Schlagwort: Abenteuer

  • Dosse April 2024

    11.04. Anreise und Start

    Der Hunger auf kleine Abenteuer ist bei mir derzeit groß. Ganz genau kann ich nicht sagen warum das so ist. Ich glaube es liegt einfach daran, dass mir die letzten Ausflüge gut getan haben. Während der Zeit in der man in der Natur unterwegs ist, reduziert sich das Dasein auf das Wesentliche. Nachrichten bei denen die eine Katastrophenmeldung im Eiltempo von der Nächsten in kürzester Zeit abgelöst wird, kommen nicht an, das ist unglaublich wohltuend.

    Wir nahmen uns den 11.April als Starttermin für eine 3-tägige Paddeltour vor. „Wir“ das waren mein Sohn, Udo und ich. Nein, Udo ist nicht mein Sohn, er war der dritte Mitfahrer. Für die Tour brauchten wir nur zwei Boote, denn Udo kann nicht paddeln, er ist der Hund meines Sohnes. Ich war gespannt wie er sich auf dem Wasser anstellen würde. Bei meinen Ausflügen in den letzten Monaten war kein Termin dabei, bei welchem mein Sohn frei machen konnte. Deswegen freute ich mich umso mehr, dass es diesmal endlich geklappt hatte.

    Eine Woche vor dem Start schaute ich täglich nach dem Wetter, dann das kann einem im April schonmal in die Quere kommen. Anfangs sah es nicht so ganz toll aus, aber je näher die Zeit heranrückte, desto besser wurde die Vorhersage. In der Nachbetrachtung konnte ich resümieren, dass die Vorhersage des „Kachelmannwetters“ sehr gut stimmte.

    Nachdem meine letzte Bootstour auf den Feldberger Gewässern mit An- und Abreise durch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gut zu händeln gewesen war, wollten wir auch diesmal auf die gleiche Weise unterwegs sein. Unser Startpunkt in Fretzdorf war mit einem Regionalzug von Berlin aus sehr gut zu erreichen. Durch unsere beiden Packrafts war das Gepäck gut händelbar. Udo hatte seinen eigenen Rucksack. Er trug seine Verpflegung für die nächsten Tage selbst. Vom Bahnhof Fretzdorf bis zur Einsatzstelle an der Dosse waren es etwa 300m.

    Ach ja, wie kam ich auf die Dosse? Schuld daran war der Wasserwanderatlas. Der kleine Fluß fiel mir beim Durchblättern auf. Gelegen zwischen der unteren Havel im Westen und den Ruppiner Gewässern im Osten war das bisher für mich ein weißer Fleck. In einem Paddelforum kam der Fluß eher schlecht weg, es hieß, er sei wenig abwechslungsreich.

    Die Einsatzstelle hinter der Bahnlinie sah vielversprechend aus.. Wir bauten die Boote auf, verstauten das Gepäck und gegen Mittag konnten wir starten. Wir hatten uns keinen konkreten Zielpunkt vorgenommen, sondern wollten uns treiben lassen und schauen, was die Gegend uns anbieten würde.

    Der kleine Fluß ließ sich von Anfang an sehr schön und leicht paddeln, mit einer Strömung von ungefähr zwei bis drei Kilometern pro Stunde muss man nicht viel machen. Einzig der an allen drei Tagen herrschende Gegenwind bremste uns etwas aus. Nach einer Stunde machten wir eine erste kleine Pause, damit sich Udo ein bisschen bewegen konnte.

    Links und Rechts der Dosse gibt es meist Wiesen und auch etwas Wald. Ackerflächen sind seltener, weil es sich meistens um Feuchtwiesen handelt, die für Weiden genutzt werden. Auf den ersten sechs Kilometern gibt es drei Sohlgleiten. Das sind ehemalige Wehre die durch Schüttungen in kleine Stromschnellen umgewandelt worden sind. Im Wasserwanderatlas stand, dass diese bei gutem Wasserstand überfahren werden können. Der Pegel in Wusterhausen zeigte 53cm, als mittlerer Wasserstand werden für April 37cm angegeben. Wir konnten alle drei Stellen gut überfahren, das brachte ein kleines bisschen „Wildwasserfeeling“ in die ganze Sache.

    Nach sieben Kilometern erreichten wir das kleine Dörfchen Teetz. Gleich hinter der Brücke gibt es auf der linken Seite einen wunderschönen Rastplatz. Wir landeten an und kochten erst einmal Kaffee.

    Gegen 15 Uhr hätten wir in aller Ruhe weiter paddeln können. Wir sahen uns die Karte an und überlegten, wo der nächste Platz für eine Übernachtung sein würde, aber der Platz in Teetz war einfach zu schön um ihn einfach ungenutzt zu lassen. Es gab überdachte Sitzgelegenheiten, ein Gebäude das zum Kochen Windschatten bot, eine schöne ebene Wiesenfläche für die Zelte, viel Ruhe, ein Dorf in dem man sich Trinkwasser besorgen konnte und eine Feuerstelle. Kann man so viele Vorteile an einem Platz weiter Dosseabwärts finden? Um es vorweg zu nehmen, nein. Es gibt keinen besseren Rastplatz während der nächsten 25km. Wir beschlossen auf diesem Platz zu bleiben und unser Lager aufzuschlagen. Anschließend machten wir noch einen kleinen Spaziergang, um die Gegend zu erkunden. Bei einem freundlichen Dorfbewohner ließen wir noch unsere leeren Wasserflaschen füllen, machten ein kleines Feuer, quatschten noch eine Runde und legten uns relativ zeitig schlafen.

