Im Laufe der Nacht hörte der Regen bald wieder auf. Der Platz Estanquinhos wirkte auf mich nicht sehr einladend. Es gibt dort kaum einen Platz auf dem man ein Einpersonenzelt auf gerader Fläche aufbauen kann. Ich hatte mir die einzige gerade Stelle gesucht, wenn es allerdings lange anhaltend geregnet hätte, wäre ich mit meiner Luftmatratze aufgeschwommen. Zum Glück war der Regen zu schwach, um mein Zelt zu fluten. Am Morgen war noch etwas Nebel in der Luft der sich allerdings schnell auflöste. Die Sonne zeigte sich bald und wir konnten in Ruhe frühstücken Wir packten zusammen und machten uns wieder auf den Weg.






Der Weg führte an diesem Tag über eine Hochebene die hauptsächlich mit Ginster bewachsen war. Der von Outdooractive vorgeschlagene Weg abseits der Asphaltstraße endete im Nirgendwo. Wir mußten die letzten 500m wieder zurück und nahmen dann doch die Straße. Es war kaum Verkehr und wir trösteten uns mit dem Gedanken, schnell voran zu kommen. Es dauerte dann auch nicht lange und wir konnten die Straße wieder verlassen. Nach unserer Planung hätten wir hier schon die Tagesetappe beenden sollen. Der Platz Ribeira do Alecrim lag noch einen Kilometer entfernt. Weil es gerade erst Mittag war, beschlossen wir weiter zu laufen und sahen uns den Platz gar nicht erst an.



Nachdem wir die Straße verlassen hatten, war die Landschaft immer noch sehr offen. Links von uns sahen wir den Stausee Barragem do Pico da Urze. Das ist ein rein technisches Bauwerk, er ist komplett eingzäunt. Der Weg führte jetzt leicht abwärts und der Bewuchs wurde wieder etwas höher. Hin und wieder gab der Bewuchs einen Blick auf die umliegenden Täler frei.




Nach einem kurzen steilen Aufstieg kamen wir an eine sehr schöne Levada. Als Ziel für den Tag peilten wir jetzt Rabacal an. Auf den Karten ist dort ein Biwakplatz neben einem Restaurant eingezeichnet den man allerdings nicht vorher buchen konnte. Die Gegend um Rabacal hatte ich ein Jahr vorher schon einmal besucht. Es ist eine Touristenhochburg, weil es dort den Risco Wasserfall und die Levada das 25 Fontes zu sehen gibt.



Am Nachmittag kamen wir gegen vier Uhr in Rabacal an. Im Restaurant erfuhr ich, dass der Biwakplatz auch von den Behörden Madeiras betrieben wird. Offensichtlich wurde er bei der Erstellung der entsprechenden Homepage einfach vergessen. Andere Wanderer, die auch ihre Zelte dort aufstellten, bestätigten das. Der Platz ist sehr schön gelegen, hat eine Feuerstelle, verfügt auch über fließend Wasser und natürlich gibt es dort auch viele der Madeirabuchfinken.





Zitat von www.homeoffice-madeira.com:
„Der Risco-Wasserfall ist ein besonderes Highlight in der Gegend der „Levada das 25 Fontes“ und im Lorbeerwald Laurisilva, er seit 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Hier stürzt er etwa 100 Meter an einer glatten Felswand in die Tiefe hinab. Ein besonderes Erlebnis, weil man relativ nah an den Wasserfall herankommt. Früher konnte man sogar noch einen kleinen extra Weg gehen, der hinter dem Wasserfall entlangführt. Dieser Weg ist heute leider gesperrt, da der er nicht mehr gepflegt und in Stand gehalten wird und dadurch das Begehen äußerst gefährlich ist.“
Nach dem Aufbau der Zelte hatten wir noch genug Zeit und wanderten zum Risco Wasserfall. Der Weg war nicht anstrengend, er führt an einer Levada entlang. Der Wasserfall ist einfach toll. Den alten Weg hinter dem Wasserfall entlang konnten wir sehen, aber er ist durch eine Gittertür verschlossen.




Wir liefen zurück zu unserem Lager und der Tag ging zur Neige. Die heutige Wanderung war gegenüber der Gestrigen fast schon erholsam. Das Wetter war mit etwa 20 Grad sehr angenehm zum Laufen und wir gingen zufrieden schlafen.
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