Madeira Februar 2024 Teil 3 von Chao dos Lours nach Estanquinhos

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Unser Tag begann mit dem Sonnenaufgang. Zehn Stunden am Stück hatte ich schon seit Langem nicht mehr geschlafen. Meine Begeisterung für das neue Equipment, was ich mir in den letzten Wochen gekauft hatte, war groß. Das Zelt von Sierra Designs zeigte am Morgen keine Spuren von Kondenswasser. Darüber freute sich auch der neue Daunenschlafsack von Cumulus sehr. Es war während der Morgendämmerung etwas windig, so dass wir uns zum Kaffeekochen in einen etwas schäbigen Unterstand aus Beton zurückzogen. Wir waren zumindest vom Wind gut geschützt.

Nach dem Frühstück ging es ans zusammenpacken. Es war sonnig, vor uns lag eine Etappe die 12,9km lang sein sollte.

Gegen 10:30 Uhr starteten wir. Als erstes wurde schnell noch einmal die Wegstrecke kontrolliert. Das erste Stück war ein leichter Anstieg welcher uns zu einer Levada führte. Nach dem grauen Wetter zu Hause waren die Frühlingstemperaturen und der Sonnenschein einfach großartig.

Wir kamen an eine Straße an der ein kleines Ausflugslokal stand. Hier begann endlich die Levada. Die Levadas haben den großen Vorteil dass es fast keine Höhenmeter gibt. Am Beginn stand ein schönes Schild, man hätte glatt denken können in Deutschland zu sein.

Der Weg war sehr bequem, es waren wenige Leute unterwegs. Nach einer halben Stunde teilte sich die Levada auf, ein Teil kam vom Rande des Bergs ein anderer Teil aus dem Berg. Wir liefen etwa 100m weiter bis ich realisierte dass unser Weg durch den Berg führt. Es ging also wieder ein Stück zurück und wir stiegen in unseren ersten Levadatunnel.

Mein Neffe hatte einige Utensilien für quer auf den Rucksack gepackt. Der Tunnel war zu schmal und zu niedrig, um den Rucksack auf den Schultern zu lassen. Er setzte ihn ab und trug ihn vor der Brust seitlich verdreht durch den etwa 1000m langen Tunnel. Ich hätte auf keinen Fall tauschen wollen. Das war eine echte Anstrengung und Leistung, und es war der erste von vier Tunneln an diesem Tag. Nach dem zweiten Tunnel sollte der geplante Weg auf einer Länge von etwa 4km mit einem Abstieg etwa 150m nach unten und danach wieder 150m nach oben verlaufen, um wieder an der Levada anzukommen. Ich entdeckte auf meiner Karte dass es angeblich auch einen Weg durch zwei weitere Tunnel geben sollte. Damit konnte man die Höhenmeter und 2km Weglänge einsparen. Für Abkürzungen bin ich immer zu haben, fragt mal meine Kinder. Ich hatte ja mit den Tunneln keine Probleme, ich bin kleiner als mein Neffe und mein Rucksack war schmaler, ich kam da gut durch, er nicht. Ich glaube als ich meinen Willen durchsetzte und wir den dritten Tunnel nahmen, stellte das unsere Freundschaft ein bisschen auf die Probe zumal ich den vierten Tunnel wohl vergessen hatte zu erwähnen (ich bitte an dieser Stelle um Verzeihung). Zwischen den Tunneln erwarteten uns kurze Passagen im Freien und wohin man auch schaute, es gab überall Wasserfälle.

Nach insgesamt etwa 4km Levadatunnel ging es endlich wieder durch die satte grüne Landschaft. Der Weg führte noch ein Stück an dem Levadalauf entlang. An einem Haus angekommen mussten wir uns von diesem ebenen Weg verabschieden und es begann ein langer Aufstieg.

Der Aufstieg hatte es für meine bescheidenen Verhältnisse in sich. Er war 7km lang und es waren ungefähr 600 Höhenmeter zu überwinden. Der Weg war leider nur aus losen Gesteinsbrocken, so dass man jeden Schritt einzeln setzen musste, um ein Abrutschen oder Umknicken zu vermeiden.

Als wir endlich auf dem Gipfel angekommen waren und unserem Biwakplatz erreicht hatten, schlug das bis dahin schöne sonnige Wetter um. Von dem vor uns liegenden Hochplateau zog aus der Ferne Nebel auf uns zu. Wir bauten in Rekordtempo unsere Zelte auf und keine Minute später begann es zu regnen. Wir hatten wirklich großes Glück, dass wir nicht mehr nass geworden sind. Zu dem Regen kam auch schnell die Dunkelheit. Mein Neffe rief an und wünschte mir eine gute Nacht. Auf diesem Platz gab es keine Möglichkeit zum Unterstellen, deswegen fiel das Abendessen aus.

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