Zwei Tage auf der Saale von Jena nach Naumburg

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Für den 09. und 10. September 2023 war war schönes Wetter vorhergesagt. Auf der Saale war ich mit meiner Frau in diesem Jahr schon für die eine oder andere Tagestour unterwegs. Oberhalb von Camburg kannte ich die Saale noch nicht. Mein Neffe hatte sich vor einiger Zeit ein Schlauchboot-Kajak FitNord Seal one gekauft und mußte nicht lange überredet werden, eine Zweitagestour mit mir zu unternehmen. Ich wollte mit meinem Packraft und leichtem Gepäck meinen selbst modifizierten Bootswagen endlich ausprobieren. Der Plan war mit dem Zug von Großdalzig nach Jena, mit einem Umstieg in Gera, zu fahren und dort in die Saale einzusetzen. Wir wollten irgendwo übernachten und uns am Ende des zweiten Tages von meiner Fau abholen lassen.

Um 8.16 Uhr fuhr der Zug pünktlich ab und um halb Zehn waren wir in Jena-Göschwitz angekommen. Im Zug stellte sich mein Bootswagen mit seinen 2m langen Zugstangen erstmal als recht sperrig heraus. Zum Ziehen des Gepäcks machte der Wagen zunächst einen recht brauchbaren Eindruck.

Mein Neffe baute sein Boot gleich am Bahnhof in Jena auf, sein Bootswagen funktionierte nur mit aufgebautem Boot.

Bis zur Saale waren es etwa 500m. Wir suchten eine Stelle an welcher wir gut einsetzen konnten, bauten auf, verstauten das ganze Gepäck und jetzt konnten wir endlich lospaddeln. Startpunkt war etwa bei Saalekilometer 219.

Es ging durch Jena und dabei mussten die ersten Wehre umtragen werden. Ich empfehle die an den Ufern stehenden Schilder bis zum Schluß durchzulesen. Am ersten Wehr erblickte ich das Schild „Umtragestelle“, paddelte voller Eifer heran, sprang aus dem Boot, versank bis oberhalb des Knies um Schlamm, schaute auf das Schild und las es erneut – „Umtragestelle -> 50m“. Mein Begleiter ersparte sich die Schlammpackung und landete 50m weiter flußabwärts völlig problemlos an, man lernt nie aus.

Ich hatte mir den Verlauf der Saale durch Jena nicht so grün vorgestellt wie er dann tatsächlich war. Man nimmt wenig davon wahr, dass man gerade durch eine Stadt paddelt. Selbst Schildkröten hatten sich an den Ufern der Saale von der Sonne wärmen lassen. Wir sahen zahlreiche Eisvögel mit Ihrem kräftigem blau-türkierem Gefieder, auf ein Foto habe ich sie leider nicht bekommen.

In Porstendorf teilt sich die Saale und wir führen in die links verlaufende Lache. Den dort gelegenen Campingplatz nahmen wir nicht, denn es war erst gegen 16 Uhr und wir wollten noch etwas weiter kommen. Mein Neffe nahm noch ein Bad in der Lache dann ging es weiter auf der Saale, vorbei an den Dornburger Schlössern.

Wir landeten dann gegen 18 Uhr am Saalerastplatz Döbritzschen wo wir einen schönen Patz für unsere Zelte mit Saaleblick fanden. Das Nachtlager wurde schnell aufgebaut und die Schlafplätze eingerichtet, inum dann in Ruhe etwas zum Essen zu kochen und anschließend bei einem Bierchen noch ein wenig zu quatschen. Sechs umtragene Schleusen lagen in unserem Kielwasser.

Am nächsten Morgen wurden nach einen gediegenen Frühstück die ganzen Sachen wieder eingepackt und in den Booten verstaut. Auf diesem Abschnitt gab es mehr kleinere Stromschnellen als am ersten Tag und es kam auch das eine oder andere Mal zu Grundberührungen. Ich hatte vorsorglich die Finne nicht angebaut und bin überall gerade noch so durchgekommen. Mein Neffe musste dagegen einmal treideln und die Saale zu Fuß bezwingen.

Der zweite Saaleabschnitt von Döbritzschen aus ist der landschaftlich etwas Reizvollere. Der Preis ist allerdungs, dass deutlich mehr Leute dort unterwegs sind. Waren wir von Jena aus fast allein unterwegs, war es spätestens ab Camburg rappelvoll. Zahlreiche Gruppen mit großen Schlauchbooten, aber auch viele Kajakwanderer waren unterwegs, um die Saalefelsen zu bestaunen.

Am letzten Wehr vor unserem Ziel, dem Blütengrund in Naumburg, gab es beim Umtragen sogar so etwas wie einen kleinen Stau.

Keine 100m nachdem die Unstrut in die Saale fließt, war unser Zielpunkt erreicht. Man muss ein bisschen Obacht geben, die Ausstiegsstelle nicht zu verpassen. Mit unseren leichten kurzen Booten ist es sehr mühsam bei der dort herrschenden starken Strömung flussaufwärts zu paddeln. Meine Frau und meine Tochter warteten bereits auf einer Bank, sie holten uns mit dem Auto ab. So blieb uns der Weg zum Bahnhof nach Naumburg erspart und die Tour ging sehr entspannt zu Ende.

Fazit

Die Saale ist sehr empfehlenswert. Durch die zahlreichen Wehre, insgesamt mussten 9 Stück umtragen werden, hat die Strecke eine zusätzliche sportliche Komponente, mit leichten Booten ist das aber sehr gut machbar. Die Tour hat Lust gemacht, die Saale auch noch etwas weiter oben zu befahren. Zu Zweit ist die Tour auf jeden Fall einfacher zu bewerkstelligen und es macht natürlich auch mehr Spaß. An meinem Bootswagenkonzept muss ich noch etwas nacharbeiten, die Zugstangen aus 20x1mm Aluminiumrohr haben es ohne sich zu verbiegen nicht geschafft und auch die Länge ist, wie bereits am Anfang beschrieben, für Zugfahrten nicht optimal geeignet.

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