Schon wieder Madeira (Teil 1) Ankunft und Start

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Ja Leute, wie kommt man auf die komische Idee nach zwei Monaten erneut eine Woche nach Madeira zu fliegen? Weil die alten weißen Männer, zu denen ich zweifellos gehöre, den Planeten an den Abgrund geführt haben dachte ich, auf die eine Reise mehr oder weniger kommt es nun auch nicht mehr an. Ja wenn alle so denken würden? Keine Ahnung, aber da wäre es hier auf Madeira ziemlich überfüllt.

Wenn ich an die anderen Fluggäste denke, spielen aber auch sowohl alte weiße (in der Mehrheit gefärbte) Frauen als auch Familien mit Kleinkindern eine Rolle bei der Zerstörung des Planeten. Schade, die Story mit den alten weißen Männern ist wohl doch nicht die ganze Wahrheit.

Tatsächlich war es natürlich ganz anders, Condor machte mir ein unwiderstehliches Angebot auf welches ich, als braver Konsument, einfach reingefallen bin. Außerdem fliegt Luisa Neubauer auch ständig durch die ganze Welt um das Klima zu retten, da dachte ich mir, ich mach da einfach mit, jede Unterstützung hilft.

Am Donnerstag, dem 30.01.2025 ging es von Leipzig – Halle los. Ich wunderte mich etwas, dass die Crew auch aus alten weißen Stewards anstelle wunderbar geschminkten jungen Stewardessen bestand, das Alles hatte schon den Anschein eines Komplotts.

Die Landung auf Madeira war sehr spannend. Der starke Wind aus Nordost, der uns eine Stunde Vorsprung verschafft hatte, wurde am Flughafen auf Madeira zu kräftigen Fallböen. Der Pilot musste ständig korrigieren weil die Turbulenzen bis zum Aufsetzen erheblich waren. Als er uns unmittelbar vor der Landung zweimal ermahnte dass auch ja alle angeschnallt seien sollten, wurde es relativ ruhig. Als wir dann aufgesetzt hatten gab es heftigen Applaus und er meldete sich erneut: „Habe ich da gerade eine gewisse Erleichterung in Ihrem Applaus gehört?“ und man konnte das Grinsen in seinem Gesicht direkt spüren. Ich war auch erleichtert, dass der Pilot eine weitere Verschmutzung der Weltmeere verhindern konnte. So viele Flugzeugteile an den Küsten Madeiras ist keine schöne Vorstellung.

Um dem Planeten vollends den Rest zu geben, hatte ich bei der Autoverleihfirma „Madeira rent“ natürlich noch ein Auto bestellt. Bei dieser Firma hatte ich, als ich gemeinsam mit meiner Frau vor zwei Jahren hier auf Madeira unterwegs war, bereits schon einmal ein Auto gemietet. Es war irgendwie lustig, denn sie kamen mit der gleichen Masche wie damals um die Ecke. Ein größeres, stärker motorisiertes Auto würde die steilen Berge hier viel besser rauf kommen und das größere Auto würde mich nur 100 € mehr kosten.  Ich ließ mich ziemlich schnell bequatschen, denn schließlich bekommt man mit einem größeren Auto das Weltklima noch viel besser und schneller gerettet.

Falls sich hier irgendjemand fragt, warum ich es ständig mit dem Weltklima habe, die Antwort ist ganz einfach: Ich habe hier beim Schreiben so ganz nebenbei ein Schlückchen Rotwein hintergekübelt, das hat meine Kreativität in besondere Bahnen gelenkt und meine philosophische Seite geweckt.. Ich glaube, wenn ich in meinem Leben mehr getrunken hätte, wäre glatt ein Schriftsteller aus mir geworden. Jetzt, wo die halbe Flasche leer ist und meine Gedanken müde werden, mache ich erstmal Schluss und schreibe morgen weiter.

Da habe ich ganz schön viel geschwafelt und bin erst bis zur Abholung des Autos gekommen. Das kann ja noch dauern. Als erstes bin ich in den Supermarkt in der Nähe des Flughafens gefahren. Ich war unglaublich stolz, dass ich den Weg auf Anhieb gefunden habe. Hauptsächlich brauchte ich Wasser und nach Möglichkeit Brennstoff für einen Kocher. Gaskartuschen gab es zwar nicht, aber in der Grillabteilung fand ich eine Flasche Brenngel. Das war besser als nichts und es stellte sich als sehr brauchbar heraus. Nach dem Einkauf sollte es in Richtung „Canical“, an den östlichsten Zipfel Madeiras gehen, dort begann ich zwar schon die letzte Tour, aber der winzige Platz ist einfach schön und mit 4 km Wanderung bei knapp 400 Höhenmetern vom Parkplatz aus auch nicht zu anstrengend für den ersten Tag. Auch wegen der wunderbaren Sonnenauf- und Sonnenuntergänge sollte man ihn einmal besuchen. Diesmal blieb ich fast allein dort auf dem kleinen Platz, es kam nur eine Wanderin dazu.

Der nächste Morgen begann mit schönstem Sonnenschein, so wie auch der vergangene Tag zu Ende ging. Ich stand schon mit Beginn der Morgendämmerung auf und testete mein neues Windlicht (mit Kultstatus) welches mir meine Kollegen zum 60. Geburtstag geschenkt hatten, das macht echt was her und trotzt tatsächlich dem Wind.

Der östliche Teil Madeiras ist sehr kahl und nur mit wenigen Gräsern und einigen Blumen bewachsen. Die auf den Bildern zu sehenden Palmen sind die einzigen auf der Halbinsel. Jetzt, Ende Januar, ist es durch die Regenzeit recht grün. Die Küsten sind schroff und felsig, aber die Brandung ist auf der Südseite meist milder als auf der Nordseite.Das kleine Rondell auf dem dritten Bild ist der Biwakplatz.

Ich konnte von diesem Zipfel sogar mein Leihauto auf dem Parkplatz sehen (nur mit dem Telepbjektiv, das einsame links stehende) und es bleibt es nicht aus, dass mit dem ersten Tageslicht auch die ersten Flugzeuge auftauchten, denn der Flughafen liegt an dieser Küstenseite.

Am Morgen tauchte auch ein Fischerboot auf und ich konnte den Männern bei der Arbeit zuschauen.

Das Zelt war abgebaut, die Sachen waren gepackt und es ging 4 km über diese karge Gegend zurück zum Parkplatz.

Ich war mir noch nicht sicher wie ich diese Reise angehen würde, denn mit Trekkingausrüstung und Auto hat man doch mehr Möglichkeiten. Zumindest sah ich mir noch ein paar spektakuläre Felsen auf der nordöstlichen Seite an.

Wie es weiter gegangen ist, erfährst Du im nächsten Teil der Geschichte.

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