Ende August 2026 hatte ich eine Weiterbildung in Freiberg. Schnell wuchs der Gedanke den Freitag frei zu nehmen und endlich mal auf der Elbe zu paddeln.
Nach getaner Weiterbildung fuhr ich nach Meißen. Dort hatte ich mich telefonisch beim „SG Kanu Meißen e.V., Plangasse 7, 01662 Meißen“ angemeldet. Ich wurde dort sehr herzlich empfangen. Ein kleines, feines Vereingelände mit Blick auf die Elbe und den Dom. Der Platz ist ganz hervorragend geeignet eine Tour zu beginnen. Ein Discounter und die Bahnstation sind in fünf Minuten zu erreichen. Wer in die Altstadt bummeln gehen möchte, braucht nicht länger als zehn Minuten um über die Elbbrücke dorthin zu kommen.
Die Abendsonne schien herrlich auf die Zeltwiese und ich konnte den Tag ganz entspannt ausklingen lassen
Am nächsten Morgen fuhr ich nach dem Frühstück mit allem Gepäck mit der S-Bahn nach Bad Schandau. Die Bahn fährt aller 30 Minuten und so musste ich mir keinen Strass machen, denn es gab ja ständig eine neue Möglichkeit los zu fahren. Ich hatte das Anfibio Rebel 2K dabei und war auch darüber hinaus ultraleicht unterwegs.
Nach dem Aufblasen des Bootes ging es bei strahlend blauem Himmel los. Auf der parallel zur Elbe verlaufenden Bahnstrecke wurde ich das Gefühl nicht los, dass irgendein Zug immer gerade auf den Schienen unterwegs war.
Die Elbe fließt recht zügig. So kam ich trotz der geringen Länge des Packrafts ordentlich voran. Auf der ganzen Fahrt bis Pirna kam mir nur ein einziger Ausflugsdampfer entgegen. Der Wasserstand war zu der Zeit so niedrig, dass die Schifffahrt im Wesentlichen eingestellt war.
Ursprünglich wollte ich noch zwei Tage lang durch Dresden und weiter bis Meißen paddeln. Nachdem ich in Pirna das Wetter für die kommenden Tage gecheckt hatte, entschloss ich mich in Pirna zusammen zu packen, mit der S-Bahn zurück nach Meißen zu fahren und den Heimweg anzutreten. Bei dem angesagten heftigem Dauerregen hatte ich Bedenken, meine Fotoausrüstung unnötig der vielen Feuchtigkeit auszusetzen. Die Ansichten Dresdens von der Elbe aus muss ich einfach verschieben.
Zuhause angekommen begann auch schon der große Regen, der das ganze Wochenende anhielt.
Goethe hat es schon gewuß und bestimmt auch sehr viele vor und nach ihm. Nachdem ich sehr lange nichts geschrieben habe, versuche ich es mal wieder. Es ist tatsächlich nicht so, dass ich im letzten Jahr nicht unterwegs gewesen bin, aber nach Schreiben war mir nicht der Sinn.
Vor zwei Wochen waren sehr heiße Tage und man hatte keinerlei Lust draußen etwas zu unternehmen. Um nicht völlog in Lethargie zu verfallen nahm ich mir vor am Wochenende vor Sonnenaufgang aufzustehen und den Sonnenaufgang am See zu erleben. Immerhin waren am Morgen nur 23°C, das wollte ich nutzen. Ich war mir nicht sicher wer beim Klingeln des Weckers um halb vier gewinnen würde, das kuschelige Bett oder der Unternehmungsgeist. Na ja, einmal im Bad zum Toilettengang angekommen siegte der Wille ein kleines Abenteuer zu erleben.
Der Rucksack war gepackt und hinaus ging es in die blaue Stunde. Es ist eigentlich immer das Gleiche, wenn die ersten Schritte getan sind, überkommt mich große Freude losgegangen zu sein. Ist der innere Schweinehund erstmal besiegt kann mir nichts mehr aufhalten.
Bis zum See laufe ich ungefähr eine halbe Stunde. Wunderbarer Weise ist genau auf der gegenüber liegenden Seite Osten. Während ich das neue Packraft aufblies, ließ ich den Horizont nicht aus den Augen. Kurz bevor sich das erste Zipfelchen der Sonne über dem Horizont zeigte änderten sie die Farben fließend. Es waren alle Farben vertreten die irgendwie mit Rot und gelb verwand sind. Der Wind war noch nicht erwacht und so spiegelte sich das Schauspiel noch einmal auf der Wasseroberfäche.
Das Packraft, ein Anfibio Omega C2 (+), war fertig aufgeblasen und die morgendliche Paddelrunde konnte beginnen. Auf dem menschenleeren See stellte sich das Gefühl ein, was ich häufig empfinde wenn ich sehr zeitig den Tag während einer Tour draußen beginne, ich bin gerade der einzige Mensch auf der Welt. Die Stille wurde nur durch das Gurgeln des Wassers beim paddeln unterbrochen, ein paar Vögel waren vom Ufer her auch zu hören. So einen Tagesanbruch müßt Ihr Euch unbedingt auch mal gönnen.
Abendstunde bringt Ruhe im Bunde.
Als ich wieder zu Hause war und sogar pünktlich zum Frühstück erschienen bin, war ich ein bisschen stolz auf mich. Glücksgefühle kann man nicht kaufen, die muss man sich erarbeiten.
