Alexander ist unterwegs

Reise- und andere Geschichten

Mit über 60 Jahren bin ich schon eine ganze Weile unterwegs und hoffe, dass noch einige Schritte dazu kommen

Kategorie: Abenteuer

Aktivitäten von ein bis zwei Tagen

  • Neumühle (Elster) – Das erste Frühlingshoch (2)

    Neumühle (Elster) – Das erste Frühlingshoch (2)

    Von wegen, der Wetterbericht nannte das schöne Wetter in dieser ersten Märzwoche „Das erste Frühlingshoch“. Er sagte auch eine Nachttemperatur von minimal 5°C voraus. Halb fünf sagte mir das Autothermometer dass die Temperatur auf -2°C gesunken war. Weil ich keine Standheizung habe, ließ ich den Motor eine halbe Stunde laufen.

    Als ich gegen halb sieben aufstand, musste der Motor erneut für etwas Wärme sorgen. Beim Kaffeekochen verriet ein Blick aus dem Fenster, dass der Winter noch nicht so richtig Abschied genommen hatte. Vielleicht ist „Das letzte Winterhoch“ die bessere Umschreibung als „Das erste Frühlingshoch“.

    An der Kante der Windschutzscheibe hatte sich Rauhreif gesammelt und auf der Wiese sah es auch nicht besser aus.

    Nachdem ich schön gefrühstückt hatte packte ich noch etwas Proviant in die Fototasche und gegen acht Uhr war ich am Start. Die überfrohrenen Wiesen waren ein ganz besonderer Anblick.

    Wo schon zeitig am Morgen die Sonne hinkam, war der Tau schnell verschwunden, aber wo Berge, Bäume und Häuser das Sonnenlicht fern hielten, war es noch eisig kalt.

    Wie bei meiner Abendwanderung vom Vortag ließen sich mit der flach stehenden Sonne am Morgen wieder einige schöne Lichtspiele einfangen.

    Auf dem Weg in Richtung Greiz fand ich zwei Forsthütten welche allerdings verschlossen waren. Ich habe leider nicht herausfinden können ob man dort als Wanderer, ähnlich wie am Forststeig sächsische Schweiz, von April bis Oktober übernachten kann.

    Beim Abstieg in Richtung weiße Elster sah ich das vielleicht letzte Eis des vergehenden Winters in dieser Gegend. Vielleicht war dies aber auch erst „Das vorletzte Winterhoch des Jahres“ und es kommt nochmal etwas Schnee und Eis ins Spiel.

    Unten an der Elster angekommen war ich schon fast in Greiz. Noch ein paar hundert Meter auf dem Elsterradweg, dann sollte eine Fußgängerbrücke kommen.

    Kurz vor der Brücke machte ich Rast auf einer Bank und machte ein zweites Frühstück mit heißem Tee und einem Brötchen.

    Auf der anderen Seite angekommen stand ich auch schon im Schlosspark von Greiz.

    Als ich die zahlreichen Maulwurfshügel auf der Wiese sah kam mir der Gedanke, dass es vielleicht doch erst „Das vorvorletzte Winterhoch“ gewesen sein könnte. Man sagt ja den Maulwürfen nach, dass besonders viele geschobene Hügel die Vorbereitungen der Tiere auf einen harten Winter anzeigen. Die haben sicher nicht die Zusammenfassung des IPCC gelesen, völlig ahnungslos diese dummen Tiere (Satiere aus).

    Weiter ging es durch den Park, aus der Stadt hinaus und wieder rein in den Wald. Die Schilder „Elster steigen“ deuteten auf Anstrengung hin, aber so schlimm wurde es nicht.

    Auf der Bank des Thüringenforst gab es eine kleine Obstpause. Der Forst hatte offensichtlich nach dem Abschluß zahlreicher Fällarbeiten die Waldwege wieder hergestellt. Die Fällungen waren übrigens gut verteilt und ich hatte nicht den Eindruck, dass dabei große zusammenhängende Flächen platt gemacht worden sind.

    Auf dem Weg, welcher langsam wieder in Richtung Elster bergab führte, sah ich den ersten Zitronenfalter dieses Jahres. Er kam so unerwartet daher, dass bei meiner Panikfotografie nur dieses eine mangelhafte Bild heraus kam.

    Dann verlief der Weg noch ein Stück weiter durch den Wald und ich kam noch an einem alten Steinbruch vorbei welcher leider komplett eingezäunt war.

    Jetzt war ich beinahe schon wieder in Neumühle angekommen und es gab noch ein paar malerische Ansichten.

    Danach folgte am Ortseingang noch eine kleine Zusammenfassung warum man unbedingt nach Neumühle kommen und den Elsterperlenweg erwandern sollte.

    Die letzten paar hundert Meter zeigten noch einmal die ganze Schönheit des Elstertals.

    Zurück am Auto angekommen packte ich meine Sachen zusammen und trat den Heimweg an. Das Elstertal bei Neumühle ist auf jeden Fall sehr zu empfehlen. Die Steigungen sind meist nicht sehr steil und man hat kaum mehr als einhundert Höhenmeter am Stück zu kraxeln. Ich bin an beiden Tagen auf 27 km einem Wanderer begegnet. Gut, es war noch recht zeitig im Frühjahr, aber ein Elstertal für mich allein? – Das war schon ziemlich schick.

