Lieber K., lieber S.,
am 27. März dieses Jahres war meine kleine Welt noch in Ordnung. Ich hatte vier Freunde der 1. Kategorie wie ich meine besten Freunde gern nenne. Das heißt nicht, dass ich sie sehr häufig treffe, aber wenn ich richtig in der Schei*e sitzen würde, könnte ich bei jedem Einzelnen 24/7 anrufen, egal was passiert wäre oder was ich angerichtet hätte.
Am 28. März erreichte mich die Nachricht dass Du lieber S. eine schwere, nicht mehr heilbare, Krebserkrankung hast. Weil Du gerade am anderen Ende der Welt warst, war mir ein Besuch nicht möglich.
Unser gemeinsamer Bläserkreis machte sich gerade daran für zwei Geburtstage zu üben und so nahmen wir wenigstens ein Video auf und schickten Dir einen musikalischen Gruß. Wir waren in unseren Gedanken bei Dir und waren uns nicht bewußt, dass das Buch des Lebens und des Sterbens noch nicht geschrieben war.
Zwei Tage nach der nächsten Probe, an der Du lieber K. noch mit uns gemeinsam musiziert hast, kam die nächste Hiobsbotschaft, Du hattest in der Nacht einen Herzstillstand erlitten, konntest jedoch reanimiert werden. Für einige Tage gab es keine Neuigkeiten, außer dass Du im Koma lagst. Die Zeit zwischen hoffen und bangen nahm kein gutes Ende lieber K. Zum Glück hatte ich wenigstens die Möglichkeit, Dich zu besuchen und mich von Dir zu verabschieden. Ich gebe zu, ich hatte Angst vor der Situation, aber heute bin ich heilfroh, dass wir diese letzte Begegnung in dieser Welt haben durften.
Jetzt, einen Monat nachdem die schlechten Nachrichten für mich ihren Anfang genommen hatten, seid Ihr beide bereits tot.
Bei unserer letzten gemeinsamen Probe bei der wir viel an Dich lieber S dachten, hatte keiner die leiseste Ahnung, dass Du lieber K. noch vor S. gehen würdest.
In meinen Erinnerungen habt Ihr einen festen Platz. Ihr habt mir und vielen Anderen gezeigt, wie schnell sich in einem winzigen Augenblick einfach Alles ändern kann. Wir sind nur Gast auf Erden.
Ich danke Euch Beiden für die gemeinsame Zeit, die ich mit Euch verbringen durfte und hoffe auf ein Wiedersehen in einer anderen Welt.
Euer A.
PS: Ich nehme vor vor, nicht so viele Pläne für die Zukunft zu machen und mehr im hier und jetzt zu sein.
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