    12.04. Ein schöner Paddeltag

    Den nächsten Tag gingen wir sehr ruhig an. Ich stand 8:30 Uhr auf. Mein Sohn schlief eine Stunde länger. Wir frühstückten in aller Ruhe, trödelten noch ein bisschen beim Einpacken und kamen dann erst kurz vor Mittag wieder auf das Wasser.

    Vor uns lag die Dosse, die noch einige Wehre zum Umtragen für uns bereit hielt. Auffällig an diesem Flußabschnitt war, dass fast alle am Fluß stehenden Bäume im unteren Bereich von Bibern angenagt waren. Man kann das auf dem oberen Bild über meinem Boot erkennen. Im Laufe des Tages sahen wir dann tatsächlich zahlreiche Biber, zum Teil auch mit Ihren Jungen. Leider war ich schlecht vorbereitet um schnell zu Fotografieren, so dass ich keinen Biber auf ein Bild bannen konnte. Immer als ich soweit war, waren sie bereits in ihrem Bau verschwunden.

    Einmal sah Udo den Biber als erster und sprang ins Wasser. Er schwamm ans Ufer und lief dort aufgeregt hin und her. Als er sich etwas beruhigt hatte, konnten wir ihn wieder überzeugen ins Boot zu springen. Der Biber war zum Glück im Wasser viel schneller, das hätte sonst für Udo schlecht ausgehen können. Alles was er von seinem Ausflug mitbrachte, waren einige dutzend Kletten.

    Bei unserer weiteren Fahrt trugen wir die Boote an insgesamt sechs Wehren um. Es gibt keine ausgebauten Stellen zum Aus- und Einsetzen der Boote. Da war es sehr praktisch, dass ich mit Trockenanzug und Neoprenschuhen unterwegs war. So konnte ich an matschigen Stellen zuerst aussteigen und den anderen Beiden beim Anlegen helfen.

    Ein besonderes Erlebnis war eine riesige Koppel. Die Pferde waren neugierig und begleiteten uns ein Stück.

    An zwei Wehren waren in der Karte Rastplätze eingetragen. Diese Rastplätze gab es dort allerdings nicht. Deswegen entschlossen wir uns zum Weiterfahren und bauten unser Lager am siebenten Wehr des Tages, kurz vor Wusterhausen, auf. So konnten wir noch etwas Leckeres einkaufen und den Abend gemütlich am Feuer verbringen.

    13.04. Am Ende der Tour blauer Himmel und Sonnenschein

    Am nächsten Morgen weckte uns herrlicher Sonnenschein. Ich stand etwas eher auf und bereitete Holz für den Hobokocher vor. Man kann auch das Kaffeewasser entspannt mit einem Gaskocher heiß machen, aber am Morgen an einem kleinen Feuer sitzen und das Frühstück mit ein wenig Anstrengung vor zu bereiten, ist etwas anderes.

    Gegen 9:30 war alles wieder gepackt und es ging weiter. Es kam noch eine Stelle an der Treibgut den Weg versperrte und noch einmal umgetragen werden mußte. In Wusterhausen gab es noch ein paar kleine Stromschnellen und danach war entspanntes Paddeln bis nach Spiegelberg angesagt. Nach einer Stunde waren wir an der Eisenbahnbrücke angekommen. Dort ist eine Sperre im Fluß aufgebaut. Wir nahmen die Boote aus dem Wasser und packten unser Gepäck und die Boote zusammen. Zu Fuß ging es dann noch nach Neustadt zum Bahnhof. Ein wunderschöner kurzer Paddelausflug ging zu Ende.

    Zuhause angekommen merkte unser Hund sofort, dass auf meiner Isomatte ein Artgenosse gesessen haben musste.

    Die Dosse von Fretzdorf bis Neustadt ist auf jeden Fall eine Empfehlung. Sie führt durch schöne Wiesenlandschaft, die Gegend ist dünn besiedelt und man findet viel Ruhe. Mit größeren Booten wird das Umtragen natürlich anstrengender. Im Sommer ist der Wasserstand niedriger und man wird die Sohlgleiten treideln müssen, dafür sollte man Neoprenschuhe dabei haben. Für ein verlängertes Wochenende ist die Strecke ideal. Wenn man am ersten Tag in Fretzdorf gegen 15 Uhr beginnt, kommt man ganz in Ruhe auf dem wunderbaren Rastplatz in Teetz an. Der zweite Tag ist mit 20km, und dabei schöner Strömung, auch keine unüberwindbare Distanz. Dabei bieten die sechs Umtragestellen genug Möglichkeiten für eine Rast. Wir benötigten für die Strecke mit Pause und Kaffekochen ganz in Ruhe 7 Stunden. Am dritten Tag schafft man es locker zur Mittagszeit in Neustadt am Bahnhof zu sein. Ein eher sportlich orientierter Paddler schafft die ganze Strecke natürlich an einem Tag. Unsere Packrafts haben sich bei der Tour bestens bewährt, wir konnten mit dem Zug an- und abreisen und waren mit 3l Wasser und Essen für drei Tage bei jeweils 20kg. Beim Gewicht kann man sicher noch einsparen, aber ein kleines bisschen Bequemlichkeit darf es dann schon sein. Ein besonderes Erlebnis waren die zahlreichen Tiere an der Strecke.

    Die Dosse-Ableitung zum Kyritzer Obersee kann nicht gut befahren werden. Ein Anwohner aus Teetz sagte uns, dass der Obersee als „Stausee“ genutzt wird und im Frühjahr meist viel Wasser hat und deswegen der Zufluß über den Ableiter sehr klein gehalten wird. Auf mich wirkte der Ableiter wie ein kleiner Meliorationsgraben.

  • Küstrinchenbach März 24

    Ich hatte große Lust die Strecke von Feldberg nach Lychen, nachdem ich diese schon einmal vor 45 Jahren in entgegengesetzter Richtung gefahren bin, ja das ging damals noch, zu paddeln. Weil ich unbedingt den dazwischen liegenden Küstrinchenbach im Boot zurücklegen und die Strecke nicht umtragen wollte, musste ich zeitig im Frühjahr fahren. Der Küstrinchenbach darf nur ab einem Pegel von 30 cm befahren werden. Diesen Wasserstand hat der Bach immer nur im zeitigen Frühjahr, deswegen musste die Fahrt so zeitig im Jahr sein. Ich fand leider niemanden der mit mir im März paddeln wollte, weil es Allen die für so eine Tour in Frage kamen noch zu kalt war in dieser Jahreszeit. Mich hat das nicht abgeschreckt, zumal ich meinen Trockenanzug gern einmal intensiver ausprobieren wollte. Außerdem hatte ich mir vor der Madeira Tour einen Daunenschlafsack gekauft, so dass Übernachtungen bis etwa null Grad kein Problem sein sollten. Ohne Trockenanzug hätte ich die Tour nicht gemacht, weil im Falle des Kenterns das Wasser bei 10 Grad wohl keine guten Voraussetzungen bietet, um gesund an Land zu kommen.

    Wie bei meinen vorhergehenden Touren habe ich mich zeitig mit meiner Packliste beschäftigt. Nach zahlreichen Änderungen hatte ich mich letztendlich entschieden, nur den Hobokocher mitzunehmen. Ich kam letztlich auf ein Gesamtgewicht mit meinem Packraft von 14 kg. Als ich die ganzen Einzelgewichte zusammengerechnet hatte, war ich selbst sehr erstaunt, dass ich mit Klamotten, Kochutensilien, Lebensmitteln, Rucksack, diversen Kleinkram und Boot bei diesem Gewicht gelandet bin. Das Trinkwasser für die Tour kam natürlich noch dazu.

    Der Bus fuhr pünktlich los. Weil ich in Neustrelitz genug Zeit hatte, habe ich mir dort noch zwei Flaschen Wasser gekauft. Diese 3 kg kamen natürlich noch bei den 14 kg oben drauf.

    Gegen 13 Uhr kam ich in Feldberg an. Um die verlorenen zwei Stunden etwas zu kompensieren bin ich ein Stück der ersten Strecke am Schmalen Luzin in Richtung Süden gelaufen. Dort gibt es eine kleine Fähre und dieser Anleger sollte mein Startpunkt werden. Obwohl es noch außerhalb der Saison war, traf ich dort den Fährmann der sich wunderte, warum ich so zeitig im Jahr dort paddeln wollte. Nach meiner Erklärung wünschte er mir eine schöne Tour und fuhr wieder nach Hause, er hatte nur nachgesehen, ob auf seinem Gelände alles in Ordnung war.

    Das Aufbauen und das Verstauen des Gepäcks dauerte etwa eine viertel Stunde. Dann konnte es endlich aufs Wasser gehen.

    Endlich konnte es losgehen. Es war bewölkt und der Wind wehte leicht von vorn. Glücklicherweise war es zu wenig um ernsthafte Wellen aufzubauen.

    Da hatte ich mich wirklich dämlich angestellt. Ich hatte das kleine Stativ etwas höher gestellt, damit die Kamera über den Packsack „sehen“ konnte. Das hätte ich einfach lassen sollen. Fünf Sekunden später fiel sie ins Wasser. Deswegen geht es ab jetzt mit Bildern vom Handy weiter.

    Die Bäk als Übergang zum Carwitzer See ist ein kleiner Bach dicht mit Bäumen bewachsen. Die erste Umtragestelle ist dann auch schon mitten im Dorf Carwitz. Ich konnte gut aussteigen, das Boot heraus nehmen, die Packsäcke abschnallen und dann alles über die Straße auf die andere Seite tragen. Man landet dabei mitten im Dorf an einem schönen Rast- und Spielplatz.

    Direkt an dieser Stelle konnte ich nicht wieder einsetzen, das schnell strömende Wasser war zu flach, selbst für mein Packraft mit seinem geringen Tiefgang. Vielleicht bin ich auch einfach ein bisschen zu schwer um den wenigen Tiefgang des Bootes optimal zu nutzen.

    Ich trug meine Ausrüstung etwa 100 m weiter direkt an den Carwitzer See. Den durchpaddelt man nur ein sehr kleines Stück bis zu einer von Schilf bewachsenen Durchfahrt die zum Dreetzsee führt. In dieser Durchfahrt hatte die Kamera dann ihren Schwimmkurs. Bis Heute konnte ich ihr übrigens noch kein zweites Leben einhauchen trotz intensiver Trocknungsbemühungen.

    Mit einigem Frust im Bauch durchquerte ich den Dreetzsee. An dessen Ende war eine Umtragestelle über einen Campingplatz. Ich wußte, dass der Platz im März noch nicht geöffnet hatte und hatte dennoch vor, dort mein Zelt aufzubauen. Als ich aus dem Boot stieg um die Lage zu peilen sah ich, dass jemand in der Rezeption war. Der Platz ist riesig und mit zahlreichen Dauercampern belegt. Ich fragte sehr freundlich beim Platzwart, der offensichtlich auch außerhalb der Saison auf seinen Platz aufpasst, nach, ob ich eine Nacht dort unten am See übernachten dürfe. Er wand sich und meinte, dass die Sanitäranlagen ja auch noch nicht geöffnet hätten und wollte mir seine Erlaubnis nicht geben. Ich gebe zu, dass ich mächtig sauer war. Er empfahl mir mein Zelt nach der Umtragung unten am Krüselinsee aufzubauen, da sei ein kleines Wiesenfleckchen wo ich gut mit meinem Minizelt stehen könne. Ich trug alles auf die andere Seite. Schnell stand fest, dass ich direkt hinter zwei Schildern, die das Naturschutzgebiet auswiesen, nicht mein Zelt aufstellen und den Hobokocher anschmeißen würde.

    Inzwischen dämmerte es schon mächtig, es war gegen halb sechs. Ich entschied, weiter zu fahren. Der Krüselinsee lag vor mir, einer der saubersten und klarsten Seen in der Gegend. Nach einer knappen Stunde kam ich am anderen Ufer, der Krüseliner Mühle an. Dort gibt es keinen Biwakplatz und auch sonst fand ich keinen gescheiten Platz für mein Lager. Ich beschloß unzutragen und hoffte am Kleinen- oder am Großen Mechnowsee ein Plätzchen zu finden.

    Ich setzte hinter dem Wehr der Krüseliner Mühle wieder ein. Es war dort sehr matschig und sumpfig und vor Allem zu flach und das Fließ von zahlreichen umgefallenen Bäumen versperrt. Hier kam ich nicht weiter. Also: Schuhe und Socken aus, Hose hochkrempeln, Neoprenschuhe an, raus aus dem Boot und das ganze Gerödel 30m durch den Sumpfstreifen tragen. Was soll ich sagen, das hatte ich mir etwas einfacher vorgestellt. Zuerst wollte ich das ganze Boot mit Gepäck zum Waldrand schaffen, aber da ich bei jedem Schritt bis zum Knie im Modder versank, trug ich die Packsäcke und das Boot jeweils einzeln. Hier muß ich mir wieder einmal vornehmen, auch in solchen Situationen, das Fotografieren nicht zu vergessen. Ich sah aus wie ein Wildschwein was gerade seiner Suhle entstiegen ist. Jetzt musste ich mir etwas einfallen lassen, es war halb acht und dunkel. Sicher hätte ich in der Nähe irgendeinen Platz gefunden auf dem ich mein Zelt hätte aufbauen können, aber irgendwie war dieser Flecken Erde bei mir gerade durchgefallen. Ein kurzes Kartenstudium verriet, dass es zu Fuß durch den Wald etwa 6 km bis zur Kolbatzer Mühle waren. Dort gibt es einen Biwakplatz. Der Entschluß stand fest, ich ließ die Luft aus dem Boot packte den Rucksack und gegen acht Uhr lief ich los. Es war stockfinster und ich war vorher noch nie nachts mit Kopflampe und Gepäck unterwegs gewesen. Aber ungeachtet dessen, meine Laune besserte sich mit jedem Schritt und nach einer guten Stunde war ich am Ziel.

    Ich habe in der Nachbetrachtung zu diesem sehr wechselvollen Tag festgestellt, dass es wichtig ist, sich in einem Zustand des Frusts, der Niedergeschlagenheit und einer gewissen Ausweglosigkeit (letzteres ist natürlich etwas übertrieben) einen Plan zu machen, eine Entscheidung zu treffen und die Sache dann neu anzugehen. Das mobilisiert den Körper und den Geist zu nicht geahnter Zähigkeit. Lasst Euch nie unterkriegen.

    Am Morgen waren die Strapazen des vergangenen Tages wie weggeblasen. Der Tag versprach Sonnenschein und ich machte mich daran das Frühstück zu bereiten. Der Biwakplatz ist sehr groß, es gibt mehrere Feuerstellen, mehrere Unterstände und auch einige Schutzhütten. Ich sammelte Holz und kochte mir auf dem Hobokocher Kaffee und bereitete mir mein morgendliches Porridge. So kann man einen Tag beginnen.

    Gegen 9:30 Uhr hatte ich alles wieder zusammengepackt, das Boot stand am Fließ und es konnte jetzt weitergehen. Die kurze Strecke bis zur Schreibermühle war bereits recht anstrengend, weil aller 20 bis 50 Meter wieder Baumstämme im Wasser lagen, man musste umtragen oder das Boot darüber heben. Der Mechowbach hatte dann aber glücklicherweise auch ein Ende

    Jetzt musste nur noch die Schreibermühle als letztes Hindernis zum Großen Küstrinsee umtragen werden und nun war ich meinem eigentlichen Ziel, dem Küstrinchenbach, schon sehr nahe gekommen.

