Der Morgen in Rabacal begann wieder mit Sonnenschein. Ausgeschlafen ging es an die Zubereitung des Frühstücks. Wie man auf dem Bild sieht, kann man den Tag auch mit einem herzhaften Nudeleintopf starten. Wir hatten beide das Essen für die ganze Woche im Rucksack, da muss man schon auf das Gewicht achten. Deswegen war gefriergetrocknete Nahrung die erste Wahl. Im Laufe der Wanderung bestätigte sich, dass man auf Madeira keine großen Wasserreserven mitzuschleppen braucht. Es gab überall sehr viele Quellen bei denen man die Vorräte auffüllen konnte.
Als die Zelte abgebaut und das Gepäck wieder im Rucksack verstaut war, nutzten wir die Toilette des Restaurants und gingen erleichtert die erste kurze Etappe entlang der „Levada das 25 Fontes“ an.



Die Levada ist sehr gut ausgebaut, was bei den zahlreichen Touristen die hier unterwegs sind, kein Wunder ist. Wenn wir den Weg zu den 25 Wasserfällen und die Grotte selbst, ohne Touristen hätten erleben wollen, hätten wir vor der Morgendämmerung loslaufen müssen.




Nach einer halben Stunde waren die Wasserfälle erreicht. Es ist wirklich ein märchenhafter Ort bei dem man ins schwärmen kommen kann. Die meisten Besucher gehen von hier wieder an der Levada entlang zurück. Uns führte der Weg noch ein kurzes Stück an der Levada weiter in die andere Richtung. Dort sahen wir noch ein Meisterwerk der Statik.




Nach kurter Zeit mussten wir den bequemen Weg verlassen und ein langer steiler Aufstieg begann. Das ist wohl auch der Grund weswegen die meisten Leute diesen Weg meiden. Es sind knapp 500 Höhenmeter zu überwinden. Die meiste Zeit des Aufstieges sind Treppen in den Weg gebaut, entweder gemauert oder mit Hilfe quer liegender Hölzer. Mir gingen immer wieder die armen Kerle durch den Kopf die vor Jahren den ganzen Mörtel dorthin schleppen mussten. Wir brauchten den mühsamen Weg wenigstens nur einmal zu laufen.


Zum Glück hat auch der mühsamste Aufstieg mal ein Ende. Der Weg nach Fanal war jetzt mit leichten An- und Abstiegen über sanfte Hügel nach den Strapazen der vielen Treppen ein Kinderspiel. Zwischendurch gab es immer wieder schöne Ausblicke in die bergige Landschaft.





Nach diesem sanften auf und ab gab es noch eine Wegstrecke die durch sehr urwüchsigen Wald führte. Man hätte sich nicht gewundert, wenn hinter der nächsten Biegung der T-rex gestanden hätte. Als dieser Urwald hinter uns lag kamen wir nach der Überquerung einer Straße an einen Aussichtspunkt, von dem wir tiefer unter uns die Wolken sehen konnten. Ich war überzeugt, dass sich in diesem Nebelschleier Fanal verstecken musste. In Fanal ist der bekannte „Feenwald“ auf Madeira den man auf Fotos immer nur im Nebel sieht.




Nach dieser wunderbaren Aussicht öffnete sich die Landschaft, es gab kurz abgeweidete Wiesen und die ersten alten Lobeerbäume zeigten sich in der weiten Landschaft. Fanal war nur noch einen Steinwurf von uns entfernt.




Ich staunte nicht schlecht, dass der Feenwald im schönsten Abendlicht der Sonne schimmerte, kein Nebel weit und breit. Die Landschaft hatte jetzt zwar nicht diese märchenhafte Gestalt die wir vermutet hatten, aber das herrliche Wetter machte in dieser schönen Gegend dennoch richtig gute Laune. Die Anstrengung des heutigen Aufstiegs war meinem Tshirt anzusehen. Nachdem ich es am Nachmittag noch gewaschen hatte, war es sogar noch bis zum Einbruch der Dunkelheit getrocknet.





An diesem Platz standen außer uns noch drei Zelte. Je mehr sich der Tag neigte, desto weniger Besucher waren unterwegs. Es wurde ruhig, wir kochten unser Abendessen an der Grillhütte, quatschen noch ein bisschen bis zur Dunkelheit und gingen bei einem tollen Sternenhimmel in unsere Zelte.
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