Nachdem das mit dem Morgen so wunderbar funktioniert hatte, nahm ich mir als Nächstes „Paddeln in den Sonnenuntergang“ vor. Mit dem Tag selbst bei über 35°C war nicht sehr viel anzufangen. Alle, so auch ich, versuchten irgendwie der Hitze zu entgehen. Am Abend konnte ich sogar meine Frau und meine Tochter für den Ausflug überzeugen. Wir packten ein zweites Packraft ein und startenen gegen neun. Es hatte noch nicht so richtig abgekühlt und wir entschieden und für die Fahrt mit dem Auto. Am See waren trotz der fortgeschrittenen Stunde mehr Leute als ich je zuvor dort gesehen habe. Die Boote waren zügig aufgeblasen und wir fuhren ein Stück auf den See hinaus. Der Sonnenuntergang zeigte sich von seiner besten Seite. Im Westen waren über dem Horizont einige Wolken aufgezogen, so dass es bereits vor dem eigentlichen Sonnenuntergang schon recht dunkel war und die Wolken in den herrlichsten Farben strahlten.
Später legten wir noch kurz an um zu baden, danach wurde zusammen gepackt und es ging wieder nach Hause. Auch eine solche kurze Abendtour kann ich Euch nur ans Herz legen, einach mal machen.
Vom Abend(b)rot zum Morgenrot: Eine Übernachtung im Zelt.
Eine Woche später, das Wetter hatte sich wieder angenehm abgekühlt, zog ich zu einem neuen kleinen Abenteuer los. Der Rucksack war gepackt mit Boot, Isomatte, Zelt, Schlafsack, Kocher, etwas zu Essen, Wasser und Kleinkram. Das Abendessen am Freitag lies ich aus und ging gegen halb sieben los. Auch hier galt es den kleinen, faulen Schweinehund zu überwinden. Aber wie bereits geschrieben, nach den ersten Schritten weiß man, dass es die richtige Entscheidung ist.
Die Abendsonne und die Weite der Felder lassen mich herrlich durchatmen. Am See angekommen sah ich, dass der Wind doch noch recht kräftig blies.
Ich schätze es waren 4 Beaufort. Wenige kleine weiße Schaumkronen waren zu sehen. Glücklicherweise wehte es schräg von hinten, so dass mich der Wind beim Paddeln unterstützte. Ich glaube gegen an wäre ich umgedreht, immerhin sind es fünf ein halb Kilometer bis zum Biwakplatz. Nachdem ich erst ohne Schwimmweste gestartet bin, fuhr ich nach einem Drittel der Strecke ans Ufer um das Teil an zu legen, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste wie man so schön sagt. Wenn man sich aus irgendeinem Grund plötzlich im Wasser wiederfindet ist irgend etwas verdammt schief gegangen. Da ist es beruhigend, wenn man schonmal ohne große Anstrengung oben schwimmt. Die Überfahrt war dann doch unspektakulär und ich kam noch vor Sonnenuntergang auf dem Biwakplatz an.
Der Sonnenuntergang war dann nicht halb so spektakulär wie eine Woche zuvor, aber Abends noch etwas draußen zu kochen ist dennoch eine schöne Sache. Nach zwei ein halb KIlometern zu Fuß und über fünf Kilometern im Boot, das Abendessen zu Hause hatte ich ja ausgelassen, hatte ich auch Hunger. Als es dunkel war bin ich dann auch bald in mein Zelt gekrochen und habe schnell geschlafen.
Kurz nach fünf stand ich auf und packte leise, auf dem Platz hatten auch einige Radfahrer übernachtet, meine Sachen zusammen. Eine halbe Stunde später war ich auf dem Wasser und es ging die gleiche Strecke wieder zurück. Ich schaffte es sogar wieder pünktlich um halb neun zum gemeinsamen Frühstück mit der Familie, alles richtig gemacht.
Die Geschichte meiner Geburtstagsreise, 21.11. – 28.11.2024 war noch nicht aufgeschrieben als ich zwei Monate später eine zweite Reise nach Madeira unternommen habe. Jetzt ist auch der Bericht der Reise vom November 2024 fertig und aktualisiert. Was die „Körperfresser 2“ mit der Nacht vom 25. auf den 26. November, meinem Geburtstag, zu tun haben, erfahrt Ihr hier.
Meine Woche in Madeira ist schon wieder zu Ende. Ich glaube ich habe einiges über mich herausgefunden. Wenn ich keinen Begleiter habe, ist mir eine Woche auf einsamen Plätzen doch ziemlich öde.
Da war das Mietauto einerseits ein großer Gewinn auch wenn es andererseits ein bisschen faul gemacht hat. Für das Fotografieren war es eine tolle Erleichterung, weil ich immer das Equipment, was ich nicht brauchte, im Auto lassen könnte.
Es hat mir auch großen Spaß gemacht über die zahlreichen Biwakplätze berichten zu können, um so vielleicht dem einen oder anderen eine Hilfe bei der Etappenplanung an die Hand zu geben. Hier nun auch zu guter Letzt noch die Beschreibung des Campingplatzes kurz vor Porto Moniz.
Parque de Campismo
Soviel ich weiß ist der Campingplatz in Ribeira da Janela der Einzige auf Madeira. Es ist gut gepflegt und sehr schön ausgestattet. Die Preise sind Stand Januar 2025 sehr moderat. Ein Zelt bis 4 m² kostet 3Euro/Nacht, eine Person kostet 3Euro/Nacht. Da kann man nicht meckern. Es gibt überdachte Sitzgelegenheiten, Grillmöglichkeiten, saubere WC-s , Duschen, WLAN und natürlich schöne ebene Stellplätze. Ein Bach fließt direkt vorbei in den Atlantik.
Der Platz ist ein guter Ausgangspunkt für die Erkundung der westlichen Insel, dabei ist es hilfreich ein Leihauto dabei zu haben. Allerdings kann man auf der Insel auch gut trampen. Um den östlichen Teil der Insel zu erkunden ist der Platz weniger geeignet.
Duschen vorhanden, Warmwasser von 19 – 21 Uhr und von 9 – 10 Uhr
WC vorhanden und sauber, Wasserspülung
Feuer- oder Grillstellen vorhanden
Steckdosen vorhanden (meine Powerbank steck immer noch drin)
Es gibt gute Straßenanbindung über die VE2
Müllkübel sind vorhanden
So, meine Reise ist zu Ende, es geht wieder nach Hause. Madeira hat mir wieder gut gefallen. Jetzt freue ich mich, wenn bald das Frühjahr zurückkommt und es neue Paddeltouren gibt aber vielleicht versuche ich es nochmal mit dem GR221.
Wie bereits geschrieben, auch die Variante mit eigenem Auto hat seine Reize. Für mich war es interessant, weil ich etwas aktiver fotografieren wollte. Mit Auto muß man nicht so sehr auf das Gewicht achten und muss sich keine Sorgen machen, dass die Kameraausrüstung naß wird.
An meinem letzten Madeira Tag nahm ich noch mal einen Anlauf zur Grotte der 25 Wasserfälle. Ich stand noch bei Dunkelheit auf, machte Kaffee und Frühstück und dann ging es auch schon los. Es war wieder eine fantastische Sicht auf der Hochebene.
Ich parkte nicht an dem riesigen Parkplatz auf dem Hochplateau, sondern fuhr wieder ein Stück nach unten in Richtung „Canical“. Dort gibt einen sehr bequemen Weg durch einen Levadatunnel, dadurch hat man auf der gesamten Strecke vielleicht 25 Höhenmeter. Das macht die Wanderung selbst für Faule sehr bequem.
Der Tunnel ist entspannt zu laufen, denn er ist groß und man läuft an einer kleinen Mauer neben dem Wasser. Weiter oben verläuft noch ein dickes Rohr so dass es keine Möglichkeit gibt ins Wasser zu fallen. Nach einem Kilometer im Tunnel waren die Schuhspitzen etwas nass, weil der Boden dort teilweise mit Pfützen bedeckt war. Bei dem wunderbaren, sonnigen Wetter waren sie im Nu wieder trocken.
Diese Lewada ist mit gekrümmten Bäumen herrlich überwachsen, hier läuft es sich sicher auch bei Sommerhitze gut. Je näher ich der Attraktion des Weges kam, je mehr Touristen (war schließlich selbst einer) begegnete ich. An der Grotte angekommen versuchte ich wenigstens ein Foto ohne Menschen zu schießen, was auch halbwegs gelang. Das Foto ist wieder mit Graufilter und einer Minute Belichtungszeit aufgenommen. Diese rosaroten leichten Schlieren in der Mitte des Bildes stammen von einem Mädchen welches ständig vor mir rumlief. Durch die lange Belichtungszeit sind nur diese Farbspuren auf das Bild gekommen.
Ich nahm einen anderen Rückweg mit ein paar Höhenmetern und prompt habe ich mich beim Abstieg hingelegt. Zum Glück war nichts weiter passiert, nur der Unterarm schwoll an. Das Ganze war vorauszusehen denn durch meine Faulheit auf dem Campingplatz zu bleiben, ließ ich natürlich mein Zelt aufgebaut. Dort standen nun die Trekkingstöcke als Zeltstangen. Ich nehme sie wirklich gern beim Wandern, das muss ich in Zukunft anders organisieren.
Ohne weitere Stürze landete ich gesund und munter am Auto und fuhr weiter runter nach „Canical“. Dort kaufte ich noch was zu essen und konnte wenigstens noch eine Eidechse erwischen. Die Biester waren offensichtlich schön durch die Sonne des Tages aufgeladen, so dass sie unheimlich fix unterwegs waren.
Danach fuhr ich in Richtung Campinglatz. Der nicht mit Tunneln ausgebaute Serpentinenweg führt über „Ponta do Pargo“. Dort markiert der Leuchtturm den westlichsten Punkt der Insel. Dort gibt es schöne Steilküsten und Brandung zu sehen und ich experimentierte wieder mit dem großen Teleobjektiv.
Den Leuchtturm fotografieren alle, ich hebe es bei der Windfahnen belassen.
Vom Berg abwärts ergaben sich tolle Aussichten auf „Porto Moniz“ mit viel Brandung.
Unten hielt ich nochmal an und stalkte die Lavabecken vor denen es bei der Flut auf Ihrem Höhepunkt tolle Wasserspiele und auch einige Feen zu beobachten gab.
So ging der letzte Tag zu Ende. Morgen stand nur noch die Rückreise auf dem Programm.
Ein Biwakplatz fehlte noch auf der westlichen Hochebene. Das Wetter war etwas neblig und teilweise war auch leichter Sprühregen. Deswegen frühstückte ich wieder auf dem Campingplatz. Diesmal konnte ich nicht bis zu dem Platz welchen ich noch erkunden wollte fahren, sondern mußte etwa 3 km laufen. Mit geländegängigen Allradfahrzeugen würde man wohl bis dorthin kommen, aber erstens hatte ich keinen solchen und ich wollte ja auch noch etwas wandern. Ich fuhr also bis Etanquinhos und startete von dort meine Wanderung zum Platz Caramujo.
Es ging bei schneidendem kalten Wind und Sprühregen 3 km und 350 Höhenmeter nach unten. Die nach Caramujo hier vorgestellten Plätze habe ich bei vorherigen Reisen bzw. an vorherigen Tagen dieser Reise besucht.
Caramujo
Der Platz ist auf seine Art sehr besonders. Er hat praktisch nichts an etwas Komfortähnlichem zu bieten, nicht einmal eine Bank. Die Feuerstelle in der Mitte des kleinen freien Platzes ist illegal und man sollte sich schwer überlegen ob man sich über das Verbot des Feuermachens hinwegsetzen sollte. Das Risiko hier mal den Wald anzufackeln ist nicht gering, auch wenn es am Tag meines Besuchs sehr feuchtes Wetter war. Es scheint ein alter, verlassener, verwilderter, ehemaliger Berghof zu sein. Die Ruinen sind nicht benutzbar. Ich habe in der Nähe jetzt keine Wasserstelle gesehen, es ist aber nicht ausgeschlossen das es da etwas gibt. Es passen etwa um die drei Zelte hin, aber es ist auch sehr naß und etwas schlammig hier, das muss man mögen, so romantisch wie es auch aussieht.
Koordinaten dezimal 32.772535 -17.062508
kein Wasser
kein WC vorhanden, Spaten muß man dabei haben
Es gibt keine offizielle Feuer- oder Grillstelle
Es gibt keine Straßenanbindung, auch wenn es auf dem Schild steht (außer man hat einen Lada Niva dabei)
Es ist kein Müllkübel vorhanden
Textunterbrechung für die Vorstellung weiterer Biwakplätze die ich nicht an diesem Tag besuchte
Ponta de São Lourenço
Den Platz hatte ich am Anfang dieser Reise und bei meiner letzten Reise besucht. Der Platz ist natürlich am Atlantik toll gelegen und erstaunlich gut windgeschützt (auf den ersten beiden Bildern das Rondell). Ob das bei starkem Wind aus Südwest auch gilt weiß ich nicht. Es passen etwa 5 Zelte hin und hier habe ich immer Leute getroffen. Die ersten Tageswanderer kommen schon kurz vor der Dämmerung aber Nachts ist es ein ruhiger Platz und halt herrlich gelegen, ein Muss. Auch wenn der Boden nicht so aussieht, man bekommt Heringe rein. Vom Parkplatz São Lourenço aus sind es knapp 4km. Tagsüber gibt es Toiletten im etwa 200m entfernten Restaurant
Koordinaten dezimal 32.743415 -16.701037
kein Wasser, da findet man auch nichts
kein WC vorhanden, Spaten muß man dabei haben oder tagsüber in das Restaurant gehen
Es gibt keine offizielle Feuer- oder Grillstelle (und auch kein Holz weit und breit)
Es gibt keine Straßenanbindung 4km zu Fuß
Es ist kein Müllkübel vorhanden
Chão das Feiteiras
Ein sehr großer Platz mit zahlreichen Wiesenflächen an der Straße ER103 im östlichen Teil der Insel gelegen. Ich war dort am zweiten Tag meiner Reise und habe mich dort sehr wohl gefühlt. Bei gutem Wetter hat man einen fantastischen Blick auf den Pico de Areero.
Koordinaten dezimal 32.722740 -16.886777
Wasserhähne sind vorhanden, lief aber nicht
kein WC vorhanden, Spaten muß man dabei haben
offizielle Feuer- oder Grillstellen vorhanden, genug Holz in der Nähe
Müllkübel vorhanden
Fanal
Der märchenhafte Platz ist an der ER209 gelegen. Es ist einfach fantastisch einmal früh am Feenwald den Sonnenaufgang zu erleben. Tagsüber sind zahlreiche Touristen unterwegs. Inzwischen ist aber der Parkplatz etwas verlegt worden, so dass nur weniger Leute an den ausgewiesenen Biwakplatz kommen. Ich habe dort vor einem Jahr (Anfang 2024) bei traumhaftem Wetter einschließlich Sternenhimmel geschlafen. Man muss natürlich auf die Kuhfladen achten die es dort reichlich gibt, die sind aber auch nicht zu übersehen.
Koordinaten dezimal 32.809785 -17.140850
Wasser vorhanden
kein WC vorhanden, Spaten muß man dabei haben
offizielle Feuer- oder Grillstellen vorhanden
Müllkübel vorhanden
Chão dos Louros
Der Platz ist an der ER228 im mitte-westlichen Teil der Insel gelegen. Es gibt viele Stellplätze auf Wiesen, auf denen auch immer wieder Bäume stehen. Ich habe dort Anfang 2024 geschlafen und war auch 2025 kurz dort. Des Platz macht einen ungepflegten Eindruck. Die WC-s verdienen den Namen nicht. Die sind wohl noch nie gereinigt worden. Ansonsten ist der Platz brauchbar.
Koordinaten dezimal 32.759899 -17.016369
Wasser vorhanden
WC-s vorhanden aber völlig unbrauchbar, Spaten muss man dabei haben
Feuer- oder Grillplätze vorhanden
Müllkübel vorhanden
Rabaçal
Der Platz in Rabacal ist sehr schön gelegen, ist aber nicht mit dem eigenen Auto zu erreichen. Tagsüber sind dort eine Menge Touristen unterwegs. Lustigerweise steht dort ein Schild welches eine Campinglizenz fordert, auf der Regierungshomepage ist der Platz allerdings nicht gelistet, der Wirt wußte auch nichts genaueres, er meinte: einfach hinstellen. Ich habe mich einfach an einem anderen Platz angemeldet. Ein WC kann man tagsüber in der fünfzig Meter entfernten Kneipe finden. Es ist ein schöner Startpunkt um die Grotte der 25 Wasserfälle bei Sonnenaufgang für sich zu haben ( im dunklen losgehen, sonst keine Chance).
Koordinaten dezimal 32.761439 -17.134080
Wasser vorhanden
keine WC-s vorhanden, Spaten muss man dabei haben, tagsüber in benachbarten Restaurant
Feuer- oder Grillplatz vorhanden
Müllkübel vorhanden
Boca do Risco – Machico
Dies ist ein kleiner Platz auf der nordöstlichen Seite der Insel ohne eine Straße in der Nähe. 3 km im Süden ist der Ort Machico gelegen. Der kleine Biwakplatz ist nicht offiziell von der portugisischen Regierung autorisiert. Ich habe ihn auf Outdooractive gefunden. Es ist eine kleine ebene Fläche an den Klippen mit Blick auf den Atlantik. Ich hatte mich bei viel Wind hinter den Ginsterbüschen versteckt. Mir hat es für eine Nacht gut gefallen als ich im November 2024 dort war.
Koordinaten dezimal 32.755502 -16.772765
kein Wasser vorhanden
keine WC-s vorhanden, Spaten muss man dabei haben
kein Feuer- oder Grillplatz vorhanden
kein Müllkübel vorhanden
Weiter im Text des 4. Tages
Nach der Besichtigung von Caramujo ging es nun wieder 350 Höhenmeter aufwärts. Die erste sehr kurze Strecke war recht romantisch.
Dann ging es bei feuchtem, kaltem Wetter wieder auf die Schotterstraße, die, wenn man genau hinschaute, auch hübsche kleine Dinge bereit hielt.
In der Karte waren zwei Aussichtskunkte mit tollem Weitblick angepriesen die ich Dir hier nicht vorenthalten will.
Oben angekommen hatte ich schon ein bisschen Hunger, es ging ja auch schon auf 13 Uhr hin. Dadurch dass ich den ganzen Rückweg über bergauf gelaufen bin war mir zwar warm, aber ich wollte einen trockenen Platz haben und so bin ich zu dem gestern erkundeten Platz Bica da Cana gefahren um es mir in dem Grillhaus etwas windgeschützt gemütlich zu machen. Ich stellte fest, dass es für das Grillhaus Öffnungszeiten gibt, konnte aber nicht ermitteln ob da tatsächlich jemand zum zuschließen kommt.
Nach dem Essen nahm ich mir noch eine kleine Wanderung zu einer Levana vor die die ich am Biwakplatz Ribeira do Alecrim startete. Es ging ein Stück über flaches fahles Land mit Ginster und dann ein paar Höhenmeter runter. Die Levada wurde offensichtlich zur Trinkwasserversorgung genutzt, man sah einige Leitungen welche dort verbaut waren.
Dann kam ein Wasserfall den ich für mich allein hatte und ich konnte ein paar Fotoexperimente machen. Wen es interessiert: das erste Bild ist mit 1/4000Sekunde, das zweite Bild, mit einem starken Graufilter vor dem Objektiv, mit 60Sekunden belichtet
Ich nahm einen anderen Rückweg, erst wollte ich einen kleinen Canyon Lajeado hinabsteigen, aber ganz Allein habe ich mich nicht getraut ganz hinunter zu klettern.
Als ich über die Hochebene zurück zum Auto gelaufen bin fielen mir die vielen Steine auf und ich habe Sie mal in Szene gesetzt unter dem Motto: Kleiner Stein ganz groß!
So ging mein Tag langsam zu Ende und ich fuhr zurück.
Am Morgen des nächsten Tages war wunderschönes, trockenes Wetter mit reichlich Sonnenschein am Morgen. Ich hatte mir vorgenommen mal ein paar der staatlichen Biwakplätze zu besuchen um sie ein bisschen zu dokumentieren. Durch das tolle Wetter inspiriert, packte ich mein Frühstück samt Kocher in den Rucksack und fuhr wieder in Richtung Fanal auf die Hochebene und wollte mir ein schönes Fleckchen irgendwo dort oben zum frühstücken suchen. Als ich in Fanal vorbei kam hielt ich gleich dort an, nahm meinem Rucksack und genoß mein Essen in der wunderbaren Morgensonne. Da konnte ich nicht anders und machte noch ein paar Fotos der Bäume bei klarer Sicht.
Das hat noch einmal richtig Spaß gemacht die Bäume bei diesen ganz anderen Lichtverhältnissen zu fotografieren. Dann startete ich meine Biwakplatzrunde.
Ribeira do Alecrim
Der Platz liegt auf der weiten Hochebene im westlichen Teil Madeiras. Er liegt an der Straße ER105 in einem kleinen Kiefernwäldchen. Das besondere ist ein kleiner angestauter, glasklarer See mit dem Zufluß eines kleinen Bachs. Im Sommer bei großer Wärme ist der Platz sicher ideal.
Koordinaten dezimal 32.751744 – 17.113400
offiziell kein Wasser, filtern und abkochen des Bachwassers ist notfalls sicher möglich
kein WC vorhanden, Spaten muß man dabei haben
Es gibt keine offizielle Feuer- oder Grillstelle
Es gibt gute Straßenanbindung
Es ist kein Müllkübel vorhanden
Fonte do Bispo
Das ist der Mercedes unter den staatlichen Biwakplätzen. Er liegt auch auf der wesltichen Hochebene mit guter Straßenanbindung über die ER210. Es gibt eine asphaltierte Zufahrt mit einem Tor und einer Tür. Das Tor war zu, die Tür war offen. Vor dem Tor gibt es eine kleine Wiese an der Straße wo man parken kann. Es gibt viele Wiesen mit unheimlich viel Platz. Es gibt auch Plätze unter Bäumen, sehr viele Sitzgelegenheiten und auch Feuerstellen/Grillplätze sind reichlich vorhanden. Es gibt WC-s welche den Eindruck erweckten, dass der Fliesenleger vor einem Tag fertig geworden ist und die letzte Reinigung vor einer Stunde stattgefunden hat (Stand Februar 2025). Das noble Gebäude ist verschlossen und ich hatte den Gedanken, dass dort vielleicht gelegentlich Veranstaltungen/Camps organisiert werden. Die Bilder von der funkelnden Keramik konnte ich mir nicht verkneifen.
Koordinaten dezimal 32.792479 -17.181845
fließend Wasser, hat funktioniert
WC vorhanden, Wasserspülung
offizielle Feuer- oder Grillstellen vorhanden
Es gibt gute Straßenanbindung
Müllkübel sind vorhanden
Cruzinhas
Der Platz liegt weniger als 1 km vom „Fonte do Bispo“ entfernt. Wer die Annehmlichkeiten eines ordentlichen WC haben möcht braucht nur ein paar hundert Meter weit zum F.d.P. zu laufen. Der Platz hat auch eine gute Straßenanbindung über die E210. Der Platz liegt auf einer Wiese und ist teilweise von Wald umgeben. Das letzte Bild zeigt die Zufahrt von der ER210 (knapp 100m von dort).
Koordinaten dezimal 32.788875 -17.184082
fließend Wasser, hat funktioniert
kein WC vorhanden, bei Bedarf auf zum Fonte do Bispo laufen oder Spaten dabei haben
offizielle Feuer- oder Grillstellen vorhanden
Es gibt gute Straßenanbindung
Müllkübel sind vorhanden
Estanquinhos
Es ist ein geräumig wirkender Platz an der Straße ER 208. Die Stellplätze sind in einem Kiefernwald und es ist etwas schwierig eine kleine gerade Fläche zu finden. Nach einer Seite hin ist der Platz offen man sieht auf weite Ginsterflächen. Als ich Anfang 2024 dort war, hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Es regnete und es gab leider keine Stelle wo ein kleine Überdachung Schutz geboten hat. Früh als die Sonne wieder schien gefiel er mir wieder besser. Wie schon erwähnt, es ist schwer eine kleine ebene Fläche zu finden.
Koordinaten dezimal 32.769495 -17.077024
fließend Wasser hat funktioniert
kein WC vorhanden, Spaten muß man dabei haben
offizielle Feuer- oder Grillstellen vorhanden
Es gibt gute Straßenanbindung
Müllkübel vorhanden
Bica da Cana
Der Platz liegt im Wald an der Straße ER105, es gibt daneben einen geräumigen Parkplatz. Es sind sehr viele Bänke vorhanden. Die WC-s verdienen Ihren Namen und waren zum Zeitpunkt meines Besuchs tiptop sauber, sie werden offensichtlich regelmäßig geputzt. Das besondere an diesem Platz ist das Grillhaus. Es ist sehr geräumig, es gibt darin zwei große Tische und wenn man reinkommt, empfängt einen der angenehme Geruch von geräucherter Knackwurst, das war jedenfalls mein erster Gedanke. Es ist so groß, dass bei Sauwetter auch ein paar Leute drin schlafen könnten. Neben der Tür hängt ein Schild mit Öffnungszeiten, ich weiß nicht ob da tatsächlich zugeschlossen wird. Auf den Bildern des WC-s ist nur etwas Schmutz von den Schuhen (davor ist diese rötliche Erde), es war draußen etwas feucht.
Koordinaten dezimal 32.756738 -17.058758
fließend Wasser, hat funktioniert
WC vorhanden, Wasserspülung
offizielles Feuer- und Grillhaus vorhanden
Es gibt gute Straßenanbindung
Müllkübel sind vorhanden
Fazit Biwagplätze 1
Die Plätze liegen alle im westlichen Hochland der Insel und sind sehr unterschiedlich ausgestattet. Ich war im Januar dort und davor auch schon im November und habe dort jeweils nie Leute getroffen. Ich kann mir nicht vorstellen dass es Zeiten gibt, an denen die Plätze überlaufen oder voll sind. Es gibt auch von allen Plätztn aus die Möglichkeit Wanderungen zu starten. Einen Platz gibt es noch in der Nähe, aber dazu morgen mehr. Jetzt ging es erstmal in aller Ruhe zurück.
Es wurde jetzt, Ende Januar, etwa halb Acht hell. Die morgendliche Warmduschzeit auf dem Campingplatz war eine Stunde von 9 – 10. Das war mir auf jeden Fall zu spät. Kalt duschen macht wenigstens munter und so kann man gut in den Tag starten. Heute stand „Fanal“, der Feenwald auf dem Programm. Dort erhoffte ich mir einige gute Schnappschüsse. Auf dem Weg dorthin kaufte ich noch etwas zu essen und bestaunte die Lavabecken und die Brandung in „Porto Moniz“ (die schaute ich mir immer wieder an wenn ich dort vorbei kam).
Dann ging es ab in den Zauberwald 😉. Das neblige Wetter ließ die alten Bäume wirklich märchenhaft aussehen.
Dieses kleine Wunder der Natur besteht aus über 1000 Jahre alten Lorbeerbäumen. Sie stehen nicht sehr dicht, durch das häufig feuchte Wetter sind dazwischen saftige Wiesen. Das Gras wird selten höher als 3 cm, weil frei laufende Kühe es kurz halten.
Ich bin in Bezug auf die Kühe zu einer Erkenntnis gekommen. Das sind alles verzauberte Prinzen, ich konnte es mit eigenen Augen sehen. Wenn man aufmerksam ist und sich ganz ruhig verhält, kann man die eine oder andere Fee entdecken. Hinter einem alten Lorbeerbaum versteckt, konnte ich selbst eine Fee mit ihrem Prinzen entdecken, sieh selbst.
Ich kann euch nur raten, nehmt Euch in Acht vor diesen Wesen. Als er Ihr den Ring ansteckte wurde er für immer verzaubert. Ich denke dass es so gewesen sein könnte, ach was: ich bin mir sicher. Im Übrigen halte ich diese beiden Bilder für die gelungensten meiner Reise. Bei diesem wunderbaren Naturwunder kann man echt ins Schwärmen geraten.
Als ich irgendwann ungezählte Fotos der Bäume hatte, wollte ich mir noch die Grotte mit den 25 Wasserfällen ansehen aber die aus allen Nähten platzenden Parkplätze hielten mich davon ab. So fuhr ich weiter nach „Calheta“ an der Südküste der Insel. Dort wollte ich ein paar Fotos der kleinen Eidechsen schießen, aber die Biester zeigten sich nicht. Ich kaufte dort noch ein und holte mir eine Kleinigkeit zum Mittag.
Dann fuhr ich zurück auf den Campingplatz. Von dort aus waren es etwa 2 km auf der alten schmalen Küstenstraße durch einen kleinen Tunnel entlang bis zu dem kleinen Ferienhaus wo ich vor zwei Jahren das erste Mal eine Woche, gemeinsam mit meiner Frau, auf Madeira verbrachte. Entlang der alten Straße gibt es auch jede Menge Brandung zu bestaunen.
An der alten Straße standen auch einige Angler, die direkt von oben in die Brandung hinein angelten. Es waren ganz simple Montagen, eine dicke Pose darunter vier Haken auf denen jeweils ein kräftiges Stück Weißbrot gesteckt wurde und dann wurde so weit geworfen wir es die Rute hergab. Ich sah auch prompt wie ein kräftiger Fisch, den ich nicht bestimmen konnte, gelandet wurde. Leider ist das Foto dazu ziemlich miserabel geworden.
Weiter die Straße entlang wandernd kam ich immer wieder an Steinschlägen vorbei, die an dieser alten Straße nicht mehr weggeräumt werden. Dann gab es wieder einmal einen Wasserfall.
Danach ging es wieder auf die neue Küstenstraße und ich konnte unser ehemaliges Feriendomizil in Augenschein nehmen.
Beeindruckend auf Madeira ist nicht nur die tolle Natur, auch die in jüngerer Vergangenheit gebauten Straßentunnel- und Brücken, die die Insel verkehrstechnisch super erschließen. Dazu hier ein paar Zahlen des Ausbaus der Straßen VE1, VE2 und VE3:
127 Tunnel
80,7 km Gesamtlänge
1990 – 2000 gebaut
Dann ging es wieder zurück und ich erfreute mich ein weiteres Mal an der kräftigen Brandung.
Zuletzt führte der Weg zurück durch einen der alten Straßentunnel.
Es fing an zu dämmern, ich schrieb noch etwas an diesem Blog und dann ging es auch schon ins Bett.
Bei Beginn der Morgendämmerung war es immer noch recht neblig und kühl. Kurze Zeit später merkte man schon, dass die Sonne rauskommen wollte. Deswegen zog ich mich warm an und schaute mich draußen ein bisschen um. Ich kochte mir wie jeden Morgen Kaffee und bereitete das Frühstück vor.
Die Madeirafinken kennen wahrscheinlich die morgendlichen Rituale von Touristen, denn sie fanden sich rechtzeitig und zahlreich ein. Ich gab ein wenig von meinem Porridge ab und versuchte sie zu fotografieren. Leider hatten sie mein ausgestreutes Futter nicht ernst genommen, so dass sie immer wieder auf der falschen Seite des Tisches saßen, von welcher sie nicht im besten Licht zu fotografieren waren.
Beim Zusammenpacken nahm ich mir Zeit, fotografierte noch etwas, denn es war einfach herrlich die wärmen Strahlen der Sonne zu genießen. Der Morgentau wirkte zum Teil in der Sonne wie Raureif.
Ich fuhr mit dem Auto zu (r, m?) „Boca da Encumeada“. Dort beginnt eine Levadawanderung die ich schon kannte. Nach ein paar hundert Metern kamen drei Tunnel und dazwischen Wasserfälle, die wollte ich fotografieren. Die Tunnel selbst sind zwischen 600 m und 2 km lang.
Ich hatte meinen Stoffwechsel nicht genügend in den Blick genommen und so meldete sich mein Verdauungstrakt sehr fordernd. Keine Möglichkeit im Gebüsch zu verschwinden, der stachelige Ginster verhinderte das. Das Risiko von anderen Wanderern ertappt zu werden, ließ mich umdrehen. Am Startpunkt gab es eine Kneipe wo sich das dringend Notwendige mit dem Angenehmen verbinden ließ.
Nach dem Essen nahm ich einen neuen Anlauf, allerdings suchte ich mir einen Weg zu einem anderen Wasserfall. Dieser war offiziell gesperrt, er war dennoch gut zu laufen, einige Gesteinsbrocken und ein Baum lagen dort herum. Der Wasserfall war nicht so spektakulär, hier auf Madeira ist man da verwöhnt, aber für ein paar Bilder hat es doch gereicht.
Auf dem Rückweg fielen mir verkohlte Bäume auf. In den folgenden Tagen sah ich noch zahlreiche Stellen wo Brände dem Wald und auch großen Ginsterflächen zugesetzt hatten. Den Bäumen schien es nicht sehr geschadet zu haben, die Kronen waren noch grün. Kleinere Bäume und der Ginster hingegen waren dahin.
Zurück am Auto überlegte ich, welchen Platz ich für die Nacht wählen sollte. Es war mir nicht nach Einsamkeit und so nahm ich den einzigen offiziellen Campingplatz der Insel, den „Parque der Campismo“ kurz vor „Porto Moniz“. Die Preise lagen immer noch, wie vor einem Jahr, bei 6 Euro pro Zelt und Nase.
Nach dem Zeltaufbau gab es noch ein paar Fotos der an diesem Abend milden Atlantikdünung und nach dem Abendessen ging es ins Bett. Der Platz wurde mein Quartier für die nächsten fünf Nächte – Auto ist komfortabel, macht aber auch faul.
Zurück am Auto gab es nun mehrere Möglichkeiten, zumindest Zwei: entweder ich suche mir einen Zeltplatz und ich fahre hin oder ich suche mir einen Parkplatz und eine schöne Wanderung zu einem Zeltplatz. Nach meinen Erfahrungen auf der letzten Madeiratour war die Entscheidung nicht schwer. Falls Du die Geschichte zu dieser Tour nicht gelesen hast oder ich das nicht so deutlich beschrieben habe, will ich das hier noch einmal wiederholen.
Die Zeltplätze auf Madeira gibt es nicht wirklich, es sind von der Regierung ausgewiesene Trekkingplätze. Diese können sehr unterschiedlich sein. Schlimmstenfalls gibt es eine nicht ganz ebene Fläche und eine Bank. Bestenfalls gibt es eine wunderbare Wiese, fließend Wasser, ein großes überdachtes Grillhaus wo man auch bei miesen Wetter sitzen kann, ein WC welches den Namen verdient, und zahlreiche Sitzgelegenheiten.
Wenn man vorher noch nie dort war, weiß man halt nicht was kommt. Ich weiß ja nicht ob Du auch so ein Nerd bist, aber wenn ich dann irgendwo ankomme und es gefällt mir überhaupt nicht (und das hat nichts mit der Ausstattung zu tun), dann ist das schon doof und es kann mir total die Stimmung vermiesen. Deswegen entschied ich mich für Möglichkeit eins. Wenn mir der angesteuerte Platz nicht gefällt, fahre ich einfach zum Nächsten, eine kleine Wanderung findet sich auf Madeira überall. So suchte mir also einen Platz und fuhr dort hin. Zu den Plätzen führen fast immer Straßen, das macht die Sache einfach.
Der eigentlich geplante Platz „Terreiros – Santa Cruz“ fiel schon einmal aus, weil dort auf der Straße gerade Asphalt neu eingebaut wurde. Das war laut und roch natürlich auch stark. Der nächste Platz „Cruzes de Baixo“ war nur ein paar hundert Meter weiter gelegen und war so… na ja. Er bestand aus einer großen Wiese, einigen Sitzgelegenheiten, war grundsätzlich schön und holte mich irgendwie doch nicht ab wie man das neudeutsch so sagt.
Ich machte dort wenigstens meine Mittagspause, kochte mir was zu Essen und fuhr weiter nach „Chão das Feiteiras“. Der Platz gefiel mir sofort. Es gab zwar auch nur Wiese und Bänke (das Wasser funktionierte nicht), aber irgendwie war das mein Platz. Ein wunderbarer Blick zum Arreero, dem zweithöchsten Berg Madeiras, gab möglicherweise auch den Ausschlag.
Vielleicht spielte auch das wunderbare Wetter eine Rolle. Die Sicht war jedenfalls so gut, dass ich erstmalig mit dem großen Teleobjektiv experimentierte.
Es war erst zeitiger Nachmittag und deswegen suchte ich mir noch eine kleine Tour. In etwa 3 km Entfernung von meinem Standort war ein weiterer Trekkingplatz eingezeichnet. Den wollte ich mir auf jeden Fall ansehen, vielleicht war er sogar noch schöner als der, den ich gerade erreicht hatte und außerdem war dort ein Wasserfall eingezeichnet. Deswegen nahm ich mein ganzes Equipment mit, lies das Auto stehen und lief los.
Die Landschaft war sehr weit und offen, es machte wirklich Spaß bei diesem tollen Wetter draußen zu sein. Ich tat etwas, was ich bei Familienwanderung immer zu vermeiden versuchte, ich begann die Wanderung Berg ab. Daran ließ sich allerdings nichts ändern denn der Zielpunkt lag nun einmal 400 m tiefer.
Der Weg verlangte an einer Stelle links abzubiegen jetzt änderte sich die Landschaft, sie war nicht mehr offen sondern es ging durch den Wald, er führte in zahlreichen Serpentinen geradewegs Berg ab. Er endete auf einer Asphaltstraße wo auch gerade Bauarbeiten stattfanden, auch dort wurde gerade neuer Asphalt verlegt. Nach etwa 100 m bog der kleine Pfad wieder nach links ab und es ging erneut durch den Wald. Nach einigen hundert Metern erreichte ich den kleinen Biwakplatz. Er war wirklich winzig, nur eine kleine Lichtung und eine kleine Grillstelle, ein kleiner Bach floss in unmittelbarer Nähe vorbei.
50 m weiter fand ich dann auch den Wasserfall. Leider kam ich nicht nahe genug heran um das Spektakel genau zu sehen, denn ein Teil des Wassers ergoß sich in großer Menge von links her, allerdings Intervallweise. Man kann es auf den beiden nachfolgenden Fotos erkennen
Nach den Fotos ging es schon wieder auf den Rückweg. Das dauerte jetzt natürlich länger, es war natürlich die gleiche Entfernung, aber jetzt ging es stetig bergan.
Am Auto angekommen begann ich mein Lager einzurichten und baute das Zelt auf. Es war gar nicht so einfach auf der großen, man kann schon sagen riesigen, Wiese einen Platz zu finden ein mal zwei Meter, der halbwegs gerade ist.
Nach getaner Arbeit bereitete ich mir mein Abendessen, als es begann zu dämmern zog Nebel und Sprühregen auf und ich verzog mich relativ schnell ins Zelt. Noch ein bisschen gedöst, noch ein Stück Film geguckt, keinen Gefallen dran gefunden und schließlich alles weggelegt und schlafen gegangen. Mal sehen was der nächste Tag bringen wird.