Für den 30 April und den 1 Mai war endlich wieder einmal strahlender Sonnenschein vorhergesagt. Es wäre wirklich schade gewesen die Zeit nicht zu nutzen um draußen im Freien etwas zu unternehmen. Ich hatte mir ja schon vor längerer Zeit vorgenommen einmal auf dem Störmthaler See zu paddeln. Die Ausrüstung packte ich schon im Laufe der Woche zusammen. Das zeitige Packen hilft mir immer dabei den eigenen Schweinehund zu überwinden, wenn die Sachen einmal gepackt sind, mache ich nicht gern einen Rückzieher. Der Plan sah vor, dass mich meine Familie nach dem Mittagessen in aller Ruhe zum Bergbautechnikpark fährt. Um 13 Uhr ging es los. Für eine Übernachtung hatte ich relativ viel Gepäck dabei, aber ich wollte auch einiges neues Equipment ausprobieren. Da ich noch keinen Wanderwagen habe, kam ein alter kleiner Handwagen zum Einsatz. Ich musste ihn schließlich nicht mit auf das Boot nehmen, denn die Familie holte mich am Ende meiner Tour einfach wieder ab. Der Weg zum Bergbau Technikpark ist nicht weit von uns zu Hause und wir waren schnell am Ziel. Ich belud den Handwagen, nahm den Rucksack in dem sich das Boot befand auf den Rücken und los ging es auf dem kurzen Weg bis zum Störmthaler See.




Ich war ein bisschen gespannt wie sich das Boot mit 30 kg Gepäck schlagen würde, ich selbst bin ja schließlich auch kein Fliegengewicht. Zugegeben, bei den 30 kg war das Boot selbst auch mit dabei. Der Eine oder Andere wird sicher fragen wie man auf so viel Gewicht kommen kann, bei mir ist das klar, es liegt am Essen, darüber hinaus hatte ich aber ein Tipi aus Baumwoll-Mischgewebe und einen Zeltofen dabei. Das Boot war schnell aufgebaut, inzwischen habe ich ja auch einige Übung darin, und so konnte ich alles aufladen und mich startklar machen. Ein letztes Winken und schon konnte das kleine Abenteuer beginnen.




Ich hatte mir vorgenommen die Strecke des ersten Tages auf der rechten Seite des Sees entlang zu paddeln. Es fällt gleich am Anfang auf, dass dieses Ufer durch Tonnen abgegrenzt ist. Ich war mir nicht sicher ob diese Tonnen ein Naturschutzgebiet markieren oder ob auf dieser Seite Untiefen, möglicherweise durch Bäume unterhalb der Wasserlinie, vorhanden sind. Ein Loch im Packraft wollte ich nicht riskieren, deswegen habe ich ganz brav jede einzelne Boje außen umfahren. Nachdem ich die erste größere Landzunge um fahren hatte, tauchte auf der linken Seite Vineta, das Kunstprojekt zur Erinnerung des Ortes Magdeborn, auf. Dort anzulegen hatte ich keine Lust, deswegen ließ ich sie einfach auf der linken Seite liegen und hangelte mich weiter entlang der Bojenkette. Das kleine Segel, was es für kleines Geld gab, probierte ich aus. Leider war der Wind zu schwach um es richtig auszuprobieren, die kleinen Windböen jdoch waren recht vielversprechend.



Ich fuhr nicht bis zum Ende des Sees sondern wendete vorher und legte dann in Lagovida an. Dort musste ich erst einmal das Boot ein Stück aus dem Wasser ziehen und die Luft ablassen denn ich hatte in den inneren Taschen des Packrafts dummerweise mein Portemonnaie mit eingepackt. Dann gab es endlich das wohlverdiente Eis.

Die Beine zu vertreten war es eigentlich noch zu früh, denn ich war ja noch keine große Strecke gefahren, deswegen ging es zügig weiter. Der Biwakplatz am See war schnell erreicht und ich konnte mich in aller Ruhe umsehen.


