machen, denn es gab ja ständig eine neue Möglichkeit los zu fahren. Ich hatte das Anfibio Rebel 2K dabei und war auch darüber hinaus ultraleicht unterwegs.

    Nach dem Aufblasen des Bootes ging es bei strahlend blauem Himmel los. Auf der parallel zur Elbe verlaufenden Bahnstrecke wurde ich das Gefühl nicht los, dass irgendein Zug immer gerade auf den Schienen unterwegs war.

    Die Elbe fließt recht zügig. So kam ich trotz der geringen Länge des Packrafts ordentlich voran. Auf der ganzen Fahrt bis Pirna kam mir nur ein einziger Ausflugsdampfer entgegen. Der Wasserstand war zu der Zeit so niedrig, dass die Schifffahrt im Wesentlichen eingestellt war.

    Ursprünglich wollte ich noch zwei Tage lang durch Dresden und weiter bis Meißen paddeln. Nachdem ich in Pirna das Wetter für die kommenden Tage gecheckt hatte, entschloss ich mich in Pirna zusammen zu packen, mit der S-Bahn zurück nach Meißen zu fahren und den Heimweg anzutreten. Bei dem angesagten heftigem Dauerregen hatte ich Bedenken, meine Fotoausrüstung unnötig der vielen Feuchtigkeit auszusetzen. Die Ansichten Dresdens von der Elbe aus muss ich einfach verschieben.

    Zuhause angekommen begann auch schon der große Regen, der das ganze Wochenende anhielt.

  • Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah.

    Morgenstunde hat Gold im Munde

    Goethe hat es schon gewuß und bestimmt auch sehr viele vor und nach ihm. Nachdem ich sehr lange nichts geschrieben habe, versuche ich es mal wieder. Es ist tatsächlich nicht so, dass ich im letzten Jahr nicht unterwegs gewesen bin, aber nach Schreiben war mir nicht der Sinn.

    Vor zwei Wochen waren sehr heiße Tage und man hatte keinerlei Lust draußen etwas zu unternehmen. Um nicht völlog in Lethargie zu verfallen nahm ich mir vor am Wochenende vor Sonnenaufgang aufzustehen und den Sonnenaufgang am See zu erleben. Immerhin waren am Morgen nur 23°C, das wollte ich nutzen. Ich war mir nicht sicher wer beim Klingeln des Weckers um halb vier gewinnen würde, das kuschelige Bett oder der Unternehmungsgeist. Na ja, einmal im Bad zum Toilettengang angekommen siegte der Wille ein kleines Abenteuer zu erleben.

    Der Rucksack war gepackt und hinaus ging es in die blaue Stunde. Es ist eigentlich immer das Gleiche, wenn die ersten Schritte getan sind, überkommt mich große Freude losgegangen zu sein. Ist der innere Schweinehund erstmal besiegt kann mir nichts mehr aufhalten.

    Bis zum See laufe ich ungefähr eine halbe Stunde. Wunderbarer Weise ist genau auf der gegenüber liegenden Seite Osten. Während ich das neue Packraft aufblies, ließ ich den Horizont nicht aus den Augen. Kurz bevor sich das erste Zipfelchen der Sonne über dem Horizont zeigte änderten sie die Farben fließend. Es waren alle Farben vertreten die irgendwie mit Rot und gelb verwand sind. Der Wind war noch nicht erwacht und so spiegelte sich das Schauspiel noch einmal auf der Wasseroberfäche.

    Das Packraft, ein Anfibio Omega C2 (+), war fertig aufgeblasen und die morgendliche Paddelrunde konnte beginnen. Auf dem menschenleeren See stellte sich das Gefühl ein, was ich häufig empfinde wenn ich sehr zeitig den Tag während einer Tour draußen beginne, ich bin gerade der einzige Mensch auf der Welt. Die Stille wurde nur durch das Gurgeln des Wassers beim paddeln unterbrochen, ein paar Vögel waren vom Ufer her auch zu hören. So einen Tagesanbruch müßt Ihr Euch unbedingt auch mal gönnen.

    Abendstunde bringt Ruhe im Bunde.

    Als ich wieder zu Hause war und sogar pünktlich zum Frühstück erschienen bin, war ich ein bisschen stolz auf mich. Glücksgefühle kann man nicht kaufen, die muss man sich erarbeiten.

    Nachdem das mit dem Morgen so wunderbar funktioniert hatte, nahm ich mir als Nächstes „Paddeln in den Sonnenuntergang“ vor. Mit dem Tag selbst bei über 35°C war nicht sehr viel anzufangen. Alle, so auch ich, versuchten irgendwie der Hitze zu entgehen. Am Abend konnte ich sogar meine Frau und meine Tochter für den Ausflug überzeugen. Wir packten ein zweites Packraft ein und startenen gegen neun. Es hatte noch nicht so richtig abgekühlt und wir entschieden und für die Fahrt mit dem Auto. Am See waren trotz der fortgeschrittenen Stunde mehr Leute als ich je zuvor dort gesehen habe. Die Boote waren zügig aufgeblasen und wir fuhren ein Stück auf den See hinaus. Der Sonnenuntergang zeigte sich von seiner besten Seite. Im Westen waren über dem Horizont einige Wolken aufgezogen, so dass es bereits vor dem eigentlichen Sonnenuntergang schon recht dunkel war und die Wolken in den herrlichsten Farben strahlten.

    Später legten wir noch kurz an um zu baden, danach wurde zusammen gepackt und es ging wieder nach Hause. Auch eine solche kurze Abendtour kann ich Euch nur ans Herz legen, einach mal machen.

    Vom Abend(b)rot zum Morgenrot: Eine Übernachtung im Zelt.

    Eine Woche später, das Wetter hatte sich wieder angenehm abgekühlt, zog ich zu einem neuen kleinen Abenteuer los. Der Rucksack war gepackt mit Boot, Isomatte, Zelt, Schlafsack, Kocher, etwas zu Essen, Wasser und Kleinkram. Das Abendessen am Freitag lies ich aus und ging gegen halb sieben los. Auch hier galt es den kleinen, faulen Schweinehund zu überwinden. Aber wie bereits geschrieben, nach den ersten Schritten weiß man, dass es die richtige Entscheidung ist.

    Die Abendsonne und die Weite der Felder lassen mich herrlich durchatmen. Am See angekommen sah ich, dass der Wind doch noch recht kräftig blies.

    Ich schätze es waren 4 Beaufort. Wenige kleine weiße Schaumkronen waren zu sehen. Glücklicherweise wehte es schräg von hinten, so dass mich der Wind beim Paddeln unterstützte. Ich glaube gegen an wäre ich umgedreht, immerhin sind es fünf ein halb Kilometer bis zum Biwakplatz. Nachdem ich erst ohne Schwimmweste gestartet bin, fuhr ich nach einem Drittel der Strecke ans Ufer um das Teil an zu legen, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste wie man so schön sagt. Wenn man sich aus irgendeinem Grund plötzlich im Wasser wiederfindet ist irgend etwas verdammt schief gegangen. Da ist es beruhigend, wenn man schonmal ohne große Anstrengung oben schwimmt. Die Überfahrt war dann doch unspektakulär und ich kam noch vor Sonnenuntergang auf dem Biwakplatz an.

    Der Sonnenuntergang war dann nicht halb so spektakulär wie eine Woche zuvor, aber Abends noch etwas draußen zu kochen ist dennoch eine schöne Sache. Nach zwei ein halb KIlometern zu Fuß und über fünf Kilometern im Boot, das Abendessen zu Hause hatte ich ja ausgelassen, hatte ich auch Hunger. Als es dunkel war bin ich dann auch bald in mein Zelt gekrochen und habe schnell geschlafen.

    Kurz nach fünf stand ich auf und packte leise, auf dem Platz hatten auch einige Radfahrer übernachtet, meine Sachen zusammen. Eine halbe Stunde später war ich auf dem Wasser und es ging die gleiche Strecke wieder zurück. Ich schaffte es sogar wieder pünktlich um halb neun zum gemeinsamen Frühstück mit der Familie, alles richtig gemacht.

  • Eine Nacht draußen verbringen

    Es ist bereits Ende Oktober, ich habe ein paar Tage frei und es ist bestes sonniges Herbstwetter angesagt. Es fehlte lediglich ein kleiner Anlass, ein Auslöser sozusagen, um eine Tour zu starten. Meine jüngste Tochter studiert in Brandenburg an der Havel und brauchte noch ein paar Kleinmöbel um den ganzen Trödel, der sich nach dem ersten Studienjahr angesammelt hatte, sinnvoll zu verstauen. Prima, geht doch, der Anlass war gefunden.

    Der Blick auf der Karte verriet mir, dass es etwa 800m vom Wohnheim bis zur Havel waren. Da würde sich doch ein Plätzchen finden, wo ich mein Boot einsetzten konnte.

    Ich packte zu Hause also außer den Möbeln fürs Wohnheim noch einen leichten Rucksack für eine 2-Tagestour. Nachdem das Möbelschleppen fertig war, verabschiedete ich mich und ließ das Auto auf dem Parkplatz des Wohnheims stehen. Unter der Straßenbrücke am REWE-Center war eine prima Einstiegsstelle, wo ich in Ruhe das Packraft beladen und aufpusten konnte.

    Gegen 14 Uhr hatte ich alles fertig und es konnte los gehen. Der Plan war die Havel abwärts bis zum Breitlingsee zu fahren und dort im Uhrzeigersinn am Ufer entlang bis zur Kanincheninsel zu paddeln. Ich hatte mich für mein leichtes Packraft Nano RTC XL entschieden und auch meinen Trockenanzug dabei, weil ich mir nicht sicher war, wie lustig schwimmen auf dem See Ende Oktober notfalls werden könnte. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

    Anfangs auf der Havel war die Motivation, sagen wir mal, entwicklungsfähig. Als ich den Breitlingsee erreichte und ich der herrlichen Herbstsonne die Kanincheninsel sah, war die Stimmung wie umgewandelt und ich freute mich riesig auf das kleine Abenteuer.

    Zuerst schaute ich mit die Insel an, baute mein Lager auf und kümmerte mich um das Abendessen.

    Als die Sonne unterging kam noch ein Bungalowboot und ankerte vor „meiner“ Insel. Ich machte noch ein kleines Lagerfeuer und backte mit ein Brötchen, denn ich hatte mit vorgenommen in dieser Richtung ein bisschen zu experimentieren. Das Ergebnis war gut essbar, aber es gab auch Erkenntnisse, was ich beim nächsten Versuch besser machen könnte.

    Die Nacht schlief ich sehr gut. Der Morgen war durch den leichten Nebel anfangs etwas kühl, aber die Sonne brauchte nicht lange um den Nebel zu vertreiben.

    Aus dieser Nacht konnte ich noch eine Erkenntnis gewinnen. Ich hatte die „geniale Idee“ mit dem Fußende des Schlafsacks in eine Mülltüte zu steigen, um mich und vor Allem den Daunenschlafsack so vor möglichem Kondenswasser am Zelt zu schützen. Was soll ich sagen: Das Zelt war innen fast trocken aber das Fußende des Schlafsacks war außen unter dem blauen Sack richtig nass. Manche Sachen muss man einfach mal testen um heraus zu bekommen, dass eine Idee dämlich ist.

    Ich ließ den Morgen ruhig angehen, kochte Kaffee und Frühstück, machte ein paar Fotos von Pilzen an diversen Eichenstämmen und packte dann mein Zeug, um den Rückweg anzugehen.

    Ich habe mir sagen lassen, dass es sich um Shiitake handeln könnte (es waren wie bereits geschrieben Eichenstämme), wer es genau weiß, kann sich gern melden, das würde mich interessieren.

    Ein Freund hatte mir im Rückblick auf seine einwöchige Familienwanderung auf dem Forststeig Elbsandstein ein paar Tage vorher gesagt, dass man ab und zu die Komfortzone verlassen muss, da kann ich mich nur anschließen.

  • 3 Tage von Rathenow bis Havelberg

    Mitte August hatte ich noch einmal drei Tage frei. Irgendwie hatte ich Lust zu paddeln und dabei keine ganz einsamen Übernachtungsplätze zu suchen. Meine Wahl fiel auf die Havel ab Rathenow. Einerseits habe ich bis dorthin eine gute Zugverbindung, die auch tatsächlich perfekt funktioniert hat, andererseits wohnt dort mein Cousin mit seiner Frau, die ich schon seit Jahren nicht gesehen hatte. Gegen 10 Uhr kam ich am Bahnhof an und stand eine Viertelstunde später bei den Beiden vor der Tür. Es gab viel zu erzählen und nach drei Stunden hatten wir uns gegenseitig halbwegs auf den neusten Stand gebracht.

    Nach einem gemeinsamen Mittagessen brachten sie mich noch zur Havel und mein Cousin verabschiedete mich mit einem kleinen Liedchen auf der Mundharmonika.

    Wie auf dem Bild zu sehen ist, startete ich meine Paddelei unter der Eisenbahnbrücke in Rathenow. Die Brücke ist als Startpunkt sehr zu empfehlen, selbst bei Regen kann man hier in aller Ruhe aufbauen und das Gepäck verstauen (oder auch zelten und eine Nacht im Trockenen verbringen).

    Nach der Brücke habe ich den rechten Abzweig in Richtung Stadtschleuse Rathenow genommen. Es war schönes warmes Sommerwetter, die Schleusung ging sehr zügig und nachdem ich Rathenow hinter mir gelassen hatte, suchte ich mir ein sandiges Plätzchen, um mich abzukühlen und ein bisschen zu schwimmen.

    Wer das Bild gerade aufmerksam angesehen hat konnte bemerken, dass ich weder mein Rebel 2K noch mein Nano RTC XL dabei hatte. Richtig, ich wollte unbedingt mal das Nomad S1 ausprobieren. Dieses Packraft ist zwar schwerer, aber auch ein ganzes Stück länger und ich wollte testen, ob sich damit eine bessere Geschwindigkeit erreichen läßt. Zur Geschwindigkeit werde ich später noch etwas schreiben. Geliehen habe ich mir das Boot bei „TreckPack“. Ich kann die Firma nur empfehlen, wer nicht genau weiss welches Packraft er kaufen soll, ist hier bestens beraten. Es gibt eine große Bootsauswahl, eine sehr einfache Abwicklung, das Boot war in einem Top-Zustand und der Preis war auch ok.

    In Grütz nahm ich den Biwakplatz. Es waren für den Abend Sturm und Gewitter angesagt, da wollte ich die Nacht nicht unter einer morschen Weide verbringen. Es fing dann wie vorhergesagt am Abend an zu regnen, aber dank der überdachten Bänke konnte man draußen sitzen und ich habe noch ein bisschen mit anderen Paddlern geklönt.

    Am Morgen war von dem ganzen Spuk nichts mehr zu sehen und es begann ein weiterer wunderbarer Sommertag. Ich mag die Havel als Paddelgewässer sehr, weil es überall so zahlreiche schöne Sandstrände gibt. Da kann man überall ganz gefahrlos an- und ablegen. Dazu hat der Fluß kaum hohe Ufer so dass man meist weit ins Land schauen kann.

    In Schollene hatte ich die, wie sich später heraus stellte dämliche, Idee links abzubiegen, um direkt in den Ort zu paddeln. So ählich stelle ich mir Packeis vor. Die Entengrütze wurde immer dichter und nach einem knappen Kilometer harter Arbeit steckte ich fest. Es fiel mir schwer so kurz vor dem Ziel aufzugeben und umzukehren aber es half nichts.

    Nachdem ich endlich wieder freie Fahrt auf der Havel hatte, machte ich noch eine kurze Pause um im Hafen Molkenberg das Wasser aufzufüllen. Für die Weiterfahrt entschied ich mich für die Gülper Havel. Auf dem ersten Kilometer war ich etwas skeptisch ob das Grün nicht wieder zu dicht werden könnte, aber die etwas flottere Strömung hält diesen kleineren Havelarm dann doch frei und man findet immer eine Stelle zum durch fahren.

    Am Rastplatz Gülpe machte ich ein kleines Päuschen. Er gilt ja als der dunkelste Flecken (was Lichtverschmutzung betrifft) in Deutschland und ist somit dei den Hobbyastronomen sehr beliebt. Ich hatte noch genügend Zeit und suchte ja wie Anfangs geschrieben nicht undedingt die Einsamkeit und so paddelte ich weiter bis zum Wasserwanderrastplatz in Strodehne.

    Der Platz, welcher von einem Wassersportverein berieben wird, ist am Rande des kleinen Ortes. Auch hier traf ich andere Paddler und wegen des Geburtstags des Vereinsvorsitzenden wurde es noch ein sehr feucht-fröhlicher Abend.

    Die Ruhe beim Ablegen am nächsten Morgen hat etwas über das bevorstehende Wetter hinweg getäuscht. Es war starker Wind aus West angesagt. Nach vier Kilometern Fahrt ab Wendisch Kirchhof kam der Wind dann auch heftig und direkt von vorn.

    Jetzt war ich wirklich froh, dass ich mir das Nomad S1 ausgeliehen hatte. Natürlich wäre ich auch mit mit einem meiner zwei eigenen Boote angekommen, aber mit dem Nomad schaffte ich ohne Wind und Strömung etwa 1km/h mehr und das zeigte sich auch bei dem heftigen Gegenwind. Es hat auch wesentlich mehr Platz für Gepäck, sowohl hinter der Rückenlehne unter der Spritzdecke, als auch in den Schläuchen. Eines gefällt mir beim Rebel 2K allerdings doch besser: Die Tube Bags haben innen eine eingeklebte Gepäcktasche. Diese schützt das Gepäck vor verrutschen und gibt das sichere Gefühl nicht unbedingt auf die Dichtheit der Reißverschlüsse angewiesen zu sein. Beim Nomad S1 ist das Gepäck beim Umtragen immer durch das Boot entweder ganz nach vorn oder ganz nach hinten gerutscht, das war schon etwas nervig. Die Reißverschlüsse waren natürlich 100% dicht, aber ob das vielleicht mal eine Schwachstelle wird, weiß ich nicht. Wer selbst schon paddeln war kann nachvollziehen, dass es fast unmöglich ist feine Sandkörner oder anderen Schmutz immer von den Reißverschlüssen fern zu halten (wie in der Beschreibung zum Boot gefordert).

    Ich habe jedenfalls für mich herausgefunden, dass ich bei meinem Rebel 2K bleibe. Die Vor- und Nachteile beider Boote halten sich für mich die Waage, so dass der viel höhere Preis des Nomad für mich persönlich nicht gerechtfertigt ist. Wem das höhere Gewicht, die nicht vorhandenen Gepäcktaschen nicht stört, und dabei mehr Gepäckvolumen sucht, der sieht das vielleicht anders.

    Nachdem ich es unterwegs sogar geschafft habe zwei Einerkajaks hinter mir zu lassen bin ich ziemlich geschafft nach dem Mittag in Havelberg auf der Campinginsel angekommen. Eigentlich hätte ich die Rückfahrt antreten können, aber ich hatte die Bahntickets für den nächsten Tag schon vorher gekauft und so war ich noch schön essen, bin durch die Stadt gebummelt, hab mir noch einen fetten Eisbecher gegönnt und noch ein bisschen gelesen.

    Ich hatte eigentlich gedacht, dass mehr Leute auf der Havel unterwegs sind. Mir war aber auch schon in den vergangenen Jahren bei meinen Angeltouren mit dem Motorboot auf der Havel aufgefallen, dass es ab Rathenow relativ ruhig wird. Das hat sich bei dieser Tour bestätigt. Die Havel kann man wirklich, besonders für Anfänger, empfehlen.

    Durch die abendlichen Gespräche war mir diese Tour sehr kurzweilig, so hatte ich mir das auch vorgestellt.

  • Biwakplatz am Zwenkauer See – Test

    Am 12. Juli habe ich den neuen Biwakplatz am nord-östlichen Ufer des Zwenkauer Sees getestet. Es ging zu Fuß zu Hause los. Am Aussichtspunkt baute ich das Packraft auf und paddelte am rechten Ufer entlang. Es war einer dieser schwülwarmen Tage bei dem Gewitter in der Luft liegt, wie wir sie in diesem Jahr schon oft hatten. Am Strand neben dem Zwenkauer Hafen legte ich eine Pause ein, weil eine dunkle Wolkenfront mit Donner hinter mir aufgezogen war.

    Das Unwetter blieb aus und so ging es weiter über den See zur Anlegestelle. Kaum angekommen fing es kurz an zu regnen. Als der Spuk vorbei war, sah ich noch den Rest eines Regenbogens.

    Der Platz ist sehr schön angelegt, die Biwakhütten sind sehr massiv und versprühen noch den Duft von frischem Holz. Man hat darin jede Menge Platz.

    Das spektakuläre an dieser Übernachtung waren die Lichtspiele am Abendhimmel.

    Die Nacht war dann relaviv laut. Man hört die Autobahn sehr deutlich und auch der nächtliche Flugverkehr trägt dazu bei. Am Morgen war es dann sehr windig, so dass ich den Rückweg zu Fuß antrat. Nach 10 km und 2 Stunden später saß ich zu Hause am Frühstückstisch.

  • 3 Tage Ruppiner Gewässer mit dem Packraft

    Das Anfibio Nano RTC XL ist nicht mein erstes Packraft. Ich hatte mir bereits vor knapp 2 Jahren das Anfibio Rebel 2K mit Seitentaschen gegönnt. Mit diesem habe ich bereits zahlreiche  Mehrtagestouren auf Bächen, Flüssen und Seen unternommen und bin immer noch absolut begeistert.

    Meine Touren mache ich oft allein, wenn sich ein Mitfahrer findet auch gern zu zweit.  Bei meinem Reisegepäck habe ich im letzten Jahr immer mehr auf Gewichtsreduzierung geachtet, weil ich meine Ziele gern mit dem Zug anfahre.  Da kam ich am Nano RTC von anfibio nicht mehr vorbei. Die Idee das Boot als Packsack zu konstruieren fand ich genial. Dieses minimalostische Design mit dem geringen Gewicht passte wunderbar zu  meinen Vorstellungen von Gewichtseinsparungen.

    Mein erster Test fand zu Hause statt. Ich blies das Boot auf und ließ es ein paar Tage stehen. Der Verschluss hielt absolut dicht. Meine erste Tour führte mich dann auf die Ruppiner Gewässer. Dort waren keine Sohlschwellen, Biberburgen oder ähnliche Hindernisse zu erwarten die der dünnen Hülle dieser neuen Generation von Booten etwas anhaben könnten. Es war eine Fahrt mit zwei Übernachtungen, ich hatte das gesamte Equipment einschließlich des Nano RTC XL in einem 60l Rucksack verstauen können und kam auf ein Gesamtgewicht ohne Essen und Wasser von 10 kg. Das war schon mal eine Hausnummer und sehr entspannt zu tragen. In Lindow angekommen kaufte ich noch Essen und Wasser und ab ging es zum Gudelacksee. Das Gepäck ließ sich wunderbar in den Schläuchen verstauen. Den Rucksack mit dem Tragegestell  legte ich, anders als bei meinen Fahrten mit dem Rebell 2K, nicht in den Schlauch, weil mir die vielen härteren Kunststoffteile des Rucksacks in dem dünnen Schlauchmaterial nicht gefielen.  Ich schnallte ihn anstelle eines Deckpacks leer auf den Bug.

    Das Wetter war etwas durchwachsen angekündigt. Für den Nachmittag waren Gewitter angesagt. Ich konnte nach meiner Anreise, die insgesamt 3 Züge und 2 Busse erforderte und, welch ein Wunder, tadellos funktioniert hatte, gegen 13 Uhr starten. Als ersten Übernachtungsplatz hatte ich die Insel auf dem Gudelacksee fest eingeplant. Deswegen wollte ich am ersten Tag noch etwas den Vielitzsee erkunden, denn der direkte Weg zu Insel war mit 2 km einfach ein bisschen kurz. Auf dem Weg zum Vielitzsee begann es dann schon leicht zu regnen und weil ich vermeiden wollte bei einem aufziehenden Gewitter über den See zu paddeln, drehte ich um und nahm direkten Kurs zum Biwakplatz. Der Platz ist wunderschön gelegen.

    Ich kam gegen 14:30 Uhr an und kochte mir in Ruhe einen Kaffee. Sehr zügig zogen auch schon Wolken auf, es begann zu grummeln, Sturm kam auf und schließlich brach das Unwetter los.

    So schnell wie das Gewitter aufgezogen war hatte es sich auch wieder verzogen. Die Sonne brach durch die Wolken und Nebel stiegen auf.

    Zu meiner großen Überraschung war mein leichtes Tarp stehen geblieben und hatte den Sturmböen getrotzt. Der Nachmittag und der Abend lagen vor mir und ich wollte die Insel zu Fuß umrunden. Gerade als ich starten wollte, kamen zwei Angler mit Ihrem Mororboot in die Bucht, wir kamen ins Gespräch, sie luden mich zum Essen ein und wir quatschten bis zum Abend. Ich ließ mir die frischen Barschfilets zu einem guten Glas Rotwein schmecken. Vielen Dank an Danny und Lothar für die schöne Runde, das herrliche Essen und die guten Gespräche. Solche Momente kann man für Geld nicht kaufen.

    Das Einschlafen war etwas mühsam. Ich hatte nur ein Tarp und kein Meshzelt dabei. Die Mücken plagten mich trotz Authan sehr. Als die Plagegeister endlich Ruhe gaben, schlief ich schnell ein.

    Ich habe bis 7 Uhr durchgeschlafen und fühlte mich frisch und ausgeruht. Fantastischer Sonnenschein weckte mich mit einem herrlichen Blick über den See.

    Ich musste den Tag mit einer Runde schwimmen beginnen, denn das Wasser war sehr angenehm warm und ich musste das Gemisch aus Schweiß und Authan los werden. Kaffetrinken und Frühstücken waren bei diesem herrlichen Wetter ein einziger Genuß.

    Die Sachen waren schnell gepackt und bei leichtem Gegenwind ging es über den See bis zur Einfahrt in den Rhin.

    Die Fußgängerbrücke erstaunte mich wegen der besonderen Konstruktion. Die Stützpfeiler waren einfach gestapelte kurze Balken.

    Nach 2 km paddelte ich über den Möllensee. Nach weiteren etwa 2 km legte ich hinter der Brücke bei Zippelsförde an, denn es zog erneut ein Gewitter heran. Als es zu regnen begann drehte ich das Boot um und verzog mich unter die Straßenbrücke.

    Auch dieses Mal war der Spuk so schnell vorbei wie er gekommen war. Bei wunderschönem Sonnenschein ging es weiter auf dem wohl schönsten Abschnitt des Rhin bis zum Zermützelsee.

    Auf dem Zermützelsee kam mir starker böiger Wind entgegen. Es bildeten sich kleine Schaumkronen und ich kam fast nicht mehr von der Stelle. Ich nutzte eine Lücke im Schilf, auf der linken Seite des Sees, um an Land zu gehen. Die Wetterapp zeigte bis zum Abend keine Abnahme des Windes und so packte ich zusammen und ging zu Fuß durch Zermützel bis zum Tetzensee. Unterwegs ließ ich mir bei einer Familie, die gerade im Garten war, meinen Wassersack auffüllen.

    Am Tetzensee steuerte ich einen bei Outdooractive eingezeichneten Übernachtungsplatz an. Der Platz stellte sich nicht als ideal heraus, aber für eine Nacht hat es gereicht. Es gab an diesem Ufer zahlreiche „Witwenmacher“, aber der Wind hatte sich komplett gelegt und so wählte ich meinen Platz nach dem geringst möglichen Übel aus. An diesem Tag bin ich 18 km gepaddelt und gelaufen. Am Abend kam eine Ringelnatter durchs Wasser geschwommen, um sich in die ausgespülten Wurzeln eines Baumes zurück zu ziehen. Auch zwei Biber (oder Nutrias?), kamen vorbei.

    Kurz nach 4 Uhr wurde ich munter und wollte nur mal kurz raus aufs Wasser schauen. Der Morgen hatte mit seinen Nebelschwaden über dem Wasser eine solche Magie, dass ich aufstand, mich ans Ufer setzte und dem Tag beim erwachen zuschaute.

    Auch die beiden Nager schwammen an mir vorbei um ihr Tagwerk zu beginnen oder ihr Nachtwerk zu beenden, ich hab keine Ahnung vom Lebensrhytmus dieser Tiere.

    Nach dem Einpacken ging es ohne Gegenwind über den Tetzensee und den Molchowsee bis nach Altruppin. Der Schleusenwärter war offensichtlich froh, dass endlich jemand zum Schleusen kam. Er öffnete das Tor für meine Nußschale und im handumdrehen ging es 2 m nach unten. Neben der Schleuse gibt es auch eine Bootsschleppe, aber so war es natürlich noch einfacher.

    Das letzte Stück bis zum Bootshaus MC Neuruppin war schnell gepaddelt. Der Wind war an diesem Tag etwas gnädiger mit mir.

    Abschließend noch ein Wort zu meinem Anfibio Nano RTC XL. Ich habe mich bewusst für die XL Variante entschieden, auch wenn ich mit 1,78 kein Riese bin, weil ich mir davon eine höhere Rumpfgeschwindigkeit erhoffte. Diese Hoffnung hat sich erfüllt. Mit entspanntem Paddeln bei leichtem Gegenwind konnte ich etwa 3,4 km in einer Stunde bewältigen. Ich bin das Boot mit einer Finne am Heck gefahren und es fiel mit sofort auf, dass das Nano RTC spurtreuer als das Rebel 2K ist. Das liegt sicher weniger an der etwas größeren Länge, sondern an der Konstruktion. Der Boden ist nicht bündig mit der Unterseite der Schläuche, sondern der Boden ist etwas höher als die Unterseiten der Schläuche. Dadurch entstehen an der Unterseite des Bootes zwei leicht unter dem Boden im Wasser hängende Schwimmer, die einen besseren Geradeauskauf ermöglichen.

    Bei verstautem Gepäck in den Schläuchen genügen 3 bis 4 Füllungen mit dem Blasesack und das Boot ist gut mit Luft gefüllt. Das Boot hat nach dem aufpumpen eine geschmeidige faltenarme Form. Nach einiger Zeit auf dem warmen Wasser in der prallen Sonne war es fast faltenfrei. Das erschien mir dann doch etwas zu viel des Guten und ich habe am flachen Ufer das Ventil eine Umdrehung geöffnet und etwas Luft entweichen lassen. Das sollte man sicher nicht mitten auf einem See machen,  denn man könnte schlimmstenfalls im Wasser sitzen wenn man zu weit aufgedreht hat. Bei einer minimalistischen Reise mit Tarp eignet sich das Boot auch bestens nach der Entnahme des Gepäcks und dem Wiederbefüllen des Bootes mit Luft als  regensichere Abdeckung des restlichen Gepäcks. Ich habe es mit einer Leine und zwei Heringen zusätzlich gegen Wind gesichert.

    Als Paddel habe ich mir das sehr leichte Anfibio Fly gegönnt. Ich war skeptisch als ich das Paddel zum ersten Mal in den Händen hielt, aber die Bedenken haben sich als grundlos erwiesen. Das Paddel liegt trotz seines geringen, nur etwa 25mm, Rohrdurchmessers gut in der Hand. Es werden keine Abtropfringe mitgeliefert, ich habe diese aber auch nicht vermisst. An der ersten Steckverbindung von Paddel und erstem Rohr ist eine ca. 1 cm lange Lücke die für ein sicheres abtropfen sorgt. Abtropfringe sind also aus meiner Sicht nicht nötig. Fazit: Ich bin restlos begeistert, sowohl vom RTC Nano XL als auch von meinem Rebel 2K.

    Der Campingstuhl den ich dabei hatte erwies sich im vollen ICE von Berlin nach Leipzig als segensreich, denn ich hatte ein großes Abteil allein für mich.

    Ach ja, ich habe mir ein Paar rote Kniehstrümpfe von der Reise mitgebracht. Wenn man schon eine lange Hose gegen Sonnenbrand an den Beinen mitnimmt, sollte man die Hosenbeine nach dem Einsteigenm ins Packraft auch wieder runter krempeln.

  • Dosse April 2024

    11.04. Anreise und Start

    Der Hunger auf kleine Abenteuer ist bei mir derzeit groß. Ganz genau kann ich nicht sagen warum das so ist. Ich glaube es liegt einfach daran, dass mir die letzten Ausflüge gut getan haben. Während der Zeit in der man in der Natur unterwegs ist, reduziert sich das Dasein auf das Wesentliche. Nachrichten bei denen die eine Katastrophenmeldung im Eiltempo von der Nächsten in kürzester Zeit abgelöst wird, kommen nicht an, das ist unglaublich wohltuend.

    Wir nahmen uns den 11.April als Starttermin für eine 3-tägige Paddeltour vor. „Wir“ das waren mein Sohn, Udo und ich. Nein, Udo ist nicht mein Sohn, er war der dritte Mitfahrer. Für die Tour brauchten wir nur zwei Boote, denn Udo kann nicht paddeln, er ist der Hund meines Sohnes. Ich war gespannt wie er sich auf dem Wasser anstellen würde. Bei meinen Ausflügen in den letzten Monaten war kein Termin dabei, bei welchem mein Sohn frei machen konnte. Deswegen freute ich mich umso mehr, dass es diesmal endlich geklappt hatte.

    Eine Woche vor dem Start schaute ich täglich nach dem Wetter, dann das kann einem im April schonmal in die Quere kommen. Anfangs sah es nicht so ganz toll aus, aber je näher die Zeit heranrückte, desto besser wurde die Vorhersage. In der Nachbetrachtung konnte ich resümieren, dass die Vorhersage des „Kachelmannwetters“ sehr gut stimmte.

    Nachdem meine letzte Bootstour auf den Feldberger Gewässern mit An- und Abreise durch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gut zu händeln gewesen war, wollten wir auch diesmal auf die gleiche Weise unterwegs sein. Unser Startpunkt in Fretzdorf war mit einem Regionalzug von Berlin aus sehr gut zu erreichen. Durch unsere beiden Packrafts war das Gepäck gut händelbar. Udo hatte seinen eigenen Rucksack. Er trug seine Verpflegung für die nächsten Tage selbst. Vom Bahnhof Fretzdorf bis zur Einsatzstelle an der Dosse waren es etwa 300m.

    Ach ja, wie kam ich auf die Dosse? Schuld daran war der Wasserwanderatlas. Der kleine Fluß fiel mir beim Durchblättern auf. Gelegen zwischen der unteren Havel im Westen und den Ruppiner Gewässern im Osten war das bisher für mich ein weißer Fleck. In einem Paddelforum kam der Fluß eher schlecht weg, es hieß, er sei wenig abwechslungsreich.

    Die Einsatzstelle hinter der Bahnlinie sah vielversprechend aus.. Wir bauten die Boote auf, verstauten das Gepäck und gegen Mittag konnten wir starten. Wir hatten uns keinen konkreten Zielpunkt vorgenommen, sondern wollten uns treiben lassen und schauen, was die Gegend uns anbieten würde.

    Der kleine Fluß ließ sich von Anfang an sehr schön und leicht paddeln, mit einer Strömung von ungefähr zwei bis drei Kilometern pro Stunde muss man nicht viel machen. Einzig der an allen drei Tagen herrschende Gegenwind bremste uns etwas aus. Nach einer Stunde machten wir eine erste kleine Pause, damit sich Udo ein bisschen bewegen konnte.

    Links und Rechts der Dosse gibt es meist Wiesen und auch etwas Wald. Ackerflächen sind seltener, weil es sich meistens um Feuchtwiesen handelt, die für Weiden genutzt werden. Auf den ersten sechs Kilometern gibt es drei Sohlgleiten. Das sind ehemalige Wehre die durch Schüttungen in kleine Stromschnellen umgewandelt worden sind. Im Wasserwanderatlas stand, dass diese bei gutem Wasserstand überfahren werden können. Der Pegel in Wusterhausen zeigte 53cm, als mittlerer Wasserstand werden für April 37cm angegeben. Wir konnten alle drei Stellen gut überfahren, das brachte ein kleines bisschen „Wildwasserfeeling“ in die ganze Sache.

    Nach sieben Kilometern erreichten wir das kleine Dörfchen Teetz. Gleich hinter der Brücke gibt es auf der linken Seite einen wunderschönen Rastplatz. Wir landeten an und kochten erst einmal Kaffee.

    Gegen 15 Uhr hätten wir in aller Ruhe weiter paddeln können. Wir sahen uns die Karte an und überlegten, wo der nächste Platz für eine Übernachtung sein würde, aber der Platz in Teetz war einfach zu schön um ihn einfach ungenutzt zu lassen. Es gab überdachte Sitzgelegenheiten, ein Gebäude das zum Kochen Windschatten bot, eine schöne ebene Wiesenfläche für die Zelte, viel Ruhe, ein Dorf in dem man sich Trinkwasser besorgen konnte und eine Feuerstelle. Kann man so viele Vorteile an einem Platz weiter Dosseabwärts finden? Um es vorweg zu nehmen, nein. Es gibt keinen besseren Rastplatz während der nächsten 25km. Wir beschlossen auf diesem Platz zu bleiben und unser Lager aufzuschlagen. Anschließend machten wir noch einen kleinen Spaziergang, um die Gegend zu erkunden. Bei einem freundlichen Dorfbewohner ließen wir noch unsere leeren Wasserflaschen füllen, machten ein kleines Feuer, quatschten noch eine Runde und legten uns relativ zeitig schlafen.

    12.04. Ein schöner Paddeltag

    Den nächsten Tag gingen wir sehr ruhig an. Ich stand 8:30 Uhr auf. Mein Sohn schlief eine Stunde länger. Wir frühstückten in aller Ruhe, trödelten noch ein bisschen beim Einpacken und kamen dann erst kurz vor Mittag wieder auf das Wasser.

    Vor uns lag die Dosse, die noch einige Wehre zum Umtragen für uns bereit hielt. Auffällig an diesem Flußabschnitt war, dass fast alle am Fluß stehenden Bäume im unteren Bereich von Bibern angenagt waren. Man kann das auf dem oberen Bild über meinem Boot erkennen. Im Laufe des Tages sahen wir dann tatsächlich zahlreiche Biber, zum Teil auch mit Ihren Jungen. Leider war ich schlecht vorbereitet um schnell zu Fotografieren, so dass ich keinen Biber auf ein Bild bannen konnte. Immer als ich soweit war, waren sie bereits in ihrem Bau verschwunden.

    Einmal sah Udo den Biber als erster und sprang ins Wasser. Er schwamm ans Ufer und lief dort aufgeregt hin und her. Als er sich etwas beruhigt hatte, konnten wir ihn wieder überzeugen ins Boot zu springen. Der Biber war zum Glück im Wasser viel schneller, das hätte sonst für Udo schlecht ausgehen können. Alles was er von seinem Ausflug mitbrachte, waren einige dutzend Kletten.

    Bei unserer weiteren Fahrt trugen wir die Boote an insgesamt sechs Wehren um. Es gibt keine ausgebauten Stellen zum Aus- und Einsetzen der Boote. Da war es sehr praktisch, dass ich mit Trockenanzug und Neoprenschuhen unterwegs war. So konnte ich an matschigen Stellen zuerst aussteigen und den anderen Beiden beim Anlegen helfen.

    Ein besonderes Erlebnis war eine riesige Koppel. Die Pferde waren neugierig und begleiteten uns ein Stück.

    An zwei Wehren waren in der Karte Rastplätze eingetragen. Diese Rastplätze gab es dort allerdings nicht. Deswegen entschlossen wir uns zum Weiterfahren und bauten unser Lager am siebenten Wehr des Tages, kurz vor Wusterhausen, auf. So konnten wir noch etwas Leckeres einkaufen und den Abend gemütlich am Feuer verbringen.

    13.04. Am Ende der Tour blauer Himmel und Sonnenschein

    Am nächsten Morgen weckte uns herrlicher Sonnenschein. Ich stand etwas eher auf und bereitete Holz für den Hobokocher vor. Man kann auch das Kaffeewasser entspannt mit einem Gaskocher heiß machen, aber am Morgen an einem kleinen Feuer sitzen und das Frühstück mit ein wenig Anstrengung vor zu bereiten, ist etwas anderes.

    Gegen 9:30 war alles wieder gepackt und es ging weiter. Es kam noch eine Stelle an der Treibgut den Weg versperrte und noch einmal umgetragen werden mußte. In Wusterhausen gab es noch ein paar kleine Stromschnellen und danach war entspanntes Paddeln bis nach Spiegelberg angesagt. Nach einer Stunde waren wir an der Eisenbahnbrücke angekommen. Dort ist eine Sperre im Fluß aufgebaut. Wir nahmen die Boote aus dem Wasser und packten unser Gepäck und die Boote zusammen. Zu Fuß ging es dann noch nach Neustadt zum Bahnhof. Ein wunderschöner kurzer Paddelausflug ging zu Ende.

    Zuhause angekommen merkte unser Hund sofort, dass auf meiner Isomatte ein Artgenosse gesessen haben musste.

    Die Dosse von Fretzdorf bis Neustadt ist auf jeden Fall eine Empfehlung. Sie führt durch schöne Wiesenlandschaft, die Gegend ist dünn besiedelt und man findet viel Ruhe. Mit größeren Booten wird das Umtragen natürlich anstrengender. Im Sommer ist der Wasserstand niedriger und man wird die Sohlgleiten treideln müssen, dafür sollte man Neoprenschuhe dabei haben. Für ein verlängertes Wochenende ist die Strecke ideal. Wenn man am ersten Tag in Fretzdorf gegen 15 Uhr beginnt, kommt man ganz in Ruhe auf dem wunderbaren Rastplatz in Teetz an. Der zweite Tag ist mit 20km, und dabei schöner Strömung, auch keine unüberwindbare Distanz. Dabei bieten die sechs Umtragestellen genug Möglichkeiten für eine Rast. Wir benötigten für die Strecke mit Pause und Kaffekochen ganz in Ruhe 7 Stunden. Am dritten Tag schafft man es locker zur Mittagszeit in Neustadt am Bahnhof zu sein. Ein eher sportlich orientierter Paddler schafft die ganze Strecke natürlich an einem Tag. Unsere Packrafts haben sich bei der Tour bestens bewährt, wir konnten mit dem Zug an- und abreisen und waren mit 3l Wasser und Essen für drei Tage bei jeweils 20kg. Beim Gewicht kann man sicher noch einsparen, aber ein kleines bisschen Bequemlichkeit darf es dann schon sein. Ein besonderes Erlebnis waren die zahlreichen Tiere an der Strecke.

    Die Dosse-Ableitung zum Kyritzer Obersee kann nicht gut befahren werden. Ein Anwohner aus Teetz sagte uns, dass der Obersee als „Stausee“ genutzt wird und im Frühjahr meist viel Wasser hat und deswegen der Zufluß über den Ableiter sehr klein gehalten wird. Auf mich wirkte der Ableiter wie ein kleiner Meliorationsgraben.

  • Küstrinchenbach März 24

    Ich hatte große Lust die Strecke von Feldberg nach Lychen, nachdem ich diese schon einmal vor 45 Jahren in entgegengesetzter Richtung gefahren bin, ja das ging damals noch, zu paddeln. Weil ich unbedingt den dazwischen liegenden Küstrinchenbach im Boot zurücklegen und die Strecke nicht umtragen wollte, musste ich zeitig im Frühjahr fahren. Der Küstrinchenbach darf nur ab einem Pegel von 30 cm befahren werden. Diesen Wasserstand hat der Bach immer nur im zeitigen Frühjahr, deswegen musste die Fahrt so zeitig im Jahr sein. Ich fand leider niemanden der mit mir im März paddeln wollte, weil es Allen die für so eine Tour in Frage kamen noch zu kalt war in dieser Jahreszeit. Mich hat das nicht abgeschreckt, zumal ich meinen Trockenanzug gern einmal intensiver ausprobieren wollte. Außerdem hatte ich mir vor der Madeira Tour einen Daunenschlafsack gekauft, so dass Übernachtungen bis etwa null Grad kein Problem sein sollten. Ohne Trockenanzug hätte ich die Tour nicht gemacht, weil im Falle des Kenterns das Wasser bei 10 Grad wohl keine guten Voraussetzungen bietet, um gesund an Land zu kommen.

    Wie bei meinen vorhergehenden Touren habe ich mich zeitig mit meiner Packliste beschäftigt. Nach zahlreichen Änderungen hatte ich mich letztendlich entschieden, nur den Hobokocher mitzunehmen. Ich kam letztlich auf ein Gesamtgewicht mit meinem Packraft von 14 kg. Als ich die ganzen Einzelgewichte zusammengerechnet hatte, war ich selbst sehr erstaunt, dass ich mit Klamotten, Kochutensilien, Lebensmitteln, Rucksack, diversen Kleinkram und Boot bei diesem Gewicht gelandet bin. Das Trinkwasser für die Tour kam natürlich noch dazu.

    Der Bus fuhr pünktlich los. Weil ich in Neustrelitz genug Zeit hatte, habe ich mir dort noch zwei Flaschen Wasser gekauft. Diese 3 kg kamen natürlich noch bei den 14 kg oben drauf.

    Gegen 13 Uhr kam ich in Feldberg an. Um die verlorenen zwei Stunden etwas zu kompensieren bin ich ein Stück der ersten Strecke am Schmalen Luzin in Richtung Süden gelaufen. Dort gibt es eine kleine Fähre und dieser Anleger sollte mein Startpunkt werden. Obwohl es noch außerhalb der Saison war, traf ich dort den Fährmann der sich wunderte, warum ich so zeitig im Jahr dort paddeln wollte. Nach meiner Erklärung wünschte er mir eine schöne Tour und fuhr wieder nach Hause, er hatte nur nachgesehen, ob auf seinem Gelände alles in Ordnung war.

    Das Aufbauen und das Verstauen des Gepäcks dauerte etwa eine viertel Stunde. Dann konnte es endlich aufs Wasser gehen.

    Endlich konnte es losgehen. Es war bewölkt und der Wind wehte leicht von vorn. Glücklicherweise war es zu wenig um ernsthafte Wellen aufzubauen.

    Da hatte ich mich wirklich dämlich angestellt. Ich hatte das kleine Stativ etwas höher gestellt, damit die Kamera über den Packsack „sehen“ konnte. Das hätte ich einfach lassen sollen. Fünf Sekunden später fiel sie ins Wasser. Deswegen geht es ab jetzt mit Bildern vom Handy weiter.

    Die Bäk als Übergang zum Carwitzer See ist ein kleiner Bach dicht mit Bäumen bewachsen. Die erste Umtragestelle ist dann auch schon mitten im Dorf Carwitz. Ich konnte gut aussteigen, das Boot heraus nehmen, die Packsäcke abschnallen und dann alles über die Straße auf die andere Seite tragen. Man landet dabei mitten im Dorf an einem schönen Rast- und Spielplatz.

    Direkt an dieser Stelle konnte ich nicht wieder einsetzen, das schnell strömende Wasser war zu flach, selbst für mein Packraft mit seinem geringen Tiefgang. Vielleicht bin ich auch einfach ein bisschen zu schwer um den wenigen Tiefgang des Bootes optimal zu nutzen.

    Ich trug meine Ausrüstung etwa 100 m weiter direkt an den Carwitzer See. Den durchpaddelt man nur ein sehr kleines Stück bis zu einer von Schilf bewachsenen Durchfahrt die zum Dreetzsee führt. In dieser Durchfahrt hatte die Kamera dann ihren Schwimmkurs. Bis Heute konnte ich ihr übrigens noch kein zweites Leben einhauchen trotz intensiver Trocknungsbemühungen.

    Mit einigem Frust im Bauch durchquerte ich den Dreetzsee. An dessen Ende war eine Umtragestelle über einen Campingplatz. Ich wußte, dass der Platz im März noch nicht geöffnet hatte und hatte dennoch vor, dort mein Zelt aufzubauen. Als ich aus dem Boot stieg um die Lage zu peilen sah ich, dass jemand in der Rezeption war. Der Platz ist riesig und mit zahlreichen Dauercampern belegt. Ich fragte sehr freundlich beim Platzwart, der offensichtlich auch außerhalb der Saison auf seinen Platz aufpasst, nach, ob ich eine Nacht dort unten am See übernachten dürfe. Er wand sich und meinte, dass die Sanitäranlagen ja auch noch nicht geöffnet hätten und wollte mir seine Erlaubnis nicht geben. Ich gebe zu, dass ich mächtig sauer war. Er empfahl mir mein Zelt nach der Umtragung unten am Krüselinsee aufzubauen, da sei ein kleines Wiesenfleckchen wo ich gut mit meinem Minizelt stehen könne. Ich trug alles auf die andere Seite. Schnell stand fest, dass ich direkt hinter zwei Schildern, die das Naturschutzgebiet auswiesen, nicht mein Zelt aufstellen und den Hobokocher anschmeißen würde.

    Inzwischen dämmerte es schon mächtig, es war gegen halb sechs. Ich entschied, weiter zu fahren. Der Krüselinsee lag vor mir, einer der saubersten und klarsten Seen in der Gegend. Nach einer knappen Stunde kam ich am anderen Ufer, der Krüseliner Mühle an. Dort gibt es keinen Biwakplatz und auch sonst fand ich keinen gescheiten Platz für mein Lager. Ich beschloß unzutragen und hoffte am Kleinen- oder am Großen Mechnowsee ein Plätzchen zu finden.

    Ich setzte hinter dem Wehr der Krüseliner Mühle wieder ein. Es war dort sehr matschig und sumpfig und vor Allem zu flach und das Fließ von zahlreichen umgefallenen Bäumen versperrt. Hier kam ich nicht weiter. Also: Schuhe und Socken aus, Hose hochkrempeln, Neoprenschuhe an, raus aus dem Boot und das ganze Gerödel 30m durch den Sumpfstreifen tragen. Was soll ich sagen, das hatte ich mir etwas einfacher vorgestellt. Zuerst wollte ich das ganze Boot mit Gepäck zum Waldrand schaffen, aber da ich bei jedem Schritt bis zum Knie im Modder versank, trug ich die Packsäcke und das Boot jeweils einzeln. Hier muß ich mir wieder einmal vornehmen, auch in solchen Situationen, das Fotografieren nicht zu vergessen. Ich sah aus wie ein Wildschwein was gerade seiner Suhle entstiegen ist. Jetzt musste ich mir etwas einfallen lassen, es war halb acht und dunkel. Sicher hätte ich in der Nähe irgendeinen Platz gefunden auf dem ich mein Zelt hätte aufbauen können, aber irgendwie war dieser Flecken Erde bei mir gerade durchgefallen. Ein kurzes Kartenstudium verriet, dass es zu Fuß durch den Wald etwa 6 km bis zur Kolbatzer Mühle waren. Dort gibt es einen Biwakplatz. Der Entschluß stand fest, ich ließ die Luft aus dem Boot packte den Rucksack und gegen acht Uhr lief ich los. Es war stockfinster und ich war vorher noch nie nachts mit Kopflampe und Gepäck unterwegs gewesen. Aber ungeachtet dessen, meine Laune besserte sich mit jedem Schritt und nach einer guten Stunde war ich am Ziel.

    Ich habe in der Nachbetrachtung zu diesem sehr wechselvollen Tag festgestellt, dass es wichtig ist, sich in einem Zustand des Frusts, der Niedergeschlagenheit und einer gewissen Ausweglosigkeit (letzteres ist natürlich etwas übertrieben) einen Plan zu machen, eine Entscheidung zu treffen und die Sache dann neu anzugehen. Das mobilisiert den Körper und den Geist zu nicht geahnter Zähigkeit. Lasst Euch nie unterkriegen.

    Am Morgen waren die Strapazen des vergangenen Tages wie weggeblasen. Der Tag versprach Sonnenschein und ich machte mich daran das Frühstück zu bereiten. Der Biwakplatz ist sehr groß, es gibt mehrere Feuerstellen, mehrere Unterstände und auch einige Schutzhütten. Ich sammelte Holz und kochte mir auf dem Hobokocher Kaffee und bereitete mir mein morgendliches Porridge. So kann man einen Tag beginnen.

    Gegen 9:30 Uhr hatte ich alles wieder zusammengepackt, das Boot stand am Fließ und es konnte jetzt weitergehen. Die kurze Strecke bis zur Schreibermühle war bereits recht anstrengend, weil aller 20 bis 50 Meter wieder Baumstämme im Wasser lagen, man musste umtragen oder das Boot darüber heben. Der Mechowbach hatte dann aber glücklicherweise auch ein Ende

    Jetzt musste nur noch die Schreibermühle als letztes Hindernis zum Großen Küstrinsee umtragen werden und nun war ich meinem eigentlichen Ziel, dem Küstrinchenbach, schon sehr nahe gekommen.

    Die Strecke über den großen küstrinsee war nicht sehr lang und so kam ich bald in einen breiten Kanal, der zur Küstriner Mühle führte. Alle Signale standen auf go.

    An der Hinweistafel gab es einen Aushang an welchem stand, dass man den Bach mit Vorsicht befahren sollte und auf jeden Fall die zahlreichen Biberburgen weiträumig umtragen soll. An einigen dieser Biberburgen standen dann auch noch extra Hinweisschilder. Der Anfang des Bachs war sehr harmlos. Noch wenigen hundert Metern musste man allerdings immer öfter aus dem Boot raus und entweder treideln, weil das Wasser zu flach war, oder man musste das Boot umtragen, weil irgendwelche Bäume oder Biberburgen im Weg lagen. Es war ringsherum eine wunderschöne Natur und ich brauchte für die etwa 4 km drei Stunden.

    Eine letzte Biberburg war noch zu umtragen, und ich konnte vor mir den Biwakplatz Fegefeuer endlich sehen. Es war noch rechtzeitig am Tag, aber das war auch gut so, denn alle Dinge die ich im Boot unverpackt liegen hatte, waren völlig durchnässt. Das lag an meiner Technik wie ich in das Boot, wenn ich auf dem Fließ war, ein- und ausgestiegen bin. Die besten Ergebnisse hatte ich erzielt indem ich mich bei einer Wassertiefe von ungefähr 30 cm mit dem Rücken an das Boot gestellt habe und mit einem kühnen Satz nach hinten auf den Sitz gesprungen bin und danach die Beine ins Boot geschwungen habe. In dieser Disziplin hatte ich mittlerweile eine gewisse Perfektion erreicht. Es gab lediglich den unangenehmen Nebeneffekt, dass bei jedem Sprung mindestens ein Liter Wasser mit über Bord kam. Da sammelt sich nach dem zehnten Sprung so einiges an. Mir selbst konnte das Wasser nichts anhaben, denn ich hatte meinen Trockenanzug an und an den Füßen zusätzlich noch Neoprenschuhe. Meine normalen Straßenschuhe hatte es dagegen arg erwischt, denn ich hatte sie hinter die Sitzlehne gesteckt und sie waren randvoll mit Wasser. Deswegen machte ich nach meiner Ankunft um 15 Uhr nach dem Zeltaufbau als erstes Feuer um die Chance zu haben, die Schuhe bis zum nächsten Morgen irgendwie trocken zu bekommen.

    Am nächsten Morgen stand ich um 6 Uhr auf, machte mir kein Frühstück, denn mein Bus in Lychen sollte um 10 Uhr fahren. Ich war wirklich sehr schnell mit dem Einpacken, so dass ich schon um 7 Uhr los paddeln konnte. Der Weg nach Lychen, es waren etwa 3 km, dauerte höchstens eine Stunde, so dass ich viel zu zeitig da war. Ich zog mich um, packte meine Sachen in aller Ruhe zusammen, suchte mir einen Bäcker, machte dort ein wunderbares Frühstück, und als ich den Bus bestieg, fing es an zu regnen. So nahm mein kurzer Ausflug ein wunderbares Ende, das Wetter hat bis zuletzt richtig schön durchgehalten und es war trotz einiger Schwierigkeiten ein wunderbares Abenteuer.