Von wegen, der Wetterbericht nannte das schöne Wetter in dieser ersten Märzwoche „Das erste Frühlingshoch“. Er sagte auch eine Nachttemperatur von minimal 5°C voraus. Halb fünf sagte mir das Autothermometer dass die Temperatur auf -2°C gesunken war. Weil ich keine Standheizung habe, ließ ich den Motor eine halbe Stunde laufen.
Als ich gegen halb sieben aufstand, musste der Motor erneut für etwas Wärme sorgen. Beim Kaffeekochen verriet ein Blick aus dem Fenster, dass der Winter noch nicht so richtig Abschied genommen hatte. Vielleicht ist „Das letzte Winterhoch“ die bessere Umschreibung als „Das erste Frühlingshoch“.


An der Kante der Windschutzscheibe hatte sich Rauhreif gesammelt und auf der Wiese sah es auch nicht besser aus.
Nachdem ich schön gefrühstückt hatte packte ich noch etwas Proviant in die Fototasche und gegen acht Uhr war ich am Start. Die überfrohrenen Wiesen waren ein ganz besonderer Anblick.




Wo schon zeitig am Morgen die Sonne hinkam, war der Tau schnell verschwunden, aber wo Berge, Bäume und Häuser das Sonnenlicht fern hielten, war es noch eisig kalt.


Wie bei meiner Abendwanderung vom Vortag ließen sich mit der flach stehenden Sonne am Morgen wieder einige schöne Lichtspiele einfangen.








Auf dem Weg in Richtung Greiz fand ich zwei Forsthütten welche allerdings verschlossen waren. Ich habe leider nicht herausfinden können ob man dort als Wanderer, ähnlich wie am Forststeig sächsische Schweiz, von April bis Oktober übernachten kann.
Beim Abstieg in Richtung weiße Elster sah ich das vielleicht letzte Eis des vergehenden Winters in dieser Gegend. Vielleicht war dies aber auch erst „Das vorletzte Winterhoch des Jahres“ und es kommt nochmal etwas Schnee und Eis ins Spiel.


Unten an der Elster angekommen war ich schon fast in Greiz. Noch ein paar hundert Meter auf dem Elsterradweg, dann sollte eine Fußgängerbrücke kommen.



Kurz vor der Brücke machte ich Rast auf einer Bank und machte ein zweites Frühstück mit heißem Tee und einem Brötchen.
Auf der anderen Seite angekommen stand ich auch schon im Schlosspark von Greiz.



Als ich die zahlreichen Maulwurfshügel auf der Wiese sah kam mir der Gedanke, dass es vielleicht doch erst „Das vorvorletzte Winterhoch“ gewesen sein könnte. Man sagt ja den Maulwürfen nach, dass besonders viele geschobene Hügel die Vorbereitungen der Tiere auf einen harten Winter anzeigen. Die haben sicher nicht die Zusammenfassung des IPCC gelesen, völlig ahnungslos diese dummen Tiere (Satiere aus).
Weiter ging es durch den Park, aus der Stadt hinaus und wieder rein in den Wald. Die Schilder „Elster steigen“ deuteten auf Anstrengung hin, aber so schlimm wurde es nicht.




Auf der Bank des Thüringenforst gab es eine kleine Obstpause. Der Forst hatte offensichtlich nach dem Abschluß zahlreicher Fällarbeiten die Waldwege wieder hergestellt. Die Fällungen waren übrigens gut verteilt und ich hatte nicht den Eindruck, dass dabei große zusammenhängende Flächen platt gemacht worden sind.
Auf dem Weg, welcher langsam wieder in Richtung Elster bergab führte, sah ich den ersten Zitronenfalter dieses Jahres. Er kam so unerwartet daher, dass bei meiner Panikfotografie nur dieses eine mangelhafte Bild heraus kam.

Dann verlief der Weg noch ein Stück weiter durch den Wald und ich kam noch an einem alten Steinbruch vorbei welcher leider komplett eingezäunt war.


Jetzt war ich beinahe schon wieder in Neumühle angekommen und es gab noch ein paar malerische Ansichten.



Danach folgte am Ortseingang noch eine kleine Zusammenfassung warum man unbedingt nach Neumühle kommen und den Elsterperlenweg erwandern sollte.



Die letzten paar hundert Meter zeigten noch einmal die ganze Schönheit des Elstertals.









Zurück am Auto angekommen packte ich meine Sachen zusammen und trat den Heimweg an. Das Elstertal bei Neumühle ist auf jeden Fall sehr zu empfehlen. Die Steigungen sind meist nicht sehr steil und man hat kaum mehr als einhundert Höhenmeter am Stück zu kraxeln. Ich bin an beiden Tagen auf 27 km einem Wanderer begegnet. Gut, es war noch recht zeitig im Frühjahr, aber ein Elstertal für mich allein? – Das war schon ziemlich schick.

Schreibe einen Kommentar