Schon wieder Madeira (Teil 3) Nebel und Sonne

Verfasst von

in

Bei Beginn der Morgendämmerung war es immer noch recht neblig und kühl. Kurze Zeit später merkte man schon, dass die Sonne rauskommen wollte. Deswegen zog ich mich warm an und schaute mich draußen ein bisschen um. Ich kochte mir wie jeden Morgen Kaffee und bereitete das Frühstück vor.

Die Madeirafinken kennen wahrscheinlich die morgendlichen Rituale von Touristen, denn sie fanden sich rechtzeitig und zahlreich ein. Ich gab ein wenig von meinem Porridge ab und versuchte sie zu fotografieren. Leider hatten sie mein ausgestreutes Futter nicht ernst genommen, so dass sie immer wieder auf der falschen Seite des Tisches saßen, von welcher sie nicht im besten Licht zu fotografieren waren.

Beim Zusammenpacken nahm ich mir Zeit, fotografierte noch etwas, denn es war einfach herrlich die wärmen Strahlen der Sonne zu genießen. Der Morgentau wirkte zum Teil in der Sonne wie Raureif.

Ich fuhr mit dem Auto zu (r, m?) „Boca da Encumeada“. Dort beginnt eine Levadawanderung die ich schon kannte. Nach ein paar hundert Metern kamen drei Tunnel und dazwischen Wasserfälle, die wollte ich fotografieren. Die Tunnel selbst sind zwischen 600 m und 2 km lang.

Ich hatte meinen Stoffwechsel nicht genügend in den Blick genommen und so meldete sich mein Verdauungstrakt sehr fordernd. Keine Möglichkeit im Gebüsch zu verschwinden, der stachelige Ginster verhinderte das. Das Risiko von anderen Wanderern ertappt zu werden, ließ mich umdrehen. Am Startpunkt gab es eine Kneipe wo sich das dringend Notwendige mit dem Angenehmen verbinden ließ.

Nach dem Essen nahm ich einen neuen Anlauf, allerdings suchte ich mir einen Weg zu einem anderen Wasserfall. Dieser war offiziell gesperrt, er war dennoch gut zu laufen, einige Gesteinsbrocken und ein Baum lagen dort herum. Der Wasserfall war nicht so spektakulär, hier auf Madeira ist man da verwöhnt, aber für ein paar Bilder hat es doch gereicht.

Auf dem Rückweg fielen mir verkohlte Bäume auf. In den folgenden Tagen sah ich noch zahlreiche Stellen wo Brände dem Wald und auch großen Ginsterflächen zugesetzt hatten. Den Bäumen schien es nicht sehr geschadet zu haben, die Kronen waren noch grün. Kleinere Bäume und der Ginster hingegen waren dahin.

Zurück am Auto überlegte ich, welchen Platz ich für die Nacht wählen sollte. Es war mir nicht nach Einsamkeit und so nahm ich den einzigen offiziellen Campingplatz der Insel, den „Parque der Campismo“ kurz vor „Porto Moniz“. Die Preise lagen immer noch, wie vor einem Jahr, bei 6 Euro pro Zelt und Nase.

Nach dem Zeltaufbau gab es noch ein paar Fotos der an diesem Abend milden Atlantikdünung und nach dem Abendessen ging es ins Bett. Der Platz wurde mein Quartier für die nächsten fünf Nächte – Auto ist komfortabel, macht aber auch faul.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert