Eine Nacht draußen verbringen

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Es ist bereits Ende Oktober, ich habe ein paar Tage frei und es ist bestes sonniges Herbstwetter angesagt. Es fehlte lediglich ein kleiner Anlass, ein Auslöser sozusagen, um eine Tour zu starten. Meine jüngste Tochter studiert in Brandenburg an der Havel und brauchte noch ein paar Kleinmöbel um den ganzen Trödel, der sich nach dem ersten Studienjahr angesammelt hatte, sinnvoll zu verstauen. Prima, geht doch, der Anlass war gefunden.

Der Blick auf der Karte verriet mir, dass es etwa 800m vom Wohnheim bis zur Havel waren. Da würde sich doch ein Plätzchen finden, wo ich mein Boot einsetzten konnte.

Ich packte zu Hause also außer den Möbeln fürs Wohnheim noch einen leichten Rucksack für eine 2-Tagestour. Nachdem das Möbelschleppen fertig war, verabschiedete ich mich und ließ das Auto auf dem Parkplatz des Wohnheims stehen. Unter der Straßenbrücke am REWE-Center war eine prima Einstiegsstelle, wo ich in Ruhe das Packraft beladen und aufpusten konnte.

Gegen 14 Uhr hatte ich alles fertig und es konnte los gehen. Der Plan war die Havel abwärts bis zum Breitlingsee zu fahren und dort im Uhrzeigersinn am Ufer entlang bis zur Kanincheninsel zu paddeln. Ich hatte mich für mein leichtes Packraft Nano RTC XL entschieden und auch meinen Trockenanzug dabei, weil ich mir nicht sicher war, wie lustig schwimmen auf dem See Ende Oktober notfalls werden könnte. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Anfangs auf der Havel war die Motivation, sagen wir mal, entwicklungsfähig. Als ich den Breitlingsee erreichte und ich der herrlichen Herbstsonne die Kanincheninsel sah, war die Stimmung wie umgewandelt und ich freute mich riesig auf das kleine Abenteuer.

Zuerst schaute ich mit die Insel an, baute mein Lager auf und kümmerte mich um das Abendessen.

Als die Sonne unterging kam noch ein Bungalowboot und ankerte vor „meiner“ Insel. Ich machte noch ein kleines Lagerfeuer und backte mit ein Brötchen, denn ich hatte mit vorgenommen in dieser Richtung ein bisschen zu experimentieren. Das Ergebnis war gut essbar, aber es gab auch Erkenntnisse, was ich beim nächsten Versuch besser machen könnte.

Die Nacht schlief ich sehr gut. Der Morgen war durch den leichten Nebel anfangs etwas kühl, aber die Sonne brauchte nicht lange um den Nebel zu vertreiben.

Aus dieser Nacht konnte ich noch eine Erkenntnis gewinnen. Ich hatte die „geniale Idee“ mit dem Fußende des Schlafsacks in eine Mülltüte zu steigen, um mich und vor Allem den Daunenschlafsack so vor möglichem Kondenswasser am Zelt zu schützen. Was soll ich sagen: Das Zelt war innen fast trocken aber das Fußende des Schlafsacks war außen unter dem blauen Sack richtig nass. Manche Sachen muss man einfach mal testen um heraus zu bekommen, dass eine Idee dämlich ist.

Ich ließ den Morgen ruhig angehen, kochte Kaffee und Frühstück, machte ein paar Fotos von Pilzen an diversen Eichenstämmen und packte dann mein Zeug, um den Rückweg anzugehen.

Ich habe mir sagen lassen, dass es sich um Shiitake handeln könnte (es waren wie bereits geschrieben Eichenstämme), wer es genau weiß, kann sich gern melden, das würde mich interessieren.

Ein Freund hatte mir im Rückblick auf seine einwöchige Familienwanderung auf dem Forststeig Elbsandstein ein paar Tage vorher gesagt, dass man ab und zu die Komfortzone verlassen muss, da kann ich mich nur anschließen.

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