Alexander ist unterwegs

Reise- und andere Geschichten

Mit über 60 Jahren bin ich schon eine ganze Weile unterwegs und hoffe, dass noch einige Schritte dazu kommen

Kategorie: Abenteuer

Aktivitäten von ein bis zwei Tagen

  • Schon wieder Madeira (Teil 5) Spezial –  Biwakplätze 1

    Schon wieder Madeira (Teil 5) Spezial –  Biwakplätze 1

    Am Morgen des nächsten Tages war wunderschönes, trockenes Wetter mit reichlich Sonnenschein am Morgen. Ich hatte mir vorgenommen mal ein paar der staatlichen Biwakplätze zu besuchen um sie ein bisschen zu dokumentieren. Durch das tolle Wetter inspiriert, packte ich mein Frühstück samt Kocher in den Rucksack und fuhr wieder in Richtung Fanal auf die Hochebene und wollte mir ein schönes Fleckchen irgendwo dort oben zum frühstücken suchen. Als ich in Fanal vorbei kam hielt ich gleich dort an, nahm meinem Rucksack und genoß mein Essen in der wunderbaren Morgensonne. Da konnte ich nicht anders und machte noch ein paar Fotos der Bäume bei klarer Sicht.

    Das hat noch einmal richtig Spaß gemacht die Bäume bei diesen ganz anderen Lichtverhältnissen zu fotografieren. Dann startete ich meine Biwakplatzrunde.

    Ribeira do Alecrim

    Der Platz liegt auf der weiten Hochebene im westlichen Teil Madeiras. Er liegt an der Straße ER105 in einem kleinen Kiefernwäldchen. Das besondere ist ein kleiner angestauter, glasklarer See mit dem Zufluß eines kleinen Bachs. Im Sommer bei großer Wärme ist der Platz sicher ideal.

    • Koordinaten dezimal 32.751744 – 17.113400
    • offiziell kein Wasser, filtern und abkochen des Bachwassers ist notfalls sicher möglich
    • kein WC vorhanden, Spaten muß man dabei haben
    • Es gibt keine offizielle Feuer- oder Grillstelle
    • Es gibt gute Straßenanbindung
    • Es ist kein Müllkübel vorhanden

    Fonte do Bispo

    Das ist der Mercedes unter den staatlichen Biwakplätzen. Er liegt auch auf der wesltichen Hochebene mit guter Straßenanbindung über die ER210. Es gibt eine asphaltierte Zufahrt mit einem Tor und einer Tür. Das Tor war zu, die Tür war offen. Vor dem Tor gibt es eine kleine Wiese an der Straße wo man parken kann. Es gibt viele Wiesen mit unheimlich viel Platz. Es gibt auch Plätze unter Bäumen, sehr viele Sitzgelegenheiten und auch Feuerstellen/Grillplätze sind reichlich vorhanden. Es gibt WC-s welche den Eindruck erweckten, dass der Fliesenleger vor einem Tag fertig geworden ist und die letzte Reinigung vor einer Stunde stattgefunden hat (Stand Februar 2025). Das noble Gebäude ist verschlossen und ich hatte den Gedanken, dass dort vielleicht gelegentlich Veranstaltungen/Camps organisiert werden. Die Bilder von der funkelnden Keramik konnte ich mir nicht verkneifen.

    • Koordinaten dezimal 32.792479 -17.181845
    • fließend Wasser, hat funktioniert
    • WC vorhanden, Wasserspülung
    • offizielle Feuer- oder Grillstellen vorhanden
    • Es gibt gute Straßenanbindung
    • Müllkübel sind vorhanden

    Cruzinhas

    Der Platz liegt weniger als 1 km vom „Fonte do Bispo“ entfernt. Wer die Annehmlichkeiten eines ordentlichen WC haben möcht braucht nur ein paar hundert Meter weit zum F.d.P. zu laufen. Der Platz hat auch eine gute Straßenanbindung über die E210. Der Platz liegt auf einer Wiese und ist teilweise von Wald umgeben. Das letzte Bild zeigt die Zufahrt von der ER210 (knapp 100m von dort).

    • Koordinaten dezimal 32.788875 -17.184082
    • fließend Wasser, hat funktioniert
    • kein WC vorhanden, bei Bedarf auf zum Fonte do Bispo laufen oder Spaten dabei haben
    • offizielle Feuer- oder Grillstellen vorhanden
    • Es gibt gute Straßenanbindung
    • Müllkübel sind vorhanden

    Estanquinhos

    Es ist ein geräumig wirkender Platz an der Straße ER 208. Die Stellplätze sind in einem Kiefernwald und es ist etwas schwierig eine kleine gerade Fläche zu finden. Nach einer Seite hin ist der Platz offen man sieht auf weite Ginsterflächen. Als ich Anfang 2024 dort war, hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Es regnete und es gab leider keine Stelle wo ein kleine Überdachung Schutz geboten hat. Früh als die Sonne wieder schien gefiel er mir wieder besser. Wie schon erwähnt, es ist schwer eine kleine ebene Fläche zu finden.

    • Koordinaten dezimal 32.769495 -17.077024
    • fließend Wasser hat funktioniert
    • kein WC vorhanden, Spaten muß man dabei haben
    • offizielle Feuer- oder Grillstellen vorhanden
    • Es gibt gute Straßenanbindung
    • Müllkübel vorhanden

    Bica da Cana

    Der Platz liegt im Wald an der Straße ER105, es gibt daneben einen geräumigen Parkplatz. Es sind sehr viele Bänke vorhanden. Die WC-s verdienen Ihren Namen und waren zum Zeitpunkt meines Besuchs tiptop sauber, sie werden offensichtlich regelmäßig geputzt. Das besondere an diesem Platz ist das Grillhaus. Es ist sehr geräumig, es gibt darin zwei große Tische und wenn man reinkommt, empfängt einen der angenehme Geruch von geräucherter Knackwurst, das war jedenfalls mein erster Gedanke. Es ist so groß, dass bei Sauwetter auch ein paar Leute drin schlafen könnten. Neben der Tür hängt ein Schild mit Öffnungszeiten, ich weiß nicht ob da tatsächlich zugeschlossen wird. Auf den Bildern des WC-s ist nur etwas Schmutz von den Schuhen (davor ist diese rötliche Erde), es war draußen etwas feucht.

    • Koordinaten dezimal 32.756738 -17.058758
    • fließend Wasser, hat funktioniert
    • WC vorhanden, Wasserspülung
    • offizielles Feuer- und Grillhaus vorhanden
    • Es gibt gute Straßenanbindung
    • Müllkübel sind vorhanden

    Fazit Biwakplätze 1

    Die Plätze liegen alle im westlichen Hochland der Insel und sind sehr unterschiedlich ausgestattet. Ich war im Januar dort und davor auch schon im November und habe dort jeweils nie Leute getroffen. Ich kann mir nicht vorstellen dass es Zeiten gibt, an denen die Plätze überlaufen oder voll sind. Es gibt auch von allen Plätztn aus die Möglichkeit Wanderungen zu starten. Einen Platz gibt es noch in der Nähe, aber dazu morgen mehr. Jetzt ging es erstmal in aller Ruhe zurück.

  • Schon wieder Madeira (Teil 4), das beste Foto dieser Reise

    Schon wieder Madeira (Teil 4), das beste Foto dieser Reise

    Es wurde jetzt, Ende Januar, etwa halb Acht hell. Die morgendliche Warmduschzeit auf dem Campingplatz war eine Stunde von 9 – 10. Das war mir auf jeden Fall zu spät. Kalt duschen macht wenigstens munter und so kann man gut in den Tag starten. Heute stand „Fanal“, der Feenwald auf dem Programm. Dort erhoffte ich mir einige gute Schnappschüsse. Auf dem Weg dorthin kaufte ich noch etwas zu essen und bestaunte die Lavabecken und die Brandung in „Porto Moniz“ (die schaute ich mir immer wieder an wenn ich dort vorbei kam).

    Dann ging es ab in den Zauberwald 😉. Das neblige Wetter ließ die alten Bäume wirklich märchenhaft aussehen.

    Dieses kleine Wunder der Natur besteht aus über 1000 Jahre alten Lorbeerbäumen.  Sie stehen nicht sehr dicht, durch das häufig feuchte Wetter sind dazwischen saftige Wiesen. Das Gras wird selten höher als 3 cm, weil frei laufende Kühe es kurz halten.

    Ich bin in Bezug auf die Kühe zu einer Erkenntnis gekommen. Das sind alles verzauberte Prinzen, ich konnte es mit eigenen Augen sehen. Wenn man aufmerksam ist und sich ganz ruhig verhält, kann man die eine oder andere Fee entdecken. Hinter einem alten Lorbeerbaum versteckt, konnte ich selbst eine Fee mit ihrem Prinzen entdecken, sieh selbst.

    Ich kann euch nur raten, nehmt Euch in Acht vor diesen Wesen. Als er Ihr den Ring ansteckte wurde er für immer verzaubert. Ich denke dass es so gewesen sein könnte, ach was: ich bin mir sicher. Im Übrigen halte ich diese beiden Bilder für die gelungensten meiner Reise. Bei diesem wunderbaren Naturwunder kann man echt ins Schwärmen geraten.

    Als ich irgendwann ungezählte Fotos der Bäume hatte, wollte ich mir noch die Grotte mit den 25 Wasserfällen ansehen aber die aus allen Nähten platzenden Parkplätze hielten mich davon ab. So fuhr ich weiter nach „Calheta“ an der Südküste der Insel. Dort wollte ich ein paar Fotos der kleinen Eidechsen schießen, aber die Biester zeigten sich nicht. Ich kaufte dort noch ein und holte mir eine Kleinigkeit zum Mittag.

    Dann fuhr ich zurück auf den Campingplatz. Von dort aus waren es etwa 2 km auf der alten schmalen Küstenstraße durch einen kleinen Tunnel entlang bis zu dem kleinen Ferienhaus wo ich vor zwei Jahren das erste Mal eine Woche, gemeinsam mit meiner Frau, auf Madeira verbrachte. Entlang der alten Straße gibt es auch jede Menge Brandung zu bestaunen.