Ich war nicht der einzige der das schöne Wetter nutzen wollte, es waren zahlreiche Spaziergänger, Fahrradfahrer und auch Mopedfahrer unterwegs. Die Jungs mit den Mopeds versuchten auf dem Lagerfeuerplatz ein Feuer zu entfachen was glücklicherweise nicht gelang, deswegen verloren sie relativ schnell die Lust daran, machten sich wieder auf den Weg und so hatte ich den Platz schnell wieder für mich allein. Ich ging daran das Lager aufzubauen. Als das Tipi stand sah ich es mir zufrieden an. Da hatte ich doch glatt eine kleine Kiefer übersehen die in einem Winkel von höchstens 40 Grad halb über meinem Zelt hing. Wie kann man nur so dämlich sein. Es half alles nichts, alle Heringe wieder raus, die Mittelstange umgelegt und das ganze noch zwei drei Meter rüber gezogen. Diesmal ging der Aufbau wesentlich schneller. Als ich merkte dass das Zelt groß genug war um das Pack raft mit hinein zu nehmen, war ich ganz fasziniert.


Als das Zelt stand, kümmerte ich mich um das Essen. Es kam noch ein Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Großpösna vorbei und schaute nach dem Platz. Ich lobte ihn für den guten Zustand desselben. Daraus entwickelte sich ein Gespräch und er erzählte mir, dass es gar nicht so einfach sei den Platz in diesem Zustand zu erhalten. Es sei auch schon mal eine Großfamilie da gewesen mit über 50 Leuten, da wird das Prinzip eines Kanurastplatzes arg überdehnt. Er meinte auch dass durch die gesperrte Gewässerverbindung der Rastplatz eigentlich gar keine Nutzen mehr hätte. Ich finde das zwar auch schade, aber man kann es nicht ändern und muss einfach das Beste daraus machen, schließlich kann man ein kleines Boot auch gut umtragen. Als er wieder gegangen war, packte ich meinen restlichen Krempel zusammen und genoss den wunderbaren Sonnenuntergang, machte dabei allerhand Fotos und zog mich dann in mein Zelt zurück.


Die Nacht war ruhig, ich hörte allerhand Tiere aber das beeinträchtigte meinen Schlaf weniger. Die Waschbären, vor denen mich der Kollege gewarnt hatte, kamen zum Glück nicht. Am nächsten Morgen stand ich zeitig auf.

Ich mag die Ruhe am Morgen, man hat das Gefühl die Welt gehört einem ganz allein, kein Mensch weit und breit, der See liegt völlig still ohne irgendein Boot und man kann seinen Gedanken einfach freien Lauf lassen. Die einzigen die schon recht geschäftig an diesem Morgen unterwegs waren, war eine Entenfamilie.




Ich packte meine Sachen zusammen, baute das Zelt ab und belud erneut mein Packraft. Es ist total erstaunlich wie viel Gepäck man in so ein kleines Boot laden kann. Ich fuhr wie am vorhergehenden Tag weiter und hatte das Ufer auf der rechten Seite, so dass ich am Ende den See einmal komplett umrundet hatte. Es fiel auf dass diesmal am Ufer sehr großflächig Schotterpackungen aufgeschüttet waren. Offensichtlich gibt es an dieser Seite des Sees Probleme mit der Erosion des Ufers.


Die Maschinen des Bergbau Technikparks wurden schnell größer, deswegen signalisierte ich meiner Familie dass ich gegen 11 Uhr wieder am Start- und Zielpunkt der Tour sein würde und sie mich abholen können.

Es klappte alles wunderbar und zum Mittag war ich wieder zu Hause.
Fazit : Es hat sich wieder gelohnt eine kleine Tour mit Übernachtung gemacht zu haben. Das Packraft ist eine wunderbare Alternative zu anderen Booten und bietet unglaublich viel Platz um die verschiedensten Dinge unterzubringen. Wenn man den großen Stauraum im inneren der Schläuche einmal erlebt hat, ist man von den eingebauten Packtaschen restlos überzeugt.
Mein nächstes Projekt wird der Bau eines Wanderwagens bzw Bootswagens sein. Dazu habe ich schon meinen bisherigen Bootswagen rausgekramt und ein paar kleinen Teile bestellt. Ich will mal schauen, was daraus wird und ob meine Idee zielführend ist. Dann könnte man z.B. eine Rundfahrt über alle vier großen Leipziger Seen machen. Das geht natürlich nicht ohne Wagen und man braucht ein etwas längeres Wochenende.


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