Heute am Abend der 7. Etappe bin ich doch irgendwie ein bisschen aufgekratzt von den vielen Erlebnissen der letzten Tage. Ich kann nicht so richtig einschlafen. Deswegen schreibe ich noch ein wenig am späten Abend. Heute morgen tauchte in unserer Unterkunft wirklich jemand auf, der uns ein wunderbares Frühstück zubereitet hat. Es hätte mich bei der ansonsten vollautomatischen Abwicklung in diesem kleinen Hotel nicht gewundert, wenn das ein kleiner Roboter erledigt hätte. Frisch gestärkt packten wir unsere Sachen und machten uns gemeinsam wieder auf den Weg. Das nächste Ziel hieß Inka und wir wussten, dass es unser letzter gemeinsamer Ort werden sollte. Carlo muss erst wieder am Montag in die Schweiz zurückfliegen und bei mir geht der Urlaub schon einen Tag eher zu Ende. So liefen wir im strahlenden Sonnenschein noch ein paar Kilometer gemeinsam. Es ist schon etwas unwirklich im diesem schönen Wetter auf Mallorca zu laufen und im Hintergrund die schneebedeckten Berge zu sehen.





In Inka angekommen suchten wir uns noch ein Café und verabschiedeten uns. Ich sagte Carlo zum Abschied, er möge mich bitte anrufen wenn er wieder mal vor hat eine Wanderung im Tiefschnee zu unternehmen. Carlo, es war eine große Bereicherung dich getroffen zu haben.
Auf dem Tisch des Cafés lag eine Zeitung, sie war voller Berichte vom Unwetter.



Ich lief etwa einen Kilometer bis zur Bushaltestelle und es dauerte höchstens 10 Minuten bis ich im Bus saß und nach Palma unterwegs war. Auf dem Weg dorthin suchte ich mir per Airbnb eine Unterkunft für die Nacht. Das Zimmer war nicht weit vom Flughafen entfernt, so dass ich mir erhoffte am Morgen in aller Ruhe zusammenzupacken und mich dann zu Fuß auf dem Weg dorthin zu machen. In Palma angekommen stieg ich erneut in den Bus, um nicht die ganze Strecke bis zu meinem Gastgeber laufen zu müssen. Nach dem Aussteigen gab es noch 2 km Fußmarsch bis zum Ziel. Endlich angekommen wurde die Geschichte dann doch noch ein bisschen schräg. Ich klingelte, ein Junge öffnete die Tür rief etwas in Spanisch nach hinten, es kam eine Antwort zurück und die Tür fiel wieder ins Schloss. Nachdem 2 Minuten nichts weiter passierte klingelte ich erneut. An der Wechselsprechanlage meldete sich ein Mann in Spanisch, er sagte mir irgendetwas was ich nicht verstand und ich antwortete in Englisch dass ich per Airbnb ein Zimmer gebucht hatte und jetzt gern einziehen würde. Er erzählte erneut irgendetwas in Spanisch und dann war die Wechselsprechanlage erneut stumm. Das war dumm gelaufen fand ich. Als ich immer noch etwas unentschlossen zwei Häuser weiter gelaufen war, kam ein Nachbar aus seinem Haus und fragte, was es für ein Problem gäbe. Ich erklärte ihm dass ich hier eigentlich ein Zimmer gebucht hatte aber dass das ganze nicht funktioniert. Zumindest verstand der Nachbar mein bescheidenes Englisch, konnte mir aber letztendlich auch nicht helfen. Da stand ich nun ziemlich bedient da. Ich ging ein Stück den Weg zurück, suchte mir eine Bank und setzte mich erstmal in Ruhe hin, um mir einen neuen Plan zu machen.

Dann schaute ich nach, wie weit es bis zur Küste ist, denn dort gibt es doch eine ganze Menge Hotels und ich entschloss mich, die 6 km zu laufen. Mit diesem Plan im Gepäck verflog die schlechte Laune relativ schnell. Nach dem Aufbruch kam ich an eine Kneipe und ich ging hineinum etwas zu trinken. Irgendwie muss ich mit meinem Riesenrucksack doch ziemlich mitgenommen ausgesehen haben, denn der Wirt redete auf mich ein, dass ich unbedingt einen Mokka und einen Rum brauchte, um wieder zu neuen Kräften zu kommen. Dass er mir die Sachen, offensichtlich aus Mitleid, dann auch noch spendierte, sprach Bände. Der Wirt wusste ganz offensichtlich was er tat, denn als es weiter ging liefen die Füße fast von allein, na ja ich bildete mir das jedenfalls ein. Es ging über relativ verdreckte Wege durch Gewerbegebiete in Richtung Meer. Nach etwa einer Stunde war ich aus der trostlosen Gegend heraus und dem Meer schon relativ nah. Es wurde Zeit, eine neue Unterkunft zu suchen. Über booking.com fand sich bald eine preiswerte Möglichkeit. Als ich endlich ankam war ich wirklich froh, denn ich hatte schon wieder über den Tag verteilt etwa 14 km in den Beinen. Diesmal verlief das einchecken reibungslos und ohne Probleme. Die Geschichte mit der schief gegangenen Buchung konnte ich dann noch lösen, so dass ich zumindest mein Geld wieder bekomme. Am Abend lief ich dann noch ein bisschen durch die belebten Straßen, um das Treiben im Viertel anzusehen. Vom Ballermann Feeling konnte ich auch diesmal nichts entdecken, entweder liegt es an der Jahreszeit oder an den strengeren Gesetzen die es mittlerweile hier geben soll.



Irgendwie konnte ich mich dann nicht entschließen irgendwo essen zu gehen und deswegen musste wieder mal der Kocher herhalten. Nach den Problemen mit der ersten Buchung war der Abend dann doch sehr versöhnlich.


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