    An der alten Straße standen auch einige Angler, die direkt von oben in die Brandung hinein angelten. Es waren ganz simple Montagen, eine dicke Pose darunter vier Haken auf denen jeweils ein kräftiges Stück Weißbrot gesteckt wurde und dann wurde so weit geworfen wir es die Rute hergab. Ich sah auch prompt wie ein kräftiger Fisch, den ich nicht bestimmen konnte, gelandet wurde. Leider ist das Foto dazu ziemlich miserabel geworden.

    Weiter die Straße entlang wandernd kam ich immer wieder an Steinschlägen vorbei, die an dieser alten Straße nicht mehr weggeräumt werden. Dann gab es wieder einmal einen Wasserfall.

    Danach ging es wieder auf die neue Küstenstraße und ich konnte unser ehemaliges Feriendomizil in Augenschein nehmen.

    Beeindruckend auf Madeira ist nicht nur die tolle Natur, auch die in jüngerer Vergangenheit gebauten Straßentunnel- und Brücken, die die Insel verkehrstechnisch super erschließen. Dazu hier ein paar Zahlen des Ausbaus der Straßen VE1, VE2 und VE3:

    • 127 Tunnel
    • 80,7 km Gesamtlänge
    • 1990 – 2000 gebaut

    Dann ging es wieder zurück und ich erfreute mich ein weiteres Mal an der kräftigen Brandung.

    Zuletzt führte der Weg zurück durch einen der alten Straßentunnel.

    Es fing an zu dämmern, ich schrieb noch etwas an diesem Blog und dann ging es auch schon ins Bett.

  • Schon wieder Madeira (Teil 3) Nebel und Sonne

    Schon wieder Madeira (Teil 3) Nebel und Sonne

    Bei Beginn der Morgendämmerung war es immer noch recht neblig und kühl. Kurze Zeit später merkte man schon, dass die Sonne rauskommen wollte. Deswegen zog ich mich warm an und schaute mich draußen ein bisschen um. Ich kochte mir wie jeden Morgen Kaffee und bereitete das Frühstück vor.

    Die Madeirafinken kennen wahrscheinlich die morgendlichen Rituale von Touristen, denn sie fanden sich rechtzeitig und zahlreich ein. Ich gab ein wenig von meinem Porridge ab und versuchte sie zu fotografieren. Leider hatten sie mein ausgestreutes Futter nicht ernst genommen, so dass sie immer wieder auf der falschen Seite des Tisches saßen, von welcher sie nicht im besten Licht zu fotografieren waren.

    Beim Zusammenpacken nahm ich mir Zeit, fotografierte noch etwas, denn es war einfach herrlich die wärmen Strahlen der Sonne zu genießen. Der Morgentau wirkte zum Teil in der Sonne wie Raureif.

    Ich fuhr mit dem Auto zu (r, m?) „Boca da Encumeada“. Dort beginnt eine Levadawanderung die ich schon kannte. Nach ein paar hundert Metern kamen drei Tunnel und dazwischen Wasserfälle, die wollte ich fotografieren. Die Tunnel selbst sind zwischen 600 m und 2 km lang.

    Ich hatte meinen Stoffwechsel nicht genügend in den Blick genommen und so meldete sich mein Verdauungstrakt sehr fordernd. Keine Möglichkeit im Gebüsch zu verschwinden, der stachelige Ginster verhinderte das. Das Risiko von anderen Wanderern ertappt zu werden, ließ mich umdrehen. Am Startpunkt gab es eine Kneipe wo sich das dringend Notwendige mit dem Angenehmen verbinden ließ.

    Nach dem Essen nahm ich einen neuen Anlauf, allerdings suchte ich mir einen Weg zu einem anderen Wasserfall. Dieser war offiziell gesperrt, er war dennoch gut zu laufen, einige Gesteinsbrocken und ein Baum lagen dort herum. Der Wasserfall war nicht so spektakulär, hier auf Madeira ist man da verwöhnt, aber für ein paar Bilder hat es doch gereicht.

    Auf dem Rückweg fielen mir verkohlte Bäume auf. In den folgenden Tagen sah ich noch zahlreiche Stellen wo Brände dem Wald und auch großen Ginsterflächen zugesetzt hatten. Den Bäumen schien es nicht sehr geschadet zu haben, die Kronen waren noch grün. Kleinere Bäume und der Ginster hingegen waren dahin.

    Zurück am Auto überlegte ich, welchen Platz ich für die Nacht wählen sollte. Es war mir nicht nach Einsamkeit und so nahm ich den einzigen offiziellen Campingplatz der Insel, den „Parque der Campismo“ kurz vor „Porto Moniz“. Die Preise lagen immer noch, wie vor einem Jahr, bei 6 Euro pro Zelt und Nase.

    Nach dem Zeltaufbau gab es noch ein paar Fotos der an diesem Abend milden Atlantikdünung und nach dem Abendessen ging es ins Bett. Der Platz wurde mein Quartier für die nächsten fünf Nächte – Auto ist komfortabel, macht aber auch faul.