Autor: admin

  • Die Vorbereitungen

    Die Vorbereitungen

    Dass ich den Rucksack zum Gassi gehen gehen mitnehme sagte ich ja schon. Im Moment trage ich da ungefähr 15 kg spazieren. Und wer von euch jetzt gerade fragen möchte woher ich das so genau weiß? Ganz einfach, ich habe es gewogen. Nein, ich habe es natürlich nicht im ganzen gewogen, das wäre viel zu einfach. Ich habe alles was ich brauchen könnte selbstverständlich einzeln gewogen und in eine wunderbare Excel-Tabelle eingetragen. Da kriegt man auch ganz genau raus was das Gepäck am Ende wiegt.

    Wenn die Reisevorbereitungen dann konkreter werden, merkt man relativ schnell, welches Gepäck man lieber nicht mitnehmen sollte, damit man nicht sein eigenes Körpergewicht noch einmal im Ganzen mitschleppen muss. Wenn man sich im Netz umschaut und umhört bekommt man meistens die Information, dass das Gepäck etwa 20% des eigenen Körpergewichts betragen sollte (ich muss unbedingt abnehmen). Ich habe mir vorgenommen, dass es auf keinen Fall mehr als 18 kg sein sollen die ich mitschleppen werde. Jedes Gramm weniger ist am Ende natürlich ein Gewinn. Es ist interessant zu sehen, was der eine oder andere Ausrüstungsgegenstand so auf die Waage bringt. Da macht es dann schon einen Unterschied, ob man das kleine Edelstahl Kochgeschirr mitnimmt oder nur einen kleinen Titantopf, dass sind dann eben mal 500 g.

  • Mallorca – der Plan

    Mallorca – der Plan

    Wie ich bereits an andere Stelle schrieb war durch meine langwierigen Rückenprobleme 2022 noch Einiges an Urlaub da. Zusammen mit ein paar aufgelaufenen Überstunden habe ich jetzt Anfang 23 noch fünf Tage zur Verfügung. Die wollen bis Ende März noch verbraten werden. Wie schon bei unsere Reise nach Madeira benutzte ich die Funktion wandern im Februar bei Google. Da kam prompt wieder Madeira. So einfach war die Angelegenheit also nicht. Ich musste schon recht lange blättern bis ich auf Mallorca stieß. Das Zauberwort war GR 221, ein Fernwanderweg. Das war die Lösung meiner Sehnsucht. Gut die echten Outdoorfreaks machen im Januar eine Bagpacking Tour durch den Bayrischen Wald mit 8kg Gepäck, aber soweit bin ich noch nicht. Ich hatte dann später zwar gelesen, dass es im Gebirge auf Mallorca auch Frost im Februar geben kann, aber da war der Flug schon gebucht.

    Gut, wenn ich mir was vorgenommen habe, dann bremst mich so schnell niemand aus. Outdooractive, eine Seite auf der man gut Touren vorbereiten kann wurde aufgerufen und mal geschaut, was es da so für Möglichkeiten gibt. Dann ging es ruckzuck. Die Tour wurde in Abschnitte aufgeteit und ich stellte schnell fest, dass ich in einer Woche die ganze Tour nicht bewekstelligen konnte ohne ab sofort mit täglichem Training zu beginnen. So fleißig bin ich dann doch nicht und deswegen habe ich die Tour auf die Hälfte reduziert. Nach der jetzigen Planung sprechen wir über 68,5km, das sollte ich mit Training 2 – 3 mal pro Woche hinbekommen. Meine Frau ist eine ganz Liebe und so hält sie es für völlig normal, dass ich zu einer Gassirunde mit dem Hund einen 15kg Rucksack mitnehme, indem noch nicht mal eine Tüte für die Hundekacke ist.

    Ok, noch einmal kurz zu Outdooractive, als ich die Hütten für die einzelnen Abschnitte gebucht hatte fiel mir auf, dass Jeder die Tour in umgekehrter Richtung macht… na und, bin ich Jeder?

  • Doch noch segeln, zumindest ein bisschen

    Doch noch segeln, zumindest ein bisschen

    Spätestens mit dem Verkauf des Segelbootes hatte sich das Segeln auf eigenem Kiel Ende 2021 erledigt. Deswegen überlegte ich mir im Herbst wie es weitergehen könnte. Den Bootsführerschein den sogenannten SBS hatte ich schon vor einigen Jahren gemacht und vor kurzem war auch der SKS, der erweiterte Segelschein, in meinem Besitz. Es kam also der naheliegende Gedanke auf ein Boot zu chartern. Ich suchte mir ein nicht allzu großes Segelboot in Stralsund und schloß einen Chartervertrag ab. Anfang 2022 meldete sich dann meine Halswirbelsäule, und es fühlte sich genauso an wie 8 Jahre vorher als ich schon einmal Probleme ähnlicher Art hatte. Das Chartern stand auf der Kippe.

    Es kam wie es kommen musste, der Mai rückte immer näher und ich war immer noch krank. Die Segeltour fiel aus und ich hatte nur noch eine Chance, 2022 zu segeln, denn ich hatte mich im September für einen Mitsegeltörn von Stralsund nach Holland angemeldet. Gott sei dank, diesmal kam nichts dazwischen, ich konnte mitsegeln, es war ein wunderbarer Törn, die Leute waren auch völlig okay und ich hatte 2022 wenigstens eine Woche segeln.

    Als ich dann wieder zu Hause war, begann ich zu grübeln und mir zu überlegen, dass es ja wohl nicht sein könne dass ich mich ein ganzes Jahr auf zwei mal eine Woche Segeln, den sommerlichen Urlaub freue und zwischendurch für Unternehmungen einfach zu träge bin. Das Zauberwort hieß Microabenteuer. Über den youtube Kanal von Kai Sackmann konnte ich sehen wie viele Möglichkeiten es gibt einen Tag oder ein Wochenende in der Natur zu verbringen, mit dem Boot zu fahren, zu wandern oder sich sonst irgendeine Aktivität vor zu nehmen. Das entscheidende daran war: Man muß es nur machen.

  • Etwas Gutes hatten die „Maßnahmen“

    Etwas Gutes hatten die „Maßnahmen“

    Die Corona Logdowns waren im Rückblick gesehen schon unglaublich. Einigkeit und Recht und Freiheit heißt es so schön in unserer Hymne. Davon war plötzlich nicht mehr viel übrig geblieben. An die Stelle des Bundestages in dem gewählte Abgeordnete Gesetze mit Mehrheiten beschließen trat etwas, was unsere Verfassung nicht vorsieht: Die MPK. Ministerpräsidentenkonferenz, was für ein schönes langes Wort. Dazu kamen dann eine Hand voll Experten. Dort durften nicht alle mitmachen, man mußte wohl schon eine recht strenge Linie vertreten um in das Expertengremium zu kommen. Am Anfang war die strenge von Angst getriebene Linie verständlich. Ich hatte schließlich „Das letzte Gefecht“ von Steven King gelesen. Ich wußte was passiert wen 99.9% aller Menschen auf der Welt sterben und ich wollte natürlich bei den 0,1% Überlebenden sein.

    Als sich dann immer mehr hersusstellte, dass Steven King Unrecht gehabt haben mußte und das Verhältnis anders herum war, jedenfalls in etwa, kamen auch bei mir Zweifel auf, ob es einer Regierung zusteht alte Menschen in einem Heim monatelang in Einzelhaft zu nehmen. Im Rückblick ist es schon unvorstellbar wie lange wir alle das zugelassen haben und wie viele alte Menschen an Einsamkeit gestorben sind. Wir müssen echt daran arbeiten uns vom Untertan Heinrich Manns zu befreien, sonst nimmt es demnächst wieder ein böses Ende mit uns.

    Was das denn bitteschön mit unterwegs sein zu tun hat? Verzeiht mir diesen Exkurs, aber die Gedanken in der Badewanne gehen manchmal spazieren. Dann will ich jetzt wieder auf den richtigen Pfad zurück kommen, denn Abkürzungen zu nehmen ist nicht immer kürzer. Jedenfalls hatten die Logdowns den Vorteil dass unsere Kinder teilweise vom Studium nach Hause kamen, die Familie wieder vereint war und enger zusammen rückte, obwohl zusammenrücken natürlich auf dem Index stand. Die eingeschränkten Möglichkeiten mit Freizeit etwas anderes als vorm Computer hocken anzufangen förderte das Wandern weit nach oben und wir merkten wie gut uns das tat.