    Die Strecke über den großen küstrinsee war nicht sehr lang und so kam ich bald in einen breiten Kanal, der zur Küstriner Mühle führte. Alle Signale standen auf go.

    An der Hinweistafel gab es einen Aushang an welchem stand, dass man den Bach mit Vorsicht befahren sollte und auf jeden Fall die zahlreichen Biberburgen weiträumig umtragen soll. An einigen dieser Biberburgen standen dann auch noch extra Hinweisschilder. Der Anfang des Bachs war sehr harmlos. Noch wenigen hundert Metern musste man allerdings immer öfter aus dem Boot raus und entweder treideln, weil das Wasser zu flach war, oder man musste das Boot umtragen, weil irgendwelche Bäume oder Biberburgen im Weg lagen. Es war ringsherum eine wunderschöne Natur und ich brauchte für die etwa 4 km drei Stunden.

    Eine letzte Biberburg war noch zu umtragen, und ich konnte vor mir den Biwakplatz Fegefeuer endlich sehen. Es war noch rechtzeitig am Tag, aber das war auch gut so, denn alle Dinge die ich im Boot unverpackt liegen hatte, waren völlig durchnässt. Das lag an meiner Technik wie ich in das Boot, wenn ich auf dem Fließ war, ein- und ausgestiegen bin. Die besten Ergebnisse hatte ich erzielt indem ich mich bei einer Wassertiefe von ungefähr 30 cm mit dem Rücken an das Boot gestellt habe und mit einem kühnen Satz nach hinten auf den Sitz gesprungen bin und danach die Beine ins Boot geschwungen habe. In dieser Disziplin hatte ich mittlerweile eine gewisse Perfektion erreicht. Es gab lediglich den unangenehmen Nebeneffekt, dass bei jedem Sprung mindestens ein Liter Wasser mit über Bord kam. Da sammelt sich nach dem zehnten Sprung so einiges an. Mir selbst konnte das Wasser nichts anhaben, denn ich hatte meinen Trockenanzug an und an den Füßen zusätzlich noch Neoprenschuhe. Meine normalen Straßenschuhe hatte es dagegen arg erwischt, denn ich hatte sie hinter die Sitzlehne gesteckt und sie waren randvoll mit Wasser. Deswegen machte ich nach meiner Ankunft um 15 Uhr nach dem Zeltaufbau als erstes Feuer um die Chance zu haben, die Schuhe bis zum nächsten Morgen irgendwie trocken zu bekommen.

    Am nächsten Morgen stand ich um 6 Uhr auf, machte mir kein Frühstück, denn mein Bus in Lychen sollte um 10 Uhr fahren. Ich war wirklich sehr schnell mit dem Einpacken, so dass ich schon um 7 Uhr los paddeln konnte. Der Weg nach Lychen, es waren etwa 3 km, dauerte höchstens eine Stunde, so dass ich viel zu zeitig da war. Ich zog mich um, packte meine Sachen in aller Ruhe zusammen, suchte mir einen Bäcker, machte dort ein wunderbares Frühstück, und als ich den Bus bestieg, fing es an zu regnen. So nahm mein kurzer Ausflug ein wunderbares Ende, das Wetter hat bis zuletzt richtig schön durchgehalten und es war trotz einiger Schwierigkeiten ein wunderbares Abenteuer.

  • Madeira Februar 2024 Teil 6 von Fanal zum Parque da Campismo

    Nach einem sternenklaren Himmel in der Nacht begann der Tag unserer letzten Wanderetappe mit schönstem Sonnenschein. Nach fünf Tagen fühlte sich mein Gesicht schon ganz schön kratzig an, aber ich entschied dass es bis zum Abend gehen würde.

    Eine Kuh mit einem wenige Tage alten Kälbchen besuchte unser Lager während wir frühstückten. Die Tiere waren völlig tiefenentspannt. Wir raten es ihnen gleich, packten in Ruhe unsere Sachen und nahmen Abschied von diesem bezaubernden Ort.

    Der Weg führte uns zunächst die Straße entlang, den Kühen hinter. Der Weg sollte laut Outdooractiv von der Straße aus nach links in den Wald, später an einer Levada entlang bis zum Meer führen.

    Es hätte eine einfache Tour werden können.

    Der Weg durch den Wald begann völlig harmlos. Es ging über Steine stetig bergab. Nach 200 Metern war der Weg kaum noch zu erkennen und er wurde etwas steiler bis kein Weg mehr zu erkennen war. Ich versuchte weiter voran zu kommen und rutschte auf den Hintern von einem Baum zum Nächsten. Es gab keinen Weg mehr. Zurück zu gehen war mit dem schweren Gepäck keine verlockende Vorstellung. Wir setzten die Rucksäcke ab und mein Neffe versuchte einen Weg zu finden.

    Nach zehn Minuten kam er zurück, er hatte eine alte Levada gefunden die offensichtlich seit vielen Jahrzehnten verfallen war. Der Karte nach musste sie etwa einhundert Meter oberhalb derer liegen, die wir eigentlich entlang wandern wollten. Die Karte ließ vermuten, dass wir nach etwa sechshundert Metern, wenn wir der alten Levada folgen würden, auf einen Weg stoßen, der weiter nach unten führt. Wir krochen über und unter dutzenden Bäumen hindurch, es war schon eine ganz schöne Plackerei. Ich glaube wir brauchten für das kleine Stück fast eine Stunde. Wir waren unglaublich erschöpft und erleichtert als wir den Weg endlich fanden. Es ging jetzt noch zahlreiche Treppenstufen nach unten, bis wir die Levada erreichten. Leider hatte uns der anstrengende Weg beide abgehalten Fotos von dieser unfreiwilligen Durchschlageübung zu machen. Da muss ich bei zukünftigen Abenteuern an mir arbeiten, damit mir nicht immer die besten Bilder fehlen.

    Von jetzt an war der Weg wieder sehr bequem zu laufen. Häufig führte er im Halbschatten durch saftiges Grün immer weiter mit sanftem Gefälle langsam aber stetig in Richtung Meer. Nach unzähligen Wendungen am Berg entlang, immer wieder an kleinen Wasserfällen vorbei, erreichten wir eine Straße. Dort trafen wir auch wieder einige Touristen. Mit einem deutschen Pärchen unterhielten wir uns kurz. Sie wollten, beide mit weißen Turnschuhen und weißen Hosen bekleidet, mal hundert Meter in die Levada hinein laufen. Nach dem Abschied mussten wir irgendwie ein bisschen grinsen und waren froh, daß alle Menschen so unterschiedlich ticken, wie voll wären die Wanderwege und Trekkingplätze sonst gewesen.

    Nach der Straßenüberquerung ging es wieder etwas steiler mit uns bergab. Vorbei am riesigen Farnen ging es durch dichte Wälder bis eine größere Lichtung das erste Mal den Blick auf das Meer frei gab.

    Endlich kamen wir nach Ribeira da Janela. Jetzt galt es noch fünfhundert Höhenmeter bis zum Meer hinab zu steigen. Dazu benutzten wir die alten Straßen. Diese sind etwas steiler, aber auch kürzer als die neuen Asphaltpisten und haben in der Mitte Treppenstufen. Diese sind sehr flach und ich hatte ordentlich mit Wadenkrämpfen zu tun.

    So wie der längste Aufstieg hat natürlich auch der längste Abstieg irgendwann ein Ende. Am Meer angekommen gab es erstmal eine Cola. Nach einigen Tagen mit viel Energieverbrauch und knapp bemessenem Essen ist ein kleiner Zuckerschock schon sehr geil.

    Der Parque da Campismo ist ein kleiner, sehr feiner Platz. Die Sanitäranlagen sind sehr ordentlich und das bei einem Preis von sechs Euro pro Person.

    Am Abend hatten wir ein sehr angenehmes Gespräch mit einem Wander meines Alters (+10). Wir redeten über schöne Orte und Ziele, über Ost und West, über das Leben im Allgemeinen und über Madeira im Speziellen. So ging unser letzter Tag der Reise zu Ende.

    Da wusste ich noch nicht, dass am nächsten Tag noch ein kleines Abenteuer auf mich warten würde.

  • Madeira Februar 2024 Teil 5 von Rabacal nach Fanal

    Der Morgen in Rabacal begann wieder mit Sonnenschein. Ausgeschlafen ging es an die Zubereitung des Frühstücks. Wie man auf dem Bild sieht, kann man den Tag auch mit einem herzhaften Nudeleintopf starten. Wir hatten beide das Essen für die ganze Woche im Rucksack, da muss man schon auf das Gewicht achten. Deswegen war gefriergetrocknete Nahrung die erste Wahl. Im Laufe der Wanderung bestätigte sich, dass man auf Madeira keine großen Wasserreserven mitzuschleppen braucht. Es gab überall sehr viele Quellen bei denen man die Vorräte auffüllen konnte.

    Als die Zelte abgebaut und das Gepäck wieder im Rucksack verstaut war, nutzten wir die Toilette des Restaurants und gingen erleichtert die erste kurze Etappe entlang der „Levada das 25 Fontes“ an.

    Die Levada ist sehr gut ausgebaut, was bei den zahlreichen Touristen die hier unterwegs sind, kein Wunder ist. Wenn wir den Weg zu den 25 Wasserfällen und die Grotte selbst, ohne Touristen hätten erleben wollen, hätten wir vor der Morgendämmerung loslaufen müssen.

    Nach einer halben Stunde waren die Wasserfälle erreicht. Es ist wirklich ein märchenhafter Ort bei dem man ins schwärmen kommen kann. Die meisten Besucher gehen von hier wieder an der Levada entlang zurück. Uns führte der Weg noch ein kurzes Stück an der Levada weiter in die andere Richtung. Dort sahen wir noch ein Meisterwerk der Statik.

    Nach kurter Zeit mussten wir den bequemen Weg verlassen und ein langer steiler Aufstieg begann. Das ist wohl auch der Grund weswegen die meisten Leute diesen Weg meiden. Es sind knapp 500 Höhenmeter zu überwinden. Die meiste Zeit des Aufstieges sind Treppen in den Weg gebaut, entweder gemauert oder mit Hilfe quer liegender Hölzer. Mir gingen immer wieder die armen Kerle durch den Kopf die vor Jahren den ganzen Mörtel dorthin schleppen mussten. Wir brauchten den mühsamen Weg wenigstens nur einmal zu laufen.

    Zum Glück hat auch der mühsamste Aufstieg mal ein Ende. Der Weg nach Fanal war jetzt mit leichten An- und Abstiegen über sanfte Hügel nach den Strapazen der vielen Treppen ein Kinderspiel. Zwischendurch gab es immer wieder schöne Ausblicke in die bergige Landschaft.

    Nach diesem sanften auf und ab gab es noch eine Wegstrecke die durch sehr urwüchsigen Wald führte. Man hätte sich nicht gewundert, wenn hinter der nächsten Biegung der T-rex gestanden hätte. Als dieser Urwald hinter uns lag kamen wir nach der Überquerung einer Straße an einen Aussichtspunkt, von dem wir tiefer unter uns die Wolken sehen konnten. Ich war überzeugt, dass sich in diesem Nebelschleier Fanal verstecken musste. In Fanal ist der bekannte „Feenwald“ auf Madeira den man auf Fotos immer nur im Nebel sieht.

    Nach dieser wunderbaren Aussicht öffnete sich die Landschaft, es gab kurz abgeweidete Wiesen und die ersten alten Lobeerbäume zeigten sich in der weiten Landschaft. Fanal war nur noch einen Steinwurf von uns entfernt.

    Ich staunte nicht schlecht, dass der Feenwald im schönsten Abendlicht der Sonne schimmerte, kein Nebel weit und breit. Die Landschaft hatte jetzt zwar nicht diese märchenhafte Gestalt die wir vermutet hatten, aber das herrliche Wetter machte in dieser schönen Gegend dennoch richtig gute Laune. Die Anstrengung des heutigen Aufstiegs war meinem Tshirt anzusehen. Nachdem ich es am Nachmittag noch gewaschen hatte, war es sogar noch bis zum Einbruch der Dunkelheit getrocknet.

    An diesem Platz standen außer uns noch drei Zelte. Je mehr sich der Tag neigte, desto weniger Besucher waren unterwegs. Es wurde ruhig, wir kochten unser Abendessen an der Grillhütte, quatschen noch ein bisschen bis zur Dunkelheit und gingen bei einem tollen Sternenhimmel in unsere Zelte.

  • Madeira Februar 2024 Teil 4 von Estanquinhos nach Rabacal

    Im Laufe der Nacht hörte der Regen bald wieder auf. Der Platz Estanquinhos wirkte auf mich nicht sehr einladend. Es gibt dort kaum einen Platz auf dem man ein Einpersonenzelt auf gerader Fläche aufbauen kann. Ich hatte mir die einzige gerade Stelle gesucht, wenn es allerdings lange anhaltend geregnet hätte, wäre ich mit meiner Luftmatratze aufgeschwommen. Zum Glück war der Regen zu schwach, um mein Zelt zu fluten. Am Morgen war noch etwas Nebel in der Luft der sich allerdings schnell auflöste. Die Sonne zeigte sich bald und wir konnten in Ruhe frühstücken Wir packten zusammen und machten uns wieder auf den Weg.

    Der Weg führte an diesem Tag über eine Hochebene die hauptsächlich mit Ginster bewachsen war. Der von Outdooractive vorgeschlagene Weg abseits der Asphaltstraße endete im Nirgendwo. Wir mußten die letzten 500m wieder zurück und nahmen dann doch die Straße. Es war kaum Verkehr und wir trösteten uns mit dem Gedanken, schnell voran zu kommen. Es dauerte dann auch nicht lange und wir konnten die Straße wieder verlassen. Nach unserer Planung hätten wir hier schon die Tagesetappe beenden sollen. Der Platz Ribeira do Alecrim lag noch einen Kilometer entfernt. Weil es gerade erst Mittag war, beschlossen wir weiter zu laufen und sahen uns den Platz gar nicht erst an.

    Nachdem wir die Straße verlassen hatten, war die Landschaft immer noch sehr offen. Links von uns sahen wir den Stausee Barragem do Pico da Urze. Das ist ein rein technisches Bauwerk, er ist komplett eingzäunt. Der Weg führte jetzt leicht abwärts und der Bewuchs wurde wieder etwas höher. Hin und wieder gab der Bewuchs einen Blick auf die umliegenden Täler frei.

    Nach einem kurzen steilen Aufstieg kamen wir an eine sehr schöne Levada. Als Ziel für den Tag peilten wir jetzt Rabacal an. Auf den Karten ist dort ein Biwakplatz neben einem Restaurant eingezeichnet den man allerdings nicht vorher buchen konnte. Die Gegend um Rabacal hatte ich ein Jahr vorher schon einmal besucht. Es ist eine Touristenhochburg, weil es dort den Risco Wasserfall und die Levada das 25 Fontes zu sehen gibt.

    Am Nachmittag kamen wir gegen vier Uhr in Rabacal an. Im Restaurant erfuhr ich, dass der Biwakplatz auch von den Behörden Madeiras betrieben wird. Offensichtlich wurde er bei der Erstellung der entsprechenden Homepage einfach vergessen. Andere Wanderer, die auch ihre Zelte dort aufstellten, bestätigten das. Der Platz ist sehr schön gelegen, hat eine Feuerstelle, verfügt auch über fließend Wasser und natürlich gibt es dort auch viele der Madeirabuchfinken.

    Zitat von www.homeoffice-madeira.com:

    „Der Risco-Wasserfall ist ein besonderes Highlight in der Gegend der „Levada das 25 Fontes“ und im Lorbeerwald Laurisilva, er seit 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Hier stürzt er etwa 100 Meter an einer glatten Felswand in die Tiefe hinab. Ein besonderes Erlebnis, weil man relativ nah an den Wasserfall herankommt. Früher konnte man sogar noch einen kleinen extra Weg gehen, der hinter dem Wasserfall entlangführt. Dieser Weg ist heute leider gesperrt, da der er nicht mehr gepflegt und in Stand gehalten wird und dadurch das Begehen äußerst gefährlich ist.“

    Nach dem Aufbau der Zelte hatten wir noch genug Zeit und wanderten zum Risco Wasserfall. Der Weg war nicht anstrengend, er führt an einer Levada entlang. Der Wasserfall ist einfach toll. Den alten Weg hinter dem Wasserfall entlang konnten wir sehen, aber er ist durch eine Gittertür verschlossen.

    Wir liefen zurück zu unserem Lager und der Tag ging zur Neige. Die heutige Wanderung war gegenüber der Gestrigen fast schon erholsam. Das Wetter war mit etwa 20 Grad sehr angenehm zum Laufen und wir gingen zufrieden schlafen.

  • Madeira Februar 2024 Teil 1 Vorbereitung

    Um der Schwermut des Winters, den ich zu dieser Jahreszeit immer häufiger empfinde, etwas entgegen zu setzen, plante ich eine Woche wandern auf Madeira. Die Insel des ewigen Frühlings sollte die richtige Therapie gegen diesen Winterblues sein. Anders als im vergangenen Jahr auf Mallorca fand ich mit meinem Neffen einen Mitstreiter der bereits von Anfang an mit dabei war. Der Plan sah vor, vom 08.-15. Februar von Leipzig aus auf die Insel zu fliegen. Ich hatte bereits über die Weihnachtstage begonnen, die Route zu planen.

    Dieser Plan hier ist die Variante 3. Als Vorlage und Anregung verwendete ich das Buch von Täve Supertramp „Madeira – Trekking mit Zelt“. Es gibt zwar auch zahlreiche Beiträge dazu im Netz, aber ein Buch ist dennoch eine schöne Möglichkeit, sich mit einem Thema intensiv zu befassen.

    Auf Madeira gibt es ausgewiesenen Trekkingplätze welche man kostenlos nutzen kann, einzige Bedingung ist eine vorherige Anmeldung auf der Seite https://simplifica.madeira.gov.pt/services/8-25-101. Für die Plätze ist das Institut für Wald und Naturschutz in Funchal zuständig. Die Plätze sind zwar etwas ungleichmäßig über die Insel verteilt, aber man bekommt dennoch eine Route mit Tagesabschnitten um die 10 – 14km zusammengestellt.

    Es gibt die Seite des Instituts für Wald und Naturschutz auch in einer deutschen Übersetzung. Im Netz fand ich Hinweise, dass man unbedingt die potugisische Variante benutzen sollte, weil sonst durch die Übersetzung sehr viele Fehler bei der Auswahl auftreten würden. Das kann ich so nicht bestätigen, die deutsche Übersetzung ist sehr gut. Ich hatte bei der Buchung ganz andere Probleme. Ich war es bisher gewohnt eine Übernachtung, egal ob im Hotel oder auf einem Campinglatz, vom Anreise- bis zum Abreisetag zu buchen. Es brauchte mindestens 10 Anläufe bis ich merkte, dass man hier nur den Arreisetag buchen musste, weil man ansonsten für den Folgetag keinen anderen Platz mehr auswählen kann. Auf der Lizenz steht dann tatsächlich dass man am Tag x den Platz y von 0 – 24 Uhr nutzen kann. Das ist natürlich etwas eigenartig, aber als ich herausbekommen hatte wie es funktioniert, war es ein Kinderspiel die Lizenz zu bekommen. Am Ende der Anmeldeprozedur konnte ich mir das Ganze als PDF selbst ausdrucken.

    In der Praxis erwiesen sich die Entfernungen, welche Outdooractive ermittelt hatte, als zu kurz angegeben. So wurden aus geplanten 11km auch tatsächlich mal 20km. Man sollte also nicht zu lange Etappen planen, länger werden sie von ganz allein.

    Jetzt galt es noch den Flug zu buchen. Condor fliegt immer Donnerstags von und nach Leipzig, wir einigten uns auf einen Termin und so war ein großer Teil der Vorbereitungen abgeschlossen.

    Bis zum Abflug war ich mit der Packliste beschäftigt. Was braucht man unbedingt? Welchen kleinen Luxus möchte man mitnehmen? Wie ist letztendlich das Gepäckgewicht? Manch Einer wird sich fragen wie ich mich so lange an diesen Fragen aufhalten kann. Es ist ganz einfach: Ich habe meinen Spaß dran, Vorfreude ist ein kleines Glück. Am Ende war ich bei einem Rucksackgewicht mit Essen für 7 Tage bei etwa 14kg. Das Trinkwasser und der Fotoapparat kamen da natürlich noch dazu. Der kleine Luxus war dann übrigens echter Filterkaffee.