Das Refugi Son Amer in Lluc liegt auf etwa 500m Höhe. Die Wanderung wie geplant fortzusetzen hätte uns auf eine Höhe von über 1210m geführt. Das wäre durch tief verschneite Wege, gepflastert von zahllosen Bäumen, nicht zu schaffen und völlig verantwortungslos gewesen. Zwei Tage zuvor sahen wir bei unserem Aufstieg am Nachmittag mehrmals einen Hubschrauber der Bergrettung, das darf man nicht riskieren. Deswegen stand schnell fest, dass es nach Süden, raus aus dem Gebirge, gehen sollte.
Vor dem Frühstück kam ein kräftiger Hagelschauer vom Himmel, wir konnten nur hoffen, dass wir wenigstens im trockenen den Abstieg bewerkstelligen konnten. Wir warteten noch bis etwa um zehn, es war etwas heller geworden und wir brachen auf. Mehr und mehr zeigte sich sogar die Sonne. Beim Abstieg über die Straße sahen wir wie stark der Schneesturm gewütet hatte. Zahlreiche Telefonmasten waren beschädigt, die Kabel lagen auf dem Boden. Wir sahen auch einen Reparaturtrupp der mit den Reparaturen begann. Das wird wohl noch Tage oder wahrscheinlich eher Wochen dauern. Es waren kaum unbeschädigte Bäume zu sehen. Der Wald bot ein trauriges Bild.













Stück für Stück kamen wir in tiefere Regionen, der Schnee wurde weniger bis er ganz verschwunden war.





Als wir in Caiman ankamen, war die Straße ins Gebirge gesperrt, es stand Polizei an der Sperre und ließ offensichtlich nur Bewohner der oben liegenden Dörfer und Einsatzkräfte durch. Später lasen wir, dass Teile des Tramuntana Gebirges zum Katastrophengebiet erklärt werden sollten.
Wir liefen weiter nach Selva, dem nächsten Ort, dort sollte es auf einem kleinen bewaldeten Hügel einen Rastplatz geben. Entlang der Straße gab es einige interessante Olivenbäume zu entdecken.





Als wir ankamen und schauten, ob sich das Fleckchen für eine wilde Übernachtung eignen könnte, mussten wir feststellen, dass die Dorfjugend dort ihren Treffpunkt und wohl auch ihren heimlichen Knutschplatz hatte. Da war eine Übernachtung also nicht so gut möglich und wir liefen ein Stück zurück.

Über booking.com fand sich ein ziemlich krasses kleines Hotel. Man buchte sich automatisch ein und kam in eine wunderschöne Lounge von der mehrere Zimmer zu erreichen waren. Ein Kaffeeautomat, Obst und kleine Snacks lagen bereit. Carlo kaufte noch etwas frisches Gemüse und Rotwein und dann kochten wir uns etwas zum Abendessen.



Es war ein wunderbarer Abend, wir hatten das ganze Haus für uns und teilten alte Geschichten. Das „Son Gris – Charmig Rooms“, so der Name des edlen Hauses ist auf jeden Fall eine Empfehlung.




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