  • Neumühle (Elster) – Das erste Frühlingshoch (1)

    Neumühle (Elster) – Das erste Frühlingshoch (1)

    Der Wetterbericht nannte das schöne Wetter in dieser ersten Märzwoche „Das erste Frühlingshoch“. Deswegen nahm ich mir für den 6. und 7. März eine Übernachtung in Kombination mit wandern vor. Ein Blick in den Kalender verriet mir, dass ich am Donnerstag vormittag Termine hatte, so dass ich erst gegen Mittag starten konnte.

    Mit Hilfe von Park4night fand ich einen kleinen Parkplatz in Neumühle im Elstertal. Der Platz dort war märchenhaft schön, bei 15°C und Sonnenschein machte ich als Erstes ein verspätetes Mittagessen.

    Der einzige Nachteil des Platzes war die überdachte Sitzecke. Die Traufe des Dachs war in einer Höhe von etwa 1,75m was bei meiner Körpergröße von 1,78m nicht so ganz schmerzfrei war. Ansonsten war der Parkplatz perfekt. Ich hatte mein Auto so vorbereitet, dass ich allein mühelos darin schlafen konnte und mittels einfachster Einbauten auch Stauraum und einen kleinen Tisch hatte.

    Nach dem Essen startete ich eine kleine Tour auf dem Elsterperlenweg flußabwärts.

    Nach dem Start gab es einen schönen Ausblick zurück auf den Parkplatz neben dem Elsterwehr. Danach verlief der Weg weiter in den Wald, immer leicht bergauf. Schon sehr bald tauchten erneut schöne Aussichtspunkte in das Tal auf.

    Es folgte ein sanfter Abstieg, der Wald lichtete sich und führte bald über Wiesen und Felder zurück in Richtung Elster.

    Vor der Elsterbrücke führte der Weg noch durch Rüßdorf. Der Ort wirkte abgeschieden aber dennoch sehr gepflegt und mit wunderschönen Höfen bebaut.

    Jetzt begann der Rückweg auf der anderen Seite des Flusses. Der Weg führte etwas näher an der Elster entlang und zeigte seine romantische Seite.

    Hier fielen mir die besonderen Gesteinsformationen auf und ich habe mal ChatGPT befragt was das für Schichten sind: „Im Elstertal bei Neumühle treten verschiedene Gesteine zutage, die durch geologische Prozesse in dünnen, übereinanderliegenden Schichten angeordnet sind. Ein markantes Geotop in der Region ist der „Schieferfelsen an der Lehnamühle“, der eine Wechselfolge von graublauen und grüngrauen Phylliten (Schiefern) mit zwischengelagerten, dünnen, siltig-quarzitischen Bänken zeigt.“

    Ein mysteriöser Tunnel fand meine Aufmerksamkeit bevor der Weg wieder zurück in die Zivilisation führte. Ich fand sogar einen, zugegeben sehr kurzen, Levadatunnel, Madeira ließ grüßen.

    Von Lehnamühle ging es noch ein Stück bergauf zurück in den Wald, wo sich durch die inzwischen sehr flach stehende Abendsonne noch sehr schöne Lichteffekte ergaben.

    Es begann ein kurzer Abstieg über kleine Serpentinen. Der am Beginn des Abstieges befindliche Aussichtspunkt heißt seit 1949 Bach-Goethe-Hain. Ich fragte auch hier ChatGPT wie der Stein vor 1949 hieß, er (oder sie oder es?) drückte es so aus: „Vor 1949 trug der Stein im heutigen Bach-Goethe-Hain den Namen des damaligen faschistischen Machthabers.“ Ich finde die Antwort nicht ganz korrekt, denn der Machthaber fand sein Ende bereits 1945, auch wenn der Name des Steins erst später geändert wurde, aber liebe KI, nobody is perfect.

    Es war wohl noch nie eine gute Idee Plätze, Straßen und ähnliches nach Politikern zu benennen, Zeiten ändern sich und dann brauchts neue Namen.

    Zurück in Neumühle konnte ich noch einige schön sanierte Baudenkmäler bestaunen bevor ich zurück zu meinem Parkplatz kam.

    Es kühlte sich am Abend schnell ab und ich zog mich zurück ins Auto, machte Abendbrot und kroch schon bald in den Schlafsack.

  • Madeira 21. – 28.11.2024

    Madeira 21. – 28.11.2024

    Die Geschichte meiner Geburtstagsreise, 21.11. – 28.11.2024 war noch nicht aufgeschrieben als ich zwei Monate später eine zweite Reise nach Madeira unternommen habe. Jetzt ist auch der Bericht der Reise vom November 2024 fertig und aktualisiert. Was die „Körperfresser 2“ mit der Nacht vom 25. auf den 26. November, meinem Geburtstag, zu tun haben, erfahrt Ihr hier.