  • Dann blieben wir alle zu Hause

    Dann blieben wir alle zu Hause

    Im Winter 2020/2021, den wir alle im Wesentlichen kollektiv zu Hause verbringen durften, hatte ich die schwachsinnige Idee eine 28„ große Granada an der Müritz inclusive Liegeplatz zu kaufen. Mit all den falschen Argumenten, der Eine oder Andere kennt so etwas vielleicht, hatte ich mir das so schön geredet, dass ich daran glaubte und garnicht mehr anders konnte, als das durch zu ziehen. Die Kritiker des Vorhabens hatten alle keine Ahnung. Tja, warum sollte ich klügere Entscheidungen treffen als hoch dotierte Politiker. Alle sorgfältig abgewogenen Argumente sprachen für mich:

    • so weit ist das ja garnicht, die 300 km sind doch schnell gefahren
    • du bist ja nur im Nebenjob Kantor, da wirst du dir immer mal einen Sonntag freischaufeln
    • der Liegeplatz am Zwenkauer See ist eigentlich blöd, viel zu klein für deine Segelambitionen
    • da kannst Du das 21„ Boot verkaufen

    OK, das Boot, eine Pretty 21 die vorher am Zwenkauer See lag war wirklich schnell verkauft. Jeder versuchte irgendwas zu bekommen, um seinen Urlaub auf irgendeine schöne Art im Lande zu verbringen. Das ging zum Glück auch dieses mal ohne Verluste ab. Der Liegeplatz war auch schnell gekündigt, die Warteliste für den See war länger als eine Rolle Klopapier. Den Liegeplatz konnte ich mir also für die nächsten 100 Jahre abschminken. Sonntage hatte ich sehr viel frei am Anfang des Jahres 2021, das hatte schon mal gut geklappt. Es gab da nur ein kleines Hindernis: Die Mecklenburger wollten keinen Besuch haben. Die Landesregierung hatte bis Anfang Mai Schengen einfach ausgesetzt. Als man dann wieder einreisen durfte, waren bei uns auch Gottesdienste wieder erlaubt. Weil dort auch lange nichts stattgefunden hatte, gab es verstädlicherweise eine Menge Dienste nach zu holen. Und zuletzt, machen wir uns nichts vor, 300km sind 300km.

    Das Ergebnis war, dass ich das Boot, was auf dem Land stand, an einem Wochenende angefangen hatte aufzumotzen und das war es dann auch an Bootsaktivitäten im Jahr zwei der Pandemie. Das muss man erst einmal hinbekommen, wirklich alles falsch zu machen. Vielleicht sollte ich gelegentlich mehr auf meine Frau hören (hoffentlich überliest sie das).

    Noch dämlicher als ich war nur der Verkäufer, bei dem ich das Segelboot erworben hatte, er kaufte es von mir zurück. Er hatte wohl auch auf niemanden gehört, ich fand die Verkaufsanzeige ein halbes Jahr später auf Ebay-Kleinanzeigen.

  • Wandern? Na wenn’s unbedingt sein muss…

    Wandern? Na wenn’s unbedingt sein muss…

    Es sollte unbedingt ein Segelboot sein, es war auch schon häufig eines. In der Jugend versuchte ich es mit dem Faltboot. Es gab da kleine Segel dazu und bei der richtigen Windrichtung kam man auch ein bisschen voran. Während der Abizeit war ich zwei Tage bei mein Cousin in Rathenow. Ich segelte ein Wochenende auf seinem 15er Jollenkreuzer mit, das hat mich dann schon irgendwie angefixt. Jahre später, schon nach der Wende, kam dann ein Segelfaltboot Delphin 140 ins Haus. Das war dann schon ein richtiges, eigenes, kleines Segelboot. Viel genutzt haben wir es nicht. Dann kamen und gingen nach und nach weitere Segelboote. Es waren allesamt Kajütboote, das Wochenende in Rathenow hatte da wohl sehr früh die Weichen in diese Richtung gestellt. Wandern und wenn’s geht noch weit, das stand nicht auf der Agenda, dann vielleicht eher noch Radfahren.

  • Meine Frau kann ein Lied davon singen

    Ich bin recht vielseitig interessiert. Wenn mir Idee über den Weg läuft die meine Neugier weckt, werde ich mich umgehend damit beschäftigen. Das können sehr unterschiedliche Dinge sein. Beispielsweise könnte man mal ein neues Musikinstrument lernen oder Boot fahren, das macht auch irgendwie Laune. Manchmal stellen sich aber auch wichtige Fragen die Antworten erfordern. Trägt Dich der Job den Du seit 20 Jahren machst noch weiter? Möglicherweise stellt sich dann diese Frage nach ein paar Jahren erneut.

    So kommen immer wieder große und kleine Dinge auf mich zu, die angepackt werden wollen. Die großen Fragen sollen hier keine Rolle spielen, auch wenn man das vorher nie mit Sicherheit sagen kann. Ich glaube das Kind in mir ist noch da und die Neugier packt mich mal wieder, das ist für die Lieben um mich herum nicht immer einfach, meine Frau kann ein Lied